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Das wandernde Auge

4 Jahre nach Fukushima: Frauen sind Japans Hoffnung

von Andreas Müller-Alwart

Aus Fukushima haben die Menschen gelernt, aber nicht der Betreiber der Anlage und leider auch nicht die Regierung. Dennoch gibt es Hoffnung für eine andere Energiepolitik. Mehr noch: Es gibt Gemeinden wie Yusuhara, die einhundertprozentig alternative Energiequellen einsetzen und autark von ortsfremden Energielieferanten geworden sind.

Am 11.03. ist der vierte Jahrestag der Fukushima-Reaktorkatastrophe. Für die im Umgang mit Erdbeben- und Tsunamikatastrophen erfahrenen Japaner war der anschließende Super-GAU im Atomkraftwerk zu viel des Schlechten. Noch immer glühen die durchgegangenen Reaktoren im Erdboden vor sich hin, müssen ständig mit frischem Meerwasser gekühlt werden und auch die fortlaufende Verseuchung des Erdreiches und vor allem des Pazifiks konnte bisher nicht gestoppt werden. Versuche, das Gelände um die havarierten Reaktoren einzufrieren, mit dem Ziel den Schadwasserabfluss zu unterbinden, waren gescheitert. Und bis heute gibt es keine Kühltürme oder andere Kühlsysteme, die in einem geschlossenen Wasserkreislauf die Reaktorkerne kühlen und gleichzeitig das aufgeheizte Kühlwasser wieder kühlen und rückführen könnten. Und bis heute haben weder TEPCO, die Betreiberfirma der Reaktoren, noch die Regierung wirklich etwas aus der Katastrophe gelernt. Wie leben die Menschen heute? Wird offen diskutiert? Welche positiven Beispiele gibt es in Japan, die aufzeigen, dass eine Trendwende in der Energiewirtschaft ohne Atomstrom nicht nur möglich, sondern geradezu ideal wäre?

Wyhl als Vorbild für eine atomfreie Welt

Es ist für uns Europäer, die wir selten in Asien waren und noch seltener die asiatische Kultur verstehen gelernt haben, sehr schwierig, die Situation vor Ort zu verstehen. Einblicke gewährt uns deswegen Erhard Schulz, der regelmäßig nach Japan reist und der fortlaufend Besuchergruppen aus Japan in seiner Innovation Academie e. V. in Freiburg empfängt. Schulz war 25 Jahre lang Geschäftsführer des Bund für Umwelt- und Naturschutz, Baden-Württemberg, war dessen Mitgründer und ist bis heute Sprecher der Bürgerinitiativen Umweltschutz. Er gehört quasi zu den Begründern der Pro-Alternative-Energien-Bewegung. Und Schulz wird vor allem deswegen gerne in Japan empfangen und gehört, weil er den Widerstand gegen das Atomkraftwerk Wyhl, das einzige, das je in Deutschland verhindert werden konnte, live begleitet hat. Man kann ein AKW verhindern? Das interessiert viele Japaner sehr. Schulz, der auch stellvertretender Landesvorsitzender des Bundesverband Windenergie (BWE) ist und in seiner Innovation Academie die Themen der alternativen Energieerzeugung darstellt, empfängt im Jahr 6.000 Besucher aus 45 Ländern.

In Japan ist sind vor allem Frauen sehr aktiv. ©Erhard Schulz, Innovation Akademie e. V.

In Japan ist sind vor allem Frauen sehr aktiv. ©Erhard Schulz, Innovation Akademie e. V.

Bürger und Gouverneure sind gedanklich weiter als die Regierung

In Japan, so berichtet er, gäbe es vor allem einen hohen Anteil sehr gebildeter Frauen, die auch sehr engagiert seien. Dass Frauen so herausragend aktiv sind, hat damit zu, dass asiatische Männer gegen die traditionell geprägte Angst kämpfen, sie könnten ihr Gesicht verlieren. „Diskussionen finden Sie im japanischen Fernsehen und bei regionalen Veranstaltungen kaum – schon gar nicht live.“ Aus demselben Grund: Es könnten ja kompromittierende Fragen gestellt werden, es könnte der Organisator oder der eingeladene Gast verletzt werden. Von den 128 Millionen Einwohnern Japans, sind 75 Prozent aller Frauen und 60 Prozent aller Männer gegen den weiteren Einsatz von Atomkraft. Sie haben die Gouverneure auf Ihrer Seite – Gouverneure entsprechen in etwa den bei uns bekannten Regierungspräsidenten. In Japan müssen diese Gouverneure die Atomkraftwerke genehmigen, was sie spätestens seit Fukushima nicht mehr tun. Die Zentralregierung hingegen hält weiterhin stoisch an dieser Technologie fest. Es gibt allerlei Indizien, die Mafia-ähnliche Strukturen zwischen Beamten und Energiebetreibern nahelegen.

Konsequenzen der Katastrophe bis heute nicht abschließend überschaubar

Um das Ausmaß der Katastrophe und den heutigen Status richtig einordnen zu können, muss man Land und Leute begreifen. Man muss wissen, dass Japan aus 6.000 Inseln besteht: Es wird kaum Fleisch gegessen, sondern überwiegend Gemüse und natürlich Fisch. Dort, wo die Flutwelle seinerzeit die Landstriche überschwemmt hat, wurden die Gärten und die Landwirtschaft vernichtet. Nach vier Jahren wird dort allerdings wieder angepflanzt. Nicht so natürlich im Sperrgebiet: Diese Anbauflächen sind auf Jahrzehnte verseucht. Niemand weiß genau für welchen  Zeitraum – zumal das Grundwasser weiter durch das Kühlwasser verseucht wird. Die Mehrzahl der Anwohner lebt im Küstenraum, ernährt sich nicht nur von Fisch, sondern Fischfang ist natürlich für viele Japaner auch eine wichtige Einnahmequelle.  So sind auch Fischer die einige Hundert Kilometer von der Katastrophe entfernt leben, in ihrer Existenz bedroht. Wenn die einst beliebten Muscheln der Muschelbänke und der Fischfang nicht mehr verkauft werden können.

Egal ob Friedhof, Gebäude oder Gemüseanbaufläche – der Tsunami hat kaum etwas stehen lassen und viele Böden im Umfeld der Reaktoranlage sind zusätzlich verseucht.
©Erhard Schulz, Innovation Akademie e. V.

Egal ob Friedhof, Gebäude oder Gemüseanbaufläche – der Tsunami hat kaum etwas stehen lassen und viele Böden im Umfeld der Reaktoranlage sind zusätzlich verseucht.
 ©Erhard Schulz, Innovation Akademie e. V.

Glück im Unglück: Die Windrichtung

Als die Reaktoren explodierten, trieb glücklicherweise eine frische Brise die radioaktive Wolke aufs Meer und nicht in Richtung der Millionenmetropole Tokio. Auf dem Meer kondensierte die radioaktive Last und wurde wieder landeinwärts getrieben, wo sie in den Tausend Meter hohen Bergen abregnete. Glücklicherweise leben dort nur wenige Menschen. Bis heute ist die Strahlung an diesen Hotspots noch so stark, dass die Zeiger der Messgeräte bis über den Anschlag hinauspendeln. Eine Messung ist somit unmöglich. Dennoch leben in einigen Regionen noch Farmer und ältere Menschen: Wo sollen sie auch hin? Ihre Heimat ist hier – ihre Existenz war hier. „Weder die Regierung noch die Betreiberfirma haben die Menschen über Radioaktivität und ihre Langzeitbelastung aufgeklärt, sondern diese Aufgabe haben engagierte Ärzte übernommen“, erklärt Schulz in einem Vortrag. Die Zuhörer schütteln fassungslos die Köpfe.

Die Reaktor-Havarie wird bis heute nicht wirklich aufgearbeitet

Auch sonst liegt in der Aufarbeitung der Katastrophe einiges im Argen. Offizielle Gedenktage befassen sich beispielsweise nur mit den Opfern, die der Tsunami gefordert hat. Dank ausgeprägter Frühwarnsysteme, konnten sich viele Menschen in den drei bis vier verbleibenden Stunden noch retten und so verursachte der Tsunami relativ wenige Opfer. Und die Situation auf den 6.000 Inseln? „Niemand kam ums Leben, alle gingen in die Berge“, berichtet Schulz. „Die Japaner sind sehr versiert im Umgang mit diesen Naturkatastrophen – sie sind sie ja gewohnt, aber die Reaktorkatastrophe waren sie nicht gewohnt.“ In Folge der Reaktorkatastrophe mussten jedoch 200.000 Menschen ihre Heimat verlassen. „Es ist ein Heimatverlust, der so gewaltig ist, dass viele Ehen daran zerbrochen sind. Die Selbstmordrate ist hoch. Darüber wird in den Medien nichts berichtet.“

Container-Auffang-Stätten anstatt Heimat

Viele Menschen wurden in einfache Noteinrichtungen – im Regelfall Container – umgesiedelt. Wie lange sie dort leben müssen? 10 Jahre, 20 Jahre – 40 Jahre? Japaner geben nicht auf, wollen nicht ihr Gesicht verlieren. Es gibt keine exakte Statistik darüber, wie viele Ehen zerstört wurden: Die Frauen zogen weg, die Männer versuchten die Existenz zu retten und blieben, aber nach vier Jahren hatten sie dann auch noch die Partnerin verloren. Die Ehefrauen hingegen reagierten flexibler und – so muss man wohl feststellen – pragmatischer.

