Big Brother is watching us

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von Caillea

Die Ungewissheit, ob man tatsächlich überwacht wird, die Einschüchterung, die von dem bloßen Gedanken an die Möglichkeiten der Überwacher ausgeht, ruft in uns ein Ohnmachtsgefühl hervor. Diese Ohnmacht kann uns, zusätzlich zu den erschütternden Nachrichten von aller Welt, zur Resignation “Ich kann ja sowieso nichts machen”, zu einem gestörten Rechtsempfinden “Ich mache ja nichts schlimmes, also können sie mich auch nicht belangen.” und zur völligen Gleichgültigkeit “Ist mir egal, passiert schon nichts.” führen.

Bei solch einer Überwachungs-Maschinerie kann man beileibe nicht mehr von Freiheit reden.

Big Data

Die großen Datensammlungen (“Big Data”) auf den Servern der USA, England und Frankreich sind für uns normale Bürger, mit einem “kleinen” PC zu Hause, kaum vorstellbar. Wir kommen kaum mit der Unterscheidung klar, was denn der Unterschied zwischen den Angaben, welche wir im Internet hinterlassen, wie z.B. Adresse, Facebook-, Foren- und Chat-Einträge und den sogenannten Metadaten, die beispielsweise von Sensoren in Fahrzeugen, Überwachungskameras, Handys, Verbindungsprotokolle der Telefongesellschaften, EMails usw. aufgenommen werden. Wer sich abweichend vom Mainstream bewegt, entdeckt immer mehr Fälle, wo Menschen Besuch von der Polizei oder/und vom BND bekommen.

Wer in die staatlichen Ermittlungen gerät, hat Angst und dies soll meines Erachtens auch so sein, denn dann sind wir manipulierbar und opponieren nicht.

Ralf Wienken (http://netzwertig.com) hat zu diesem Thema einen guten und lesenswerten Artikel geschrieben (siehe Anhang). Er arbeitet die Unterschiede gut heraus und erklärt, für jeden verständlich, wie gefährlich BigData ist.

Er veranschaulicht, das die gesammelten Daten aus zwei Quellen stammen. Die erste Quelle sind die Informationen, die Nutzer des Internets freiwillig selbst eingeben. Die zweite Quelle sind die Daten, die  beispielsweise von Sensoren in Fahrzeugen, Überwachungskameras, Handys, Verbindungsprotokolle der Telefongesellschaften, EMails usw. aufgenommen werden. Diese Daten stellen die eigentliche Gefahr dar und werden automatisch gesammelt, ohne ihre Inhalte zu kennen, und können aufgrund ihrer Menge und Komplexität nur noch maschinell ausgewertet werden. Metadaten sind Daten über Daten. Als Beispiel kann ein Telefonat herangeführt werden. Wie in alten Spionagezeiten kann man die Daten aufzeichnen und abhören. Gleichzeitig fallen eine Menge Metadaten an, beispielsweise Verbindungsdaten: unter anderem Uhrzeit, Länge des Gesprächs und Ziel. Solche Verbindungsdaten sind im Gegensatz zu Inhaltsdaten strukturiert, das heißt, sie sind auf einfache Weise miteinander abzugleichen.

Ralf Wienken: “Mit diesen Metadaten kann man so gut wie alles herausfinden. Praktisches Beispiel: Ein Mann, 55 Jahre alt, ruft einen Orthopäden an, am Tag darauf einen Physiotherapeuten, einen weiteren Tag später sowohl einen Osteopathen als auch seine Krankenkasse. Allein damit ist schon klar, dass er ein Problem mit dem Bewegungsapparat hat. Wenn man damit noch die Internetdaten und die E-Mails verknüpft, die oft beim selben Provider auflaufen, ist die Sache klar. Der Mann hat mit 95-prozentiger Wahrscheinlichkeit eine Schädigung der Bandscheibe. Dies herauszufinden, ist mit Maschinen über die Metadaten möglich; den Inhalt der Kommunikation – also die Daten selbst – zu analysieren, würde wesentlich mehr Aufwand erfordern.

Die Metadaten liegen alle in dem großen Datenhaufen, und man kann sie mit einem Algorithmus extrahieren und miteinander verknüpfen. Die Speicherung der Daten ist günstig und die Rechner werden immer schneller, was immer neue und bessere Möglichkeiten hervorbringt, Korrelationen zu finden. So werden Krankheiten sichtbar, intime Beziehungen, geplante Demonstrationen, unzufriedene Mitarbeiter, anstehende Firmenübernahmen und so weiter.”