Entrissen aus der Heimat, losgelöst vom gemütlichen, privaten Heim und in der Existenz entwurzelt: Die Containersiedlungen erinnern an Migrantenheime oder Auffanglager von Kriegsflüchtlingen. ©Erhard Schulz, Innovation Akademie e. V.

Entrissen aus der Heimat, losgelöst vom gemütlichen, privaten Heim und in der Existenz entwurzelt: Die Containersiedlungen erinnern an Migrantenheime oder Auffanglager von Kriegsflüchtlingen. ©Erhard Schulz, Innovation Akademie e. V.

Kein Atomstrom für Veranstaltung gegen Atomstrom: TEPCO veralbert sich selbst

Wie unbelehrbar und herzlos die Betreibergesellschaft TEPCO vorgeht und wie sehr sie sich dabei der Gunst der Regierung offensichtlich sicher sein kann, zeigt auch der erste Jahrestag von Fukushima. In Tokio wurde zu einer Großveranstaltung in einem sehr hübschen Park eingeladen – viele Tausende sind gekommen und wieder überwiegend Frauen. Den Strom für die Veranstaltung musste man aus Dieselgeneratoren erzeugen, weil die örtliche Strombetreibergesellschaft, eben jene TEPCO, nicht bereit war, für diese Veranstaltung Strom zu liefern. Auf der nach oben offenen Skala von mangelnder Ethik und Moral scheint TEPCO neue Höhen anstreben zu wollen. Oder man könnte es auch belustigt so betrachten: TEPCO veralbert sich geradewegs selbst mit solchen Aktionen.

Erhard Schulz war am ersten Jahrestag dabei und erzählt, er habe eine Atmosphäre wie in Wyhl vorgefunden. Es gab folkloristische Einlagen, Fachbeiträge, Musik und jede Menge andere Kultur, eben wie damals am Kaiserstuhl: „Der Widerstand, der aus der Kraft der Kultur kommt. Dieser Widerstand ist stark verankert.“ An diesem Jahrestag war sogar das Fernsehen präsent – interessant deswegen, weil die Berichterstattung in Japan immer noch sehr, sehr spärlich ist. „Doch der Deutsche, der da spricht, sei ja nur kurz zu Besuch, da könne man ruhig darüber berichten, der ist ja bald wieder weg“, so die Einschätzung vor Ort. Die Polizeipräsenz war hoch an diesem Tag, da man die Sorge hatte, die Menschen würden zum Parlament weiterziehen, um dort zu protestieren.


„Der Widerstand ist  tief mit der Kultur verankert!“ Einladungsplakat zur damaligen Veranstaltung – ein Jahr nach dem Unglück von Fukushima. ©Erhard Schulz, Innovation Akademie e. V.

„Der Widerstand ist tief mit der Kultur verankert!“ Einladungsplakat zur damaligen Veranstaltung – ein Jahr nach dem Unglück von Fukushima. ©Erhard Schulz, Innovation Akademie e. V.

Später dann zogen tatsächlich 30.000 Menschen vor das Parlament – für die Offiziellen überraschenderweise. „Es hilft nichts, dass man in einem schönen Park demonstriert“, meint Schulz. „Man muss dorthin, wo die Politik gemacht wird.“ Während die berufstätigen Männer aufgrund der drohenden Gefahr eines Gesichtsverlustes die Proteste kaum vorantreiben, sind es vor allem die engagierten und gebildeten Frauen, die nicht nachlassen, eine andere Energiepolitik einzufordern.


Ein engagierter Bürger klärt über Fukushima und die Folgen auf. Nur selten sind die Männer so aktiv – meistens sind es die Frauen. ©Erhard Schulz, Innovation Akademie e. V.

Ein engagierter Bürger klärt über Fukushima und die Folgen auf. Nur selten sind die Männer so aktiv – meistens sind es die Frauen. ©Erhard Schulz, Innovation Akademie e. V.

Yusuhara – atomfreie Gemeinde

Während auch vier Jahre nach der Katastrophe die Regierung weiterhin jegliche Aufklärung verweigert, sich jeglichem Lernprozess widersetzt und offensichtlich in Strukturen gefangen ist, die keinerlei Umdenken erlauben, sind viele Gemeinden, die Bürger und eben auch die genannten Gouverneure viel weiter. Der Jahrestag ist deswegen ein guter Zeitpunkt, um auch mal positive Beispiele zu betrachten. Die gibt es und es sind oft kleine Gemeinden, die besonders aktiv sind, zum Beispiel Yusuhara. Die Gemeinde verfügt über einen Waldanteil von 93 Prozent, die Siedlung liegt am bzw. im Gebirge und erstreckt sich über einen Höhenunterschied von fast 1.000 Metern. Bekannt ist die Siedlung weit über Japan hinaus wegen ihres Goldenen Tempels, der jedes Jahr 1,5 Millionen Touristen in den Ort lockt – überwiegend Chinesen.

100 % autarke Energieversorgung

Obwohl der Ort sehr viele denkmalgeschützte Gebäude umfasst, sind überall auf den Dächern Photovoltaik-Anlagen zu finden, die Strom für die Selbstversorgung liefern. Die Gemeinde nutzt in gesundem Maße alles, was sie an Ressourcen hat. Durch den Höhenunterschied können im Gebirge Windkraftanlagen betrieben werden, die das Zehnfache an Strom erwirtschaften wie beispielsweise eine Anlage auf dem höchsten Berg des Schwarzwaldes, dem Feldberg, einfahren würde. Gleichzeitig kann hier – wie überall in Japan – gut Erdwärme per Geothermie erzeugt werden – natürlich wird das Wasser im regionalen Schwimmbad damit erwärmt. Und natürlich werden auch Bergbäche und Flüsse für Wasserkraftwerke eingesetzt. Eine wichtige Rolle spielt in Yusuhara auch das Holz. Es finden sich viele Holzhäuser und viele davon mit reisstrohgedeckten Dächern. Umfangreiche Wälder, vor allem mit schönen Zedernhölzern, werden für den Hausbau genutzt: Besonders das große, fünfstöckige (!) Rathaus ist komplett aus Zedernholz gestaltet und die Atmosphäre im Gebäude ist demensprechend natürlich und heimelig. Übrigens: Der gemeindeeigene Fuhrpark besteht überwiegend aus Solarfahrzeugen und natürlich gibt es überall ausreichend Solarstrom-Tankstellen.

Das positive Beispiel findet langsam Nachahmer

Holz von mittelmäßiger Qualität wird für die Aufzucht der traditionell sehr beliebten Shiitake-Pilze verwendet. Und was dann noch an Holzabfall übrig bleibt, wird als Pellets aufbereitet. In großen Säcken abgefüllt wird es den Hausbesitzern zum Verheizen als saubere Energie angeliefert. Yusuhara hat nicht nur eine hundertprozentige Autarkie bei der Energieversorgung erreicht, sondern plant auch Überschüsse dieser nachhaltigen Energie zukünftig an Nachbargemeinden abzugeben. Erfreulicherweise haben die bereits begonnen, von Yusuhara zu lernen und planen ihr eigenes Konzept der nachhaltigen und autarken Energieversorgung.

Kurzum: Es stellt sich schon die Frage, warum japanische Delegationen nach Freiburg kommen, um sich über den Widerstand gegen das Atomkraftwerk Wyhl zu informieren und über alternative Möglichkeiten der Energieerzeugung zu informieren, wenn doch perfekte Beispiele quasi vor der eigenen Haustüre zu besichtigen sind.

Dafür wiederum weiß Erhard Schulz eine Erklärung. Es sei in Japan nicht üblich, sich an Vorbildern kleinerer Gemeinden zu orientieren. Eine große Stadt verlöre quasi ihr Gesicht, wenn sie zugeben müsste, gute Beispiele von einer kleinen Nachbargemeinde abzukupfern. Ein Gesinnungswandel hat sicherlich eingesetzt, dauere aber eben seine Zeit.

Und was wäre, wenn die Bürger die Energieumstellung über eine Eigenfinanzierung, also eine Bürgerbeteiligung, anstoßen würden? Das wiederum – hat Schulz erfahren müssen – sei ein No-Go, da Japaner vom Staat erwarten, dass dieser sich um alles kümmere.

Deutsche Energiewende als Vorbild

Bleibt also die Erkenntnis: Vielleicht, ja sogar sicher, hat Fukushima die Energiewende eingeläutet. Vielleicht ist das das einzige Gute an diesem GAU. Die Energiewende wird von ein paar kleinen Gemeinden und vor allem von gebildeten, engagierten Frauen in Japan unaufhaltsam weiter vorangetrieben. Dieses Engagement ist tief mit der Kultur der Japaner verbunden, muss teilweise traditionelle Sichtweisen überwinden, wird aber am Ende zu einer atomstromfreien Gesellschaft führen. Daran werden weder Mafiastrukturen, noch Energieversorger und schon gar nicht die Regierung auf Dauer etwas ändern. Der Transformationsprozess beschleunigt sich. Es ist erfreulich, wenn die Deutsche Energiewende – mit allen Problemen, die wir diskutieren und lösen müssen – ein Vorbild für den asiatischen Raum ist.

Andreas Müller-Alwart


Autor Andreas Müller-Alwart ist selbständiger Journalist, Coach sowie Requirement Engineering Manager und er ist Mitglied in unserem Redaktions-Team. Hier geht es zu seiner Webseite 02-08-2014 10-40-44 als LOGO ohne Untertext.

Weiterführende/Ergänzende Links:


Yusuhara Wooden Bridge Museum (zeigt eindrucksvoll die Zedernholz-Baukunst)

Das fünfstöckiges Rathaus aus Zedernholz (Website ProHolz, Österreich)


Die Innovation Academy (Projekt von Erhard Schulz) in Freiburg

Bundesverband Windenergie

Bildquelle: ©Erhard Schulz, Innovation Akademie e. V. – http://www.innovation-academy.de/ 

Beitragsbild: „Die Welt sehen“ – http://pixabay.com

Zustand des Wassers

Energetisiertes Wasser – Universität lüftet Geheimnisse um Wasser

Die Entdeckung des hexagonalen Wassers

von David Rotter

Hexagonales Wasser: An der Universität Washington wurde ein vierter Zustand des Wassers entdeckt, der nicht nur chemische Anomalien, sondern auch die Wirkung von energetisiertem Wässer erklären könnte.

Vierter Aggregatzustand des Wassers entdeckt

Ein Forschungsteam an der Universität Washington könnte das Geheimnis des Wassers gelüftet haben. Das Team um Gerald Pollack entdeckte einen vierten Aggregatzustand des Wassers: Neben fest, flüssig und gasförmig konnten die Forscher einen vierten Zustand identifizieren, in dem sich die Moleküle des flüssigen Wassers zu einem hexagonalen „Kristallgitter“ anordnen.

Dieser ‚EZ-Wasser‘ genannte Zustand zeigt einige erstaunliche Eigenschaften, der unser Bild vom Wasser auf den Kopf stellen und viele langjährige Rätsel lösen könnte.

Wasser – ein Mysterium

Moleküle WasserWasser ist ein mysteriöser Stoff – und das in ganz wissenschaftlicher Hinsicht. Trotz 200 Jahren Wasser-Forschung ist es der Wissenschaft bisher nicht gelungen, das allgegenwärtige Nass wirklich zu verstehen. Die offizielle Theorie zum Wasser ist voller Löcher – den so genannten ‚chemischen Anomalien‘, die sich mit der herkömmlichen Theorie nicht zufriedenstellend erklären lassen.

Gefrierpunkt, Siedepunkt, Dichte, Oberflächenspannung – selbst bei diesen grundsätzlichen Dingen verhält sich Wasser praktisch anders, als es sich der Theorie nach rechnerisch eigentlich verhalten sollte.

Aber auch abseits der Wissenschaft ist Wasser ein faszinierender Stoff. Es ist der Ursprung und das Elixir des Lebens, der Hauptbestandteil unserer Körper und unser wichtigstes Nahrungsmittel mit weitreichenden Auswirkungen auf unsere Gesundheit.

In den letzten Jahren beschäftigten sich darum immer mehr Alternativforscher mit dem Thema Wasser als einem der wichtigsten Mittel zur Heilung von Krankheiten und zur Erhaltung der Gesundheit, woraus unzählige Systeme zur Filterung, Verwirblung und Energetisierung von Wasser hervorgingen. Bisher allerdings standen diese Dinge auf wissenschaftlich recht dünnen Beinen, was es schwer machte, die verschiedenen Verfahren wirklich einzuschätzen.

Nun stellen Forscher aus den USA eine neue Theorie des Wasser vor, die möglicherweise nicht nur die Anomalien des Wassers erklären könnte, sondern auch eine schulwissenschaftliche Grundlage für die Trinkwasserveredlung bieten könnte.

EZ-Wasser

Bulk waterDie Forscher stellten fest, dass sich Wasser in der Nähe von hydrophilen Flächen – wie überall in unserem Körper – selbstständig zu ordnen beginnt. In der Nähe der Fläche teilt sich das Wasser in zwei Schichten, wobei sich eine Schicht in eine völlig neue Form von Wasser verwandelt, die sich von herkömmlichem H20 drastisch unterscheidet.

Diese nur etwa einen viertel Millimeter dicke Zone mit dem mysteriösen Wasser wurde „Exclusion Zone“ (EZ) getauft, weil sich das Wasser in dieser Zone nicht nur ordnet, sondern faszinierender Weise auch selbst reinigt: Die EZ enthält eine sehr reine Form von Wasser, die alle gelösten Stoffe aus der EZ-Zone verdrängt. In der Nähe der Fläche bildet sich also eine Schicht völlig reinen Wassers, während alle gelösten Stoffe in die andere Schicht verdrängt werden.

Dieses Phänomen ist schon länger bekannt und es gibt zahlreiche Versuche, es mit herkömmlichen Theorien zu erklären. Pollack konnte jedoch in fast zwei Jahren Arbeit mit seinem Team alle diese Theorien als Erklärung ausschließen.

Doch damit nicht genug: Das Wasser in der EZ zeigte völlig neue Eigenschaften, wie einen veränderten elektrischen Widerstand, eine höhere, fast gel-artige Viskosität, eine starke Absorption von Infrarotlicht, einen veränderten ph-Wert und eine deutliche negative Ladung.

Hexagonales Wasser – Ein flüssiger Kristall

Hexagonales WasserErstaunt untersuchten die Forscher das „EZ-Wasser“ und stellten fest, dass es sich dabei um eine Art flüssiges Eis handelt. Die Moleküle des Wasser gaben Protonen ab und ordneten sich in einem erstaunlich stabilen, hexagonalen Gitter – eine Struktur, die auch in Eis und einigen Kristallen vorkommt. Im Gegensatz zu Eis ist diese Kristallmatrix im EZ-Wasser nicht völlig fest, aber doch stabil genug, um ihre Form zu halten und alle gelösten Stoffe zu verdrängen.

Im Gegensatz zu gewönlichem Wasser, dass aus mehr oder weniger frei herumwirbelnden H20-Molkülen besteht, die nur für Sekundenbruchteile größere Cluster bilden, war das EZ-Wasser also eine Art flüssiger Kristall von höchster Ordnung.

EZ-Wasser ist aber nicht nur besonderes Wasser, eigentlich, so musste Pollack bei näherem Hinsehen feststellen, war das Wasser in der EZ-Zone streng genommen überhaupt kein Wasser mehr. Denn das Verhältnis von Sauerstoff zu Wasserstoff betrug nicht 1:2 (H2O), wie in normalem Wasser, sondern 2:3 (H3O2), womit das EZ-Wasser auch chemisch eine völlig andere Form von Wasser darstellt.

Neben flüssig, fest und gasförmig hatten die Forscher also einen neuen Aggregatzustand des Wassers entdeckt. Dieser kommt aber nicht nur im Inneren des Körpers vor, wie sich bald herausstellte, sondern er ist eine bisher unentdeckte Zwischenform zwischen flüssigem und gefrorenem Wasser: Wasser passiert diesen EZ-Zustand also immer dann, wenn es friert oder wenn Eis schmilzt. Frisches Gletscherwasser hat darum einen extrem hohen EZ-Gehalt und dürfte darum, wie sich weiter zeigte, für den Menschen besonders gesundheitsfördernd sein.

Lebendiges Wasser

lebendiges_WasserDie Ergebnisse verblüfften die Forscher und es war relativ schnell klar, dass EZ-Wasser besonders in lebenden Organismen eine große Rolle spielen könnte.

Zunächst aber war das Rätsel zu lösen, woher das Wasser überhaupt die Energie nahm, eine solche hoch geordnete Struktur aufrecht zu erhalten. Nach einigen Versuchen war die Lösung gefunden: Aus Licht, besonders dem unsichtbaren Infrarotlicht. Wurde der Versuchsaufbau gegen Licht Strahlungen abgeschirmt, konnte sich kein EZ-Wasser bilden, mit Sonnenlicht und Infrarotlicht konnte die Bildung hingegen sogar ausgeweitet werden: Eine Bestrahlung vergrößerte die EZ-Zone um das Dreifache.