Wir sind nicht frei!

Metadaten dienen als Grundlage gesellschaftlicher Steuerung.

Uns wird ständig erzählt, dass diese Datensammlungen dazu dienen, Gefahren abzuwehren und dass wir dafür einen Teil unserer Freiheit aufgeben müssen. Sicherlich kann man darüber diskutieren, ob man in einem gewissen Maße bereit ist, auf Freiheiten zu verzichten um eine “Gefahrenabwehr” zu ermöglichen. Wir zahlen einen hohen Preis für diese “Terrorabwehr”. Immer mehr Menschen werden “auffällig”, indem sie an einer Demonstration teilnehmen, sich spezielle Bauwerke anschauen, an den falschen Plätzen parken, auf Fehler hinweisen, sich mit Freunden über “auffällige” Themen unterhalten sowie sich mit dem heutigen Weltgeschehen auseinandersetzen. Dies kann bedeuten, dass u.U. die Polizei oder auch der BND bei uns vorbeischaut. Viele praktische Beispiele belegen dies.

Ralf Wienken: Darüber kann man ja diskutieren. Aber es gibt etwas, das wesentlich gefährlicher ist als einen Teil der Freiheit aufzugeben, und das bei der ganzen Diskussion um Freiheit oder Sicherheit kaum eine Rolle spielt. Man kann mit dem Big Data Haufen nämlich noch etwas ganz anderes machen: man kann ihn als Grundlage zur politischen Steuerung nehmen. Die Daten sind ja vorhanden; warum also dieses Instrument nur zur Gefahrenabwehr nutzen, und nicht auch, um gesellschaftliche Prozesse zu gestalten?

Das klingt zunächst gar nicht so übel. Was soll so schlimm daran sein, moderne Instrumente zu nutzen? Aus der Politik hört man immer wieder Klagen über mangelnde Steuerungsmöglichkeiten, und endlich scheint es welche zu geben.

Um das richtig einschätzen zu können, sollte man sich klarmachen, was die elektronischen Augen und Ohren des Staates sehen und hören. Nämlich nichts anderes als quantifizierbare Daten, die durch Maschinen zu Big Data hinzugefügt werden. Wiederum durch Maschinen werden Auswertungen erzeugt, die sich Polizisten oder Geheimdienstler anschauen können, oder es werden gleich Aktionen eingeleitet, um dem entdeckten Problem schnell zu begegnen. Möglichst bevor das Problem überhaupt eintritt. Irgendwann werden von Computern automatisch Roboter an die Front geschickt, was den ganzen Vorgang komplett den Maschinen überlässt. Wenn dann noch andere Roboter bekämpft werden, ist das System endgültig selbstreferentiell.

Dass ein solches Szenario eintreten kann, hat seinen Grund darin, dass die Daten aus dem großen Haufen nur Korrelationen ermöglichen. Man kann also herausfinden, ob Beziehungen zwischen Daten existieren, aber damit lässt sich keine Aussage darüber treffen, warum die Beziehung existiert.

Die Denkweise ist folgende: Die Fakten sind vorhanden, man muss sie nur finden. Nötig ist dafür lediglich ein guter Algorithmus und ein schneller Computer.

Was man aber auf diese Weise findet, sind nichts als Korrelationen. Und Korrelationen sind Zahlenspiele, die etwas Sinnvolles aussagen mögen oder auch nicht. Auf jeden Fall enthalten Sie nichts darüber, was wir als Menschen sind.

Traditionelle Methoden des Erkenntnisgewinns sind damit obsolet. Intuition, Modelle oder gar Theorien – die traditionellen Methoden der Erkenntnisgewinnung – sind überflüssig.”

Wenn wir ALLE nur noch als Zahlenspiel wahrgenommen werden, dann ist der Mensch nur noch ein Algorithmus, der sich ausschließlich in einem Angstumfeld bewegt. Visionen, Zukunft der Gesellschaft, eine Vorstellung von den Mitmenschen, die fühlende Wesen sind, bleiben auf der Strecke. Dann ist es nicht mehr wichtig, was wir wollen, sondern was derjenige will, der die Zahlen auswertet oder wie die Algorithmen programmiert wurden. Dann hat uns der Horror eingeholt.