Auch dies war eine faszinierende Erkenntnis: Das Wasser speichert die Energie des Sonnenlichts in Form einer geordneten, hexagonalen Kristallstruktur. Das Wasser war nicht esoterisch sondern ganz physikalisch tatsächlich „energetisiert“.

Der Potenzialunterschied zwischen EZ-Wasser und normalem Wasser ist sogar so groß, dass er elektrisch nutzbar ist wie Pollack inzwischen zeigen konnte. Der Ladungsunterschied zwischen den beiden Zonen ist groß genug, dass er wie eine winzige Batterie funktioniert – Energie direkt aus Sonnenlicht, mit nichts weiter als Wasser.

Für den Körper spielt nicht nur die elektrische Energie, sondern vor allem die Struktur selbst eine bedeutende Rolle.

Wasser im Körper

Weil die Abstände zwischen und in unseren Zellen so klein sind, besteht das interzelluläre und intrazelluläre Wasser zu großen Teilen aus EZ-Wasser. Allein das ist schon eine Erkenntnis, die zentraler nicht sein könnte: Wasser in lebenden Organismen unterscheidet sich chemisch, strukturell und funktional deutlich von dem, was wir gewöhnlich unter Wasser verstehen. Es ist kein H20, sondern ein hoch geordnetes, kristallartiges Medium.

Pollack konnte durch seine Forschungen zeigen, dass ein Verständnis des EZ-Wassers völlig neue Perspektiven auf die Abläufe in lebenden Zellen eröffnet. Vermeintlich komplexe Funktionen der Zelle lassen sich plötzlich sehr einfach erklären, wenn man das in den Zellen enthaltene Wasser mit in den Blick nimmt.

EZ-Wasser, so die These Pollacks, ist der Motor des Lebens, der besonders die Funktion von Kapillaren, Zellmembranen und Membran-Tunneln erklärt. Aber selbst die Funktion von Proteinen, wird erst durch das Vorhandensein von geordnetem Wasser überhaupt erst wirklich beschreibbar. Wasser ist damit weit mehr als nur der Hintergrund biologischer Abläufe oder ein reines Lösungsmittel – es ist selbst ein integraler Bestandteil dieser Funktionen.

Lebendiges Wasser interagiert strukturell mit den Proteinen und Zellkörperchen. Die Idee, dass Wasser nur ein generischer Stoff mit mehr oder weniger zufälliger Struktur ist, oder dass zwei Proben Wasser grundsätzlich in ihrer Struktur und Funktion identisch wären, ist damit widerlegt – eine Tatsache die unser Verständnis biologischer Abläufe deutlich verändern könnte.

Geordnetes Wasser – Grundlage der Gesundheit?

Wenn dies so ist, so lautet Pollacks These, muss die Erhaltung von geordnetem Wasser eine zentrale körperliche Funktion sein – mit weitreichenden Konsequenzen.

„Wir wissen heute, dass die meisten Makromoleküle ohne das EZ-Wasser zusammenbrechen und ausfällen würden – sie könnten nicht einwandfrei funktionieren. Nun beruhen viele Krankheiten anerkannter Weise auf Funktionsstörungen von Proteinen oder deren Regulierungssystemen. In einem solchen Protein-zentrierten Netzwerk, kann eine Funktionsstörung also durch zwei Komponenten entstehen: durch das Protein selbst oder das EZ Wasser, welches das Protein umhüllt.“

Die Forschungen hierzu haben gerade erst begonnen und doch schon einige erstaunliche Ergebnisse gezeitigt. Pollack konnte zeigen, wie verschiedene Substanzen die Bildung von EZ-Wasser verhinderten, während andere sie begünstigten.

Was, so fragte sich Pollack, wenn man die Funktion von Proteinen allein dadurch wieder herstellen könnte, dass man das Wasser um sie herum beeinflusst? Und wie könnte das erreicht werden? Infrarotlicht und bestimmte Elektromagnetische Impulse wären die ersten naheliegenden Kandidaten, deren Wirkung das Team untersuchen möchte. EZ-Wasser, so konnte Pollack zeigen bildet sich außerdem vermehrt durch eine Zufuhr von Sauerstoff und durch die Einnahme von Antioxidantien, welche die negative Ladung des EZ-Wassers erhalten.

Der wichtigste Kandidat für die nähere Forschung liegt aber noch viel näher: unser Trinkwasser.

Energetisierende Wirbel und Heilende Quellen

Auf der Suche nach heilendem Wasser untersuchten Pollack und seine Kollegen verschiedene Wässer, denen eine besondere gesundheitliche Wirkung zugeschrieben wurde.

Während bei einigen Heilquellen vor allem der Mineralgehalt eine Rolle zu spielen schien, zeigte sich auch, dass auch der Gehalt an EZ-Wasser durchaus an den Effekten beteiligt sein könnte. Sowohl sehr reine Gletscherquellen, als auch tiefe Quellen, als auch Wasser aus Verwirblern zeigten einen besonders hohen EZ-Anteil.

Pollack konnte auch zeigen, dass die Struktur des EZ-Wassers in Modellversuchen selbst bei den PH-Werten der Magensäure intakt blieb, und vermutlich auch in vivo in dieser Form von den Geweben aufgenommen wird. Dies hat positive Auswirkungen, wie Pollack weiter zeigen konnte, da das EZ-Wasser die Zellen aufgrund seiner Ladung sehr viel effektiver hydriert, als jedes gewöhnliche Wasser.

Paradigmenwechsel?

Die Forschungen Pollacks sind in vielfacher Hinsicht faszinierend. Wasser, so scheint es, ist mehr als nur dieser nebensächliche Stoff im Hintergrund unserer biologischen Abläufe. Es ist ein Teil davon.

Es scheint fast, als hätte die bisherige Forschung hier womöglich mal wieder den Wald vor lauter Bäumen nicht gesehen. Genau wie in der Physik, wo Physiker nun erst seit einigen Jahren die Hypothese aufstellen, der Raum selbst könnte ein geordnetes Energie-Medium sein, welches die Dinge darin beeinflusst, entdeckt Pollack das Wasser wieder als einen wesentlichen Bestandteil der Biochemie. Eine faszinierende Analogie, wo Antworten plötzlich im vermeintlich leeren Raum zwischen den Dingen auftauchen, die wir seit Jahren untersuchen.

Mehr noch: Pollack ist eine wichtige Stimme im immer lauter werdenden Chor von Forschern, die feststellen, dass Wasser weit mehr ist, als in den Schulbüchern steht: Wasser kann sehr unterschiedliche Qualitäten haben, die nicht nur von den darin gelösten Stoffen abhängt, sondern auch von der Struktur des Wassers selbst.

Seine Forschung zeigt, dass Wasser in lebenden Organismen grundsätzlich verschieden ist, von jenem Wasser, das aus unserer Leitung kommt: Lebendiges Wasser ist geordnet und interagiert strukturell mit den darin befindlichen Makro-Molekülen.

Vielleicht sind wir damit einen Schritt näher an der homöopathischen Sicht, dass Wasser Informationen speichert, vielleicht aber auch nicht und diese Forschung zeigt ganz neue Wirkmechanismen des Wassers auf, die sich weit bodenständiger erklären lassen.

Quellen für Hexagonales Wasser

Bisher ist laut Pollack außer dem Entsaften von Früchten kein Verfahren bekannt, dass größere Mengen EZ-Wasser erzeugt. Die beste natürliche Quelle ist Gletscher-Wasser. Bei der Wasseraufbereitung fehlt laut Pollacks Untersuchungen der entscheidene Schritt noch. Chemische Reinheit, wie sie durch Filterung erreicht wird, ist ein erster Schritt, tatsächlich legt seine Forschung aber nahe, dass es einen Zweiten Schritt zu geben scheint, der das reine Wasser strukturell neu ordnet und in hexagonales EZ-Wasser verwandelt.

Bisher konnte Pollack nur für die Verwirbelung einen kleinen Effekt nachweisen, als ebenso effektiv sieht er aber die Bestrahlung mit Sonnenlicht oder Infrarotlicht an. Wasser in einer Karaffe in die Sonne zu stellen, hat also tatsächlich bereits einen chemisch nachweisbaren Effekt und ist nicht nur esoterische Praxis. Auch EM-Keramik oder Steine im Wasser haben einen solchen Effekt, da sich an ihren Flächen EZ-Wasser bildet.

Vielleicht, so spekuliert Pollack, wird er sich in Zukunft auch mit einer Möglichkeit beschäftigen, reines EZ-Wasser aus Leitungswasser herzustellen. Momentan steht jedoch für die Uni Washington die Forschung über die biologische Wirkung im Vordergrund, die fast täglich neue, faszinierende Erkenntnisse offenbart.


Autor: David Rotter

Text- und Grafikquellen: http://www.sein.de – Illustrationen: Ethan Pollack / Ebner and Sons Publishers

Buch zum Beitrag:

Buch_Pollak_WasserWasser – viel mehr als H2O

Gerald H. Pollack

VAK Verlag

ISBN 978-3-86731-158-8
368 Seiten,
Klappenbroschur (21 x 25 cm),
400 Fotos und Illustrationen

Wlan

WLAN: Ein unkontrolliertes Experiment

von NEXUS-Magazin

Jahrzehnte wissenschaftlicher Forschung über die schädlichen Auswirkungen elektromagnetischer Felder legen nahe, einen vorsichtigeren Umgang mit mobilen Kommunikationstechnologien zu pflegen. Das gilt besonders für Kinder und Heranwachsende, da die gefährliche Strahlung tief ins Hirn eindringen kann.

Die jahrzehntelange wissenschaftliche Erforschung des Gefahrenpotenzials elektromagnetischer Felder zeigt, dass wir Kommunikationstechnologien wie Mobilfunk und WLAN umsichtiger verwenden müssen. Gerade bei Kindern ist Vorsicht geboten, denn die schädliche Strahlung kann tief in ihr Gehirn eindringen.

Das 21. Jahrhundert ist durch die stark beschleunigte Entwicklung der drahtlosen Kommunikation gekennzeichnet. Zur elektromagnetischen Verschmutzung der Atmosphäre tragen nicht nur Radio- und Fernsehsignale bei, sondern auch Satellitenübertragungen und in neuerer Zeit die Wi-Fi-Netzwerke (WLAN). In den Vereinigten Staaten waren im Jahr 2010 bei etwas über 300 Millionen Einwohnern bereits 285 Millionen Mobiltelefone registriert. Schätzungen zufolge nutzen von den ca. sieben Milliarden Menschen auf unserem Planeten derzeit mehr als fünf Milliarden Mobiltelefone.

Vor zwei Jahren stufte die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) die im Mobilfunk verwendeten elektromagnetischen Felder als möglicherweise krebserregend ein. Dieser Artikel diskutiert die Gesundheitsgefahren elektromagnetischer Strahlung ebenso wie die fehlenden wissenschaftlichen Erkenntnisse und behördlichen Maßnahmen, die nötig sind, um das Leben auf unserem Planeten besser zu schützen.


Das Problem: Ionisierende vs. nicht-ionisierende Strahlung

Elektromagnetische Felder

Die heutige Wissenschaft legt ihr Augenmerk verstärkt auf zwei physikalische Einflussfaktoren: ionisierende und nicht-ionisierende Strahlung. Hierbei sollen gemeinsame Wirkungsmechanismen gefunden und der Nutzen für die Bevölkerung ebenso wie die Gesundheitsgefahren erforscht werden. Beiden Phänomenen gemein ist das Wort „Strahlung“. Aus der Sicht des Physikers handelt es sich dabei um zwei verschiedene Erscheinungen, die separat beschrieben werden. Dabei wird jedoch völlig vernachlässigt, dass der jeweils andere Faktor gleichzeitig vorhanden ist, dass die beiden Strahlungsarten also gemeinsam vorkommen und wirken.

Nach gängiger Auffassung ruft ionisierende Strahlung Gesundheitsschäden hervor, die durch energetische Wirkung und die dadurch resultierende Ionisation des Körpergewebes entstehen. Die Schäden treten bei Überschreitung bestimmter Grenzwerte auf und können bereits kurze Zeit nach der Bestrahlung sichtbar werden, normalerweise innerhalb einiger Stunden oder Tage. Nach jahrzehntelanger Forschung kennt die Wissenschaft heute eine Vielzahl potenziell gefährlicher Auswirkungen ionisierender Strahlung. Die Forschungsergebnisse bestätigten sich bei der Auswertung der Gesundheitsschäden, an denen die Reaktorbelegschaft und die Bevölkerung nach dem Tschernobyl-Unfall vor einem Vierteljahrhundert litten (Grigoriev, 2012a, 2012b; Sage, 2012).

Was wissen wir aber über nicht-ionisierende Strahlung? Im Grunde gar nichts. Nicht einmal das Verhalten einfacher, in der Natur vorkommender magnetischer, elektrischer und elektromagnetischer Felder (EMF) verstehen wir komplett, obwohl auch hier Forschung betrieben wird. Die Erde ist einer großen Zahl elektromagnetischer Strahlungsquellen aus dem Weltall ausgesetzt. Die bislang ausgereifteste Analyse der Evolution unserer Biosphäre aus dem Blickwinkel der Weltall-Erde-Beziehungen wurde vor langer Zeit von Chizevskii angefertigt. Vor über 45 Jahren verfasste der hervorragende sowjetische Bioelektromagnetismus-Forscher Yuri Kholodov das Buch „Man in the Magnetic Web“. Lange bevor der Mobilfunk aufkam, wies Kholodov bereits darauf hin, dass unsere Biosphäre in einen Ozean elektromagnetischer Wellen getaucht ist.

Das ist aber noch nicht das ganze Problem. Der raschen Entwicklung der Nachrichtenübermittlung durch Satelliten folgte die Einführung der Mobiltelefone und in jüngerer Zeit der WLAN-Technologie. Hierdurch haben sich die elektromagnetischen Umweltbedingungen drastisch verändert. Die gesamte Biosphäre – jeder auf der Erde lebende Organismus – ist kontinuierlich dem Einfluss elektromagnetischer Felder ausgesetzt, deren Quellen wir nicht bemerken, und deren Amplituden und Frequenzen wir nicht kennen. Zumeist beachten wir das komplexe Strahlennetzwerk gar nicht, das – neben Satelliten und Mobiltelefonen – auch von Radio- und Fernsehsendern, WLAN-Basisstationen und sonstigen drahtlosen Kommunikationsmitteln erzeugt wird.

Wo wir gerade bei den Gefahren der Wi-Fi-Technologie sind, sollten wir darauf hinweisen, dass hierzu nicht nur WLAN-fähige Mobiltelefone gehören, sondern – viel wichtiger – alle Sender und Verteiler von WLAN-Signalen, hauptsächlich Antennen, Funk-Router, und Basisstationen. An vielen öffentlichen Orten werden WLAN-Zugänge errichtet, damit wir mobil im Internet arbeiten können. Das mag verständlich klingen. Warum muss aber auch in U-Bahn-Tunneln die Versorgung sichergestellt werden? Das erfordert offensichtlich Richtstrahlung mit hoher Sendeleistung, der alle Fahrgäste ausgesetzt sind, nur damit die Nutzer von Smartphones und sonstigen WLAN-Spielzeugen bequem im Netz surfen können.

Was genau ist WLAN? Es handelt sich um eine beliebte und verbreitete Technologie, mit der elektronische Geräte drahtlos (durch Funkwellen) Daten über ein Computernetzwerk austauschen können. Dazu gehört auch Highspeed-Internet. WLAN-fähige Geräte verbinden sich mit einer Netzwerk-Ressource (z. B. dem Internet) über eine Basisstation, also einen drahtlosen Netzwerk-Zugriffspunkt. Eine solche Basisstation hat innerhalb von Gebäuden eine Reichweite von ca. 20 Metern, außerhalb ist die Reichweite deutlich größer.

Die Grafik von Nickolay Lamm zeigt, wie WLAN-Funkwellen dem menschlichen Auge erscheinen würden, wenn wir sie sehen könnten. Quelle: http://tinyurl.com/mwd9vu7


Elektromagnetische Felder in der Biosphäre

Die Wirkung nicht-ionisierender Strahlung kann – im Gegensatz zu ionisierender – so gut wie nie direkt bei der Bestrahlung (oder kurz danach) beobachtet werden. Selbst wenn wir „thermische“ Einflüsse betrachten und die spezifische Absorptionsrate (SAR) hinzuziehen, ist nachweislich immer eine gewisse Zeitspanne nötig, bis eine Wirkung eintritt (vgl. Markov, 2006).

Durch unsere langjährige Erfahrung in der Strahlenbiologie und der Bioelektromagnetismus-Forschung können wir bestätigen, dass die biologischen Auswirkungen elektromagnetischer Felder auf den menschlichen Körper keine thermischen sind. EMF müssen vielmehr aus niedrigenergetischen Gesichtspunkten betrachtet werden. Hier sind Proteinfaltungsänderungen (Konformationsänderungen) in Zellstrukturen und Einflüsse auf die biochemische Signal-Transduktions-Kaskade ebenso zu beachten wie die Ausprägung der EMF auf der Ebene wichtiger Biomoleküle. Die Auswirkungen haben vermutlich eher informatorischen Charakter, deshalb dauert es eine gewisse Zeit, bis weitere biochemische und physiologische Veränderungen anlaufen und wahrnehmbar werden (vgl. Markov, 2012).