Im Besonderen möchte ich in diesem Zusammenhang noch auf einen Artikel sowie einen Podcast aufmerksam machen. Machen Sie sich die Mühe, nehmen sich Zeit (ca. 1 1/2 Stunden) und hören genau zu. Besser könnte niemand für die jetzige Situation Worte finden:

Einschränkung der Meinungsfreiheit

American Gestapo von KenFM

Die sogenannte NSA-Affäre birgt, gerade da Deutschland massiv von ihr betroffen ist und dieses Abhören von Hitler bis Obama reicht, DIE Chance für einen echten CHANGE. In Deutschland.

Das Internet ist für die amerikanische Macht-Kaste vor allem ein militärisches Tool. Es wurde ursprünglich VON den Militärs FÜR die Militärs erdacht und in Auftrag gegeben. Spionage ist seine DNA.

Deshalb sind die USA mit ihrer Spionage-Think-Tank-Ortschaft Silicon Valley auch der größte Spion auf diesem Planeten. Und sie beherrschen das Feld der Zukunft. Noch.
Alle großen Software-Giganten, alle sozialen Netzwerke, die relevant sind, finden wir in den USA. Cisco, Microsoft, Apple. Auch Google, die Suchmaschine Nr. 1, ist ein US-Konzern.
Das Internet bringt von daher alles mit, um eine faschistoide Zentralgewalt zu etablieren!

Was immer irgendwer im WWW sucht – die USA finden mit. Zudem haben alle großen Softwareschmieden in ihre Produkte Hintertüren oder „Sabotageoptionen” eingebaut. Auf Anweisung durch die US-Geheimdienste. Spätestens jetzt, wo sonnenklar geworden ist, dass es echte Freundschaft zwischen einer Supermacht, den USA — die parallel immer noch nach den Regeln einer Siegermacht agiert — und einem Land, das seinerzeit besiegt wurde, der BRD, nicht geben kann, muss die Bundesrepublik aufhören, sich vor der Realität, den Fakten zu drücken.

Wenn US-Präsident Obama Kanzlerin Merkel in Berlin besucht, sie verbal einseift und bezüglich der NSA-Affäre beschwichtigt, während Washington parallel das private Mobiltelefon der Bundeskanzlerin abhören lässt, und das seit über zehn Jahren, muss man diesen Umstand als das bezeichnen, was er ist. Verrat. Verrat, der nur ein Ziel verfolgt: Spionage.

Energie, Nahrung, Computertechnologie, Waffen, Propaganda, Popkultur, Geld etc., werden bereits vom Imperium USA dominiert. Jetzt ist das Internet als Kommunikationsautobahn der Restwelt an der Reihe.

Nur dass das Netz als Kopie des zentralen Nervensystems ein Eigenleben entwickelt hat, erwacht ist, und sich nicht mehr in den Giftschrank sperren lässt. Der Draht, der vom Spion zum Ausspionierten führt, führt eben auch vom Ausspionierten zum Spion. Das ist wie Schach. Nur, dass das Spiel den USA langsam aber sicher aus dem Ruder läuft. Als der Whistleblower Edward Snowden sich entscheiden musste zwischen echter Freiheit und der Freiheit nach amerikanischer Interpretation, entschied er sich gegen Amerika. Aber nicht gegen seinen Heimat!

Snowden gehört einer Generation an, deren Heimat das Netz ist. Überall, wo ihr Laptop online gehen kann, ist sie @ Home! Globalisierung auf allen Gebieten. Das ist das finale Ziel. Die Weltherrschaft. Der Endsieg.

Wir müssen beginnen, das ganze und leider recht hässliche Bild unseres großen Bruders endlich sehen zu wollen. Und zu akzeptieren. Wir müssen uns der Realität Stellen.
„American Gestapo” ist keine Vision mehr. American Gestapo bestimmt längst auch unseren politischen Kurs in Deutschland.

Zitate sowie der gesamte Artikel von Ralf Wienken: http://netzwertig.com/2013/10/28/big-data-und-ueberwachung-niemand-hoert-uns-zu/

Quelle “American Gestapo”: http://www.kenfm.dehttp://www.facebook.com/KenFM.de

Bildquellen: www.piqs.de 

 

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