In den späten 1970er und den 1980er Jahren kamen Diskussionen über zwei Probleme der öffentlichen Gesundheit auf: Einerseits die potenzielle Gefahr, die von niederfrequenten EMF ausgeht (z. B. aus Stromleitungen), andererseits die mobile Kommunikation, die hochfrequente EMF nutzt und eine ernste Gesundheitsgefahr für die Bevölkerung darstellt. Ein Autor wies darauf hin, dass die heutige Menschheit Teil eines globalen Experiments ist, das von der Industrie ohne jede Regulierung, Vorschrift und Kontrolle durchgeführt wird (vgl. Grigoriev, 2012b).

In den letzten beiden Jahrzehnten entwickelte sich die drahtlose Kommunikation zur am schnellsten wachsenden Technologie. Sie hat sich über die gesamte Erde verbreitet. Etwa fünf Milliarden Mobiltelefone sind registriert, in Industrieländern ebenso wie in Entwicklungsländern. Dabei sind nicht nur die Benutzer der Funktechnologie der exponentiell wachsenden Belastung durch Hochfrequenzstrahlung ausgesetzt, sondern sämtliche Bewohner des Planeten.

In öffentlichen Räumen wie Schulen, Supermärkten, Krankenhäusern und Verkehrsmitteln können wir beobachten, dass fast jeder junge Mensch ein elektronisches Gerät bei sich trägt – sei es ein Spiel oder die neueste Version eines Smartphones. Einen solchen Zivilisationsfortschritt bietet uns die heutige Industrie und Technik. Die Frage ist nur: zu welchem Preis?

Mobiltelefone senden Hochfrequenzstrahlung mit einer Energiedichte aus, die ca. zwei Milliarden mal höher ist als bei natürlich vorkommender Strahlung. Zudem sind sie so konzipiert, dass sie direkt am Kopf des Benutzers betrieben werden. Deshalb wird ein Großteil der Sendeleistung unmittelbar in den Kopf abgestrahlt. Die kleinen Mobiltelefone geben auf effektive Weise eine große Energiemenge in kleine Bereiche des Kopfes ab, wodurch sie Schäden am Gehirn verursachen können.


EMF-Emission und -Absorption

Wir möchten an der Stelle anmerken, dass dieses um sich greifende Problem nicht neu ist. Im Jahr 1995 bemerkte Robert C. Kane:

„Die heutige Praxis der Herstellerindustrie, mit vollem Wissen Produkte zu vermarkten und zu vertreiben, die dem menschlichen Körper Schaden zufügen, ist in der Geschichte der Menschheit beispiellos.“ (Kane, 2001)

Was ist der eindringlichen Aussage eines ehemaligen Chefentwicklers der Firma Motorola noch hinzuzufügen? [Kanes Buch „Cellular Telephone Russian Roulette“ steht unter http://tinyurl.com/7vymy8x komplett im Netz.]

Eine der ersten Arbeiten zur Absorption elektromagnetischer Energie wurde von Schwan und Piersol (1954) veröffentlicht. Die Autoren knüpfen darin eine Verbindung zwischen Gewebeaufbau und Strahlungsaufnahme. Wichtig hierbei: Die Zusammensetzung von Körpergewebe ist sehr komplex und unterscheidet sich von Organ zu Organ ebenso wie von Mensch zu Mensch. Aus biophysikalischer Sicht hängt die Energieabsorption auch davon ab, wie tief die Strahlung bei unterschiedlichen Sendefrequenzen in das Gewebe eindringt. Im Bereich zwischen 825 und 845 MHz liegt die Eindringtiefe zwischen 2,0 und 3,8 cm (vgl. Polk & Postow, 1986).

Vor 40 Jahren schrieb Michaelson über wiederholte Strahlenbelastung:

„Der kumulative Effekt ist so zu verstehen, dass sich die Schäden bei mehrfacher Strahlenbelastung anhäufen. Dabei ist jede einzelne Bestrahlung in der Lage, einen geringfügigen Schaden zu verursachen. Anders ausgedrückt: Eine Einzelbestrahlung kann eine unmerkliche thermische Verletzung nach sich ziehen, wobei der Körper den erlittenen Schaden selbst reparieren kann, wenn genügend Zeit (Stunden oder Tage) zur Verfügung steht. Der Schaden ist daher reversibel und geht nicht in einen auffälligen permanenten oder semipermanenten Zustand über. Kommt es innerhalb der zur Heilung nötigen Zeitspanne zu einer weiteren Strahlungseinwirkung (oder mehreren), kann der Schaden eine permanente Stufe erreichen.“ (vgl. Michaelson, 1972)

Die wiederholte Reizung eines bestimmten Gewebebereichs („Hot Spot“, z. B. ein kleiner Teil des Gehirns) kann also zu einem dauerhaften und irreparablen Defekt führen. Ein Teil des Problems liegt darin begründet, dass die betroffene Person nichts über das Eindringen der Strahlung und die damit verbundene Gefahr weiß.

Wie wir sehen, liefert uns die Wissenschaft der 1950er bis 1990er Jahre bereits grundlegende Erkenntnisse und Nachweise, dass hochfrequente elektromagnetische Felder menschlichen Organen Schaden zufügen können, insbesondere dem Gehirn. Wir haben sogar detailliertes Wissen über die Wirkung in verschiedenen Frequenzbereichen: Eine Reihe von Studien ergab, dass elektromagnetische Energie im Bereich um 900 MHz schädlicher sein kann als Strahlung im Bereich von 2.450 MHz, weil sie tiefer in organisches Gewebe eindringen und demzufolge mehr Energie in das Gewebe transportieren kann. Im Jahr 1976 schloss J. C. Lin, dass mit einer Frequenz von 918 MHz ausgestrahlte elektro­magnetische Felder bei ähnlicher Energiedichte eine größere Gefahr für das menschliche Gehirn darstellen als mit 2.450 MHz ausgestrahlte. (vgl. Lin, 1976).

SElektrosmogtudien über Diathermie-Anwendungen [„Kurzwellen-Therapie“, Anm. d. Übers.] zeigen ebenfalls übereinstimmend, dass elektromagnetische Energie bei Frequenzen um und unter 900 MHz am besten geeignet ist, tief in Hirngewebe einzudringen. Verglichen mit höheren Frequenzen ist die Eindringtiefe in diesem auch von Mobiltelefonen verwendeten Frequenzbereich deutlich größer. Tief liegendes Gewebe (z. B. das Gehirn) absorbiert die größten Energiemengen, während Fettschichten und Knochen viel weniger Energie aufnehmen (vgl. Johnson & Guy, 1972). Wichtig ist die Anmerkung, dass thermische Effekte in tief liegenden Gewebeschichten nachweislich ohne signifikante Erhitzung der Gewebeoberfläche auftreten können. Natürlich sind die Frequenzen, bei denen Diathermie- und Hyperthermie-Anwendungen (Überwärmungstherapie) die besten therapeutischen Resultate erzielen, auch diejenigen, die unter unkontrollierten Bedingungen dem Menschen am gefährlichsten werden können. Gerade die förderlichen Absorptionseigenschaften der Frequenzbereiche um 750 und 915 MHz machen also die Strahlung von Mobiltelefonen im 825–845-MHz-Band so gefährlich (vgl. Kane, 2001).


Probleme bei Standards und Richtlinien

Nun stellt sich die offensichtliche Frage: Wenn die Wissenschaft schon seit Jahrzehnten Kenntnisse über die Gefahren elektromagnetischer Strahlung hat, warum stehen solche Probleme dann nicht ganz oben auf der Prioritätenliste der heutigen Forschung? Wir möchten zwei Hauptgründe dafür nennen: die politische Macht der Industrie und das Versagen der Wissenschaftsgemeinde.

Die wichtigsten Regularien und Standards wurden vom Verband der Ingenieure für Elektrotechnik und Elektronik (IEEE) und der Internationalen Kommission für den Schutz vor nicht-ionisierender Strahlung (ICNIRP) in den Jahren 2005 und 2009 etabliert. Die beschriebenen Verfahren und die Terminologie werden von Physikern und Biologen nicht anerkannt, bleiben aber dennoch geltende Richtlinien, hauptsächlich für die Industrie.

Dass im Zusammenhang mit Hochfrequenzstrahlung über potenzielle „gesundheitliche Auswirkungen“ statt „Gesundheitsgefährdung“ gesprochen wird, kann nur verwundern. Der Begriff „Auswirkungen“ wird möglicherweise bewusst falsch verwendet, um die Bevölkerung nicht wegen der Gefahren in Unruhe zu versetzen, die mit dem Einsatz der Strahlung in der Nähe des menschlichen Gehirns einhergehen.

Wenn Ingenieure behaupten, ein über die thermische Wirkung hinausgehender Einfluss von Hochfrequenzstrahlung könne nicht belegt werden, führen sie die Wissenschaft ebenso wie die Bevölkerung in die Irre. Darauf haben wir an anderer Stelle (vgl. Markov, 2006) bereits hingewiesen. Die Möglichkeit nicht-thermischer Auswirkungen zu verneinen ist unvernünftig. Noch schlimmer ist die erwähnte Vermischung von „Auswirkungen“ und „Gefahren“. Von der Bioelektromagnetismus-Forschung wurden hunderte Abhandlungen veröffentlicht, die sich der Gentoxizität sowie den Modifikationen an der DNS und anderen wichtigen Biomolekülen widmen. In einer Arbeit von Israel, Zaryabova und Ivanova (2013) wird richtig darauf hingewiesen, dass selbst die von internationalen Ausschüssen vorgelegte Definition des thermischen Effekts nicht akkurat ist.

Epidemiologen behaupten, dass keine schlüssigen Beweise für DNS-Modifikationen vorliegen. Ebenso behaupten sie, dass es „keine überzeugenden und konsistenten Beweise für einen Zusammenhang zwischen der von Mobiltelefonen ausgehenden nicht-ionisierenden Strahlung und einem Krebsrisiko“ gebe (Boice & Tarone, 2011). Erstaunlicherweise wurde der Artikel von Boice & Tarone publiziert, nachdem die IARC Hochfrequenzstrahlung als „für Menschen möglicherweise krebserregend“ eingestuft hatte. In einem kürzlich veröffentlichten Artikel erörtert Markov (2012), wie die lange hinausgezögerte Publikation der Interphone-Daten dazu führte, dass zwei Teilnehmergruppen der Studie einander widersprechende Arbeiten veröffentlichten.

Seit über einem halben Jahrhundert arbeitet eine Gruppe bedeutender Strategen und Richtliniengestalter – darunter auch Wissenschaftler – mit dem Begriff „SAR“. Die spezifische Absorptionsrate (SAR) wird in Watt pro Kilogramm (W / kg) oder Milliwatt pro Gramm (mW / g) angegeben. Sie ist ein Maß für die Energie, die von einem gegebenen Körpergewebe absorbiert wird. D. h., sie gibt die aufgenommene Strahlungsmenge an, nicht aber die von einem Gerät ausgesendete. Die Energie-Absorption erfolgt bei verschiedenen Menschen und Organen uneinheitlich und abhängig von der Sendefrequenz. Trotzdem wird der Begriff bis heute oft als Maß für die von einer EMF-Quelle abgegebene Energie benutzt. Wie soll ein technisches Gerät aber auf solche Weise charakterisiert werden? Noch einmal: Der SAR-Wert sagt aus, wie viel Energie von einem Gramm Körpergewebe aufgenommen wird.

Die unsachgemäße Verwendung des SAR-Begriffs spielt den Befürwortern der WLAN-Technologie in die Hände und ist für die Gerätehersteller von besonderem Vorteil. Stets bekräftigen sie, dass keine Erhitzung von Hirngewebe durch Hochfrequenz-EMF stattfinde und daher keine Gefahr für das menschliche Gehirn bestehe. Dabei vernachlässigen sie komplett, dass die meisten biologischen Auswirkungen nicht-thermisch sind. Wir sind davon überzeugt, dass die Sicherheitsrichtlinien unter Einbeziehung der Energieabsorption neu formuliert werden müssen.


WLAN und Mobiltelefone: Auswirkungen auf Kinder

Jeder – vom Baby bis zum Rentner – ist einer großen Zahl verschiedenartiger elektromagnetischer Felder ausgesetzt. Ein Großteil dieser Menschen ist an mobiler Kommunikation nicht interessiert. Besonders für Kinder sind die Strahlen gefährlich – viele von ihnen benutzen schon in sehr jungen Jahren Mobiltelefone ohne jede elterliche Kontrolle. Nachfolgend erläutern wir die Gefahren, die hochfrequente elektromagnetische Felder für den Teil der Bevölkerung mit sich bringen, der drahtlose Kommunikationsmittel am häufigsten verwendet: Kinder und junge Erwachsene.

Quelle: „Humanity At The Brink“. Wi-Fi-Report von Barrie Trower. http://rense.com/general96/trower.html

Bei der Risikobewertung müssen wir uns in erster Linie auf das sensible Gehirn konzentrieren, das sich bei Kindern noch in der Entwicklung befindet. Durch die Verwendung von Mobiltelefonen sind Kinder täglich und über Jahre hinweg elektromagnetischen Feldern ausgesetzt. Das hat auch Auswirkungen auf die komplexen Nervenstrukturen im Innenohr, die für das Gehör verantwortlich sind und gleichzeitig das vestibuläre System (Gleichgewichtsorgan) bilden (vgl. Grigoriev, 2006a, 2006b, 2012b).

Zum ersten Mal in der Geschichte unserer Zivilisation werden kritisch wichtige Organe des menschlichen Körpers – das Gehirn und die Nervenstrukturen im Innenohr – komplexen EMF unbekannter Stärke ausgesetzt. Aus physiologischen Gründen nimmt das Gehirn eines Kindes mehr hochfrequente elektromagnetische Strahlung auf als das eines Erwachsenen. Davon sind auch Hirnregionen betroffen, die für die intellektuelle Entwicklung verantwortlich sind. Kürzlich wurden Daten über den schädlichen Einfluss elektromagnetischer Felder auf die kognitiven Funktionen des Gehirns veröffentlicht (vgl. Grigoriev, 2012b). Zusätzlich muss beachtet werden, dass Kinder – wie von Divan, Kheifets und Obel (2008) gezeigt – bereits während der embryonalen Entwicklung elektromagnetischen Einflüssen ausgesetzt sein können.

An dieser Stelle ist es zweckmäßig, die Position der Weltgesundheitsorganisation WHO darzulegen:

„Kinder unterscheiden sich von Erwachsenen […]. Sie sind in besonderem Maße gefährdet. Während ihrer Wachstums- und Entwicklungsphase entstehen „Anfälligkeitsfenster“ – Phasen, in denen ihre Organe besonders empfindlich für bestimmte Umwelteinflüsse sein können.“ (vgl. WHO, 2003)

Leider stehen uns keine ausreichenden wissenschaftlichen Daten zur Bewertung der Gefahren zur Verfügung, die von mobiler Kommunikation ausgehen. Niemand hat bisher umfassend untersucht, welche Schäden während der Entwicklungsphase am kindlichen Gehirn entstehen können (vgl. Markov, 2012). Studien zu langfristigen Schädigungen der Hirnfunktionen bei Kindern, die kontinuierlicher Bestrahlung durch hochfrequente EMF ausgesetzt sind, liegen überhaupt nicht vor. Deshalb sollten wir bei dem Thema bei Null beginnen. Leider reagieren die verantwortlichen internationalen Organisationen und Behörden nur langsam auf das rasche Technologiewachstum. Sie vernachlässigen im Prinzip vollständig die Gefahren, denen Kinder beim mobilen Telefonieren ausgesetzt sind (vgl. Grigoriev, 2008; Markov, 2012).

Vor über zehn Jahren bezeichnete einer der Teilnehmer der WHO-Konferenz zur Harmonisierung von Standards die Vernachlässigung der von hochfrequenten EMF ausgehenden Gefahren für Kinder als Verbrechen gegen die Menschlichkeit (vgl. Markov, 2001).


Aufruf an Wissenschaftler und Ingenieure

Bei ionisierender Strahlung besteht in jedem Fall ein Zusammenhang zwischen der Strahlendosis und der Wirkung. Bei nicht-ionisierender Strahlung hingegen existiert grundsätzlich kein Schwellenwert, ab dem Auswirkungen zu beobachten sind. Zusätzlich benötigen die Effekte Zeit, um sich zu entwickeln, und werden eventuell durch verschiedene Faktoren abgeschwächt oder verstärkt (Grigoriev, 2006a, 2006b).

Unglücklicherweise haben Wissenschaftler, Politiker und Gesetzgeber die Langzeitwirkungen nicht-ionisierender Strahlung (oft aus mehreren Quellen gleichzeitig) bisher unterschätzt. Im Jahr 2003 veröffentlichte die IEEE eine Richtlinie, laut der nur der thermische Effekt biologische Auswirkungen nach sich zieht (Cho & D’Andrea, 2003). Keine Erwärmung – keine Wirkung. Die Richtlinie kommt der Industrie sehr gelegen, steht aber einer wissenschaftlichen Beurteilung der gesundheitlichen Aspekte im Weg. Wir meinen, dass die Wissenschaft stärker daran arbeiten muss, die potenziellen Gefahren zu erforschen, die dem menschlichen Organismus durch mobile Kommunikation drohen.

In dieser Hinsicht ist es wichtig, nochmals zu betonen, dass die IARC hochfrequente elektromagnetische Felder als möglicherweise krebserregend eingestuft hat (Gefahrenklasse 2B). Vor weniger als zwei Jahren änderte diese wichtige internationale Behörde ihre Einstufung von „keine schlüssigen Beweise für eine Gesundheitsgefährdung“ auf „möglicherweise krebserregend“. Die ICNIRP bekräftigt jedoch weiterhin:

„Die sich anhäufenden Belege sprechen tendenziell gegen die Hypothese, dass die Verwendung von Mobiltelefonen bei Erwachsenen Hirntumoren verursachen kann.“ (vgl. Boice & Tarone, 2011)

Damit stellt sich die Frage, warum die ICNIRP eine solche Haltung einnimmt. Wir möchten zwei verschiedene, sich letztlich ergänzende Antworten geben. Erstens: Der größte Teil der Finanzausstattung der ICNIRP kommt von der Industrie. Und zweitens (wichtiger): Die meisten Mitglieder der ICNIRP sind Ingenieure und Techniker, in deren Augen nur thermische Effekte relevant sind.

Es ist Zeit, dass Wissenschaftler – besonders Strahlenbiologen und Bioelektromagnetismus-Forscher – endlich ihre Stimme erheben. Es ist Zeit, die potenziellen Gefahren der immer stärker werdenden Hintergrundstrahlung für die menschliche Gesundheit zu erkennen und zu bewerten. Die Entwicklung der Nuklearmedizin und der Kernenergie hebt das Strahlungsniveau auf dem gesamten Planeten zusätzlich an, wobei die Auswirkungen der Katastrophen von Tschernobyl und Fukushima noch gar nicht eingerechnet sind (vgl. Akahane et al., 2012; Grigoriev, 2012c).


Schlussbemerkungen

Abschließend möchten wir Folgendes hervorheben:

  1. Aus verschiedenen Gründen wurden in den vergangenen 60 Jahren Methoden entwickelt, mit denen die von ionisierender Strahlung ausgehenden Gefahren eingeschätzt und abgewehrt werden können.
  2. Die Problematik der nicht-ionisierenden Strahlung wird erst seit kürzerer Zeit erforscht. Die Richtlinien zum Strahlenschutz weichen in verschiedenen Ländern erheblich voneinander ab. Der Grund hierfür ist, dass sie z. B. in Nordamerika durch Berechnungen von Ingenieuren und Technikern erstellt werden, in der ehemaligen Sowjetunion und den Ländern Osteuropas hingegen nach biologischen Kriterien. Trotz aller Anstrengungen der WHO, die Standards zu harmonisieren, bleibt dabei die tatsächliche Umweltverschmutzung durch nicht-ionisierende Strahlung bis heute unberücksichtigt.
  3. Ein Vergleich beider Strahlungsarten zeigt: Dass die gesamte Bevölkerung kontinuierlich und unkontrolliert niedrigenergetischen EMF ausgesetzt ist, stellt inzwischen ein ernsteres Problem für die Menschheit dar als die ionisierende Strahlung, deren Quellen örtlich bekannt sind und unter strenger Kontrolle stehen.
  4. Durch die allgegenwärtige Verwendung von Mobiltelefonen sind erstmals in der Geschichte der Menschheit Kinder schädlicher nicht-ionisierender Strahlung ausgesetzt. Selbst wenn die Strahlendosis nicht größer ist als bei Erwachsenen, sind Kinder wegen ihrer Körpergröße und physiologischen Entwicklung potenziell stärker gefährdet. Die Gefährdung ist möglicherweise mit der einiger Berufsgruppen vergleichbar.
  5. Anfang des Jahres 2012 beschloss das Europäische Parlament mit 512 zu 16 Stimmen, die EU-Mitgliedsstaaten anzuhalten, strengere Grenzwerte für die von Mobiltelefonen und WLAN-Geräten ausgehende Strahlung festzulegen, und dabei Kinder als sensibelste Bevölkerungsgruppe besonders zu berücksichtigen.
  6. Wissenschaftler und Mediziner sind in der Pflicht, ihre Stimme zu erheben: Die Gesundheitsorganisationen und die für Standards und Regulierungen verantwortlichen Behörden müssen dringend Empfehlungen formulieren und tätig werden, um die Bevölkerung und besonders die Kinder zu schützen.
  7. Wir sollten den Wissenschaftlern, Politikern und der Bevölkerung nicht mehr erzählen, dass WLAN harmlos sei.
  8. Wir sollten ehrlich sein und zugeben, dass wir nicht wissen, welche Langzeitwirkungen genau eintreten können.

Anmerkung der Redaktion

Der vorliegende Artikel ist eine gekürzte und bearbeitete Version der Abhandlung „Wi-Fi technology: an uncontrolled global experiment on the health of mankind“, veröffentlicht in Electromagnetic Biology and Medicine (Juni 2013; 32(2):200–208) und herausgegeben von Informa UK Ltd. Der komplette Artikel kann bei Informa Healthcare unter http://tinyurl.com/pj25odw heruntergeladen werden [für US$ 43, Anm. d. Übers.].


Autoren:

Dr. Yuri G. Grigoriev ist Vorsitzender des Russischen Nationalkomitees zum Schutz gegen nicht-ionisierende Strahlung sowie Mitglied der Russischen Akademie für Elektro-Ingenieurswissenschaften, des Internationalen Ratgeberkomitees der EMF-Gruppe der WHO und des Verbands der Ingenieure für Elektrotechnik und Elektronik (IEEE).

Der Biophysiker Dr. Marko Markov ist Präsident der Organisation „Research International“ in Williamsville, New York, USA. Es ist auch Mitglied des wissenschaftlichen Beratergremiums der Nura Life Sciences Corporation.

Dieser Artikel erschien zuerst im NEXUS-Magazinzum Artikel

Interessant hierzu ist auch diese Abhandlung von Roman Schmitt

Literaturnachweis:

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Bild- und Grafikquellen:

  1. Beitragsbild: «Wlan» – www.pixabay.com
  2. «Elektromagnetische Felder» – Portal Gefährdungsbeurteilung
  3. «Elektrosmog» – earth-energy.at
Zusammenbruch

Collapse – Über den Zusammenbruch der Wirtschaft

Michael C. Ruppert hat im September 2009 seinen aufrüttelnden Dokumentarfilm „Collapse“ vorgestellt, der beim „Toronto International Film Festival 2009“ Premiere feierte und dort bereits überaus positive Kritiken erhielt. Regisseur ist Chris Smith, Buch und Darsteller Michael (kurz Mike) Ruppert, der sein Weltbild dokumentiert. Der Film wurde erstmals in Deutschland auf der 60. Berlinale im Februar 2010 gezeigt.

Michael_C_Ruppert_Collapse_From_The_Wilderness_Peak_Oil_Oelfoerdermaximum_fossile_Energien_Derivate_Zineszins_Wachstumsparadigma_Nachhaltigkeit_bumpy_plateau_Elisabeth_Kuebler_RossMichael C. Ruppert (auch Mike Ruppert; * 3. Februar 1951 in Washington, D.C.), ist ein ehemaliger LAPD Police officer (Drogenfahnder). Den Dienst quittierte er 1978 nach Schikanen und Todesdrohungen, als er den Drogenschmuggel durch die CIA aufdeckte und sich konsequent weigerte, Teil dieser kriminellen Machenschaften zu werden. Seine Erkenntnisse und Vorwürfe sollten sich erst viele Jahre später durch offizielle Regierungsunterlagen bestätigten. Ruppert arbeitete weiter als freier investigativer Journalist, whistleblower, Buchautor, Gründer und Chefredakteur von „From The Wilderness“, einer bekannten politischen Internetseite in den USA. Die Webpräsenz und der zugehörige Newsletter beschäftigten sich von 1988 bis Ende 2006 vor allem mit der journalistischen Aufdeckung von staatlichen verdeckten Operationen und der Hintergrundanalyse politischer Ereignisse.

Was 2006 geschah und warum Michael Ruppert mit seiner Webseite ‚From the Wilderness‘ aufhörte, war ein Skandal und bezeichnend für das korrupte, bösartige US-amerikanische politische System und dem Geheimdienst CIA. Über Nacht war die CIA in sein Office eingedrungen und hatte alles kurz und klein geschlagen, natürlich in erster Linie alle Computer, aus denen sie sicherheitshalber auch noch die Harddisks rausgerissen hatten. Das Büro wurde förmlich wie nach einem Bombeneinschlag verwüstet.  Michael wusste, was die Uhr geschlagen hatte und rannte um sein Leben. Sein Freund Stan Goff gab ihm 1000 Dollar und Michael bestieg das nächste Flugzeug nach Venezuela.

Dies ist wohl der erste Beweis dafür, dass Michael nicht über ‚lächerliche Konspirationstheorien‘ schrieb. Und der zweite ist, dass er mit Stan Goff befreundet war, der in der US-Armee diente und zuletzt an Westpoint (die Spitzen-Militärakademie der USA) ‚Strategie und Taktik‘ unterrichtete, bevor er die Brocken hinschmiss, als er sich zu einem glänzenden Marxisten entwickelt hatte. Stan Goff hat schon wenige Wochen nach 9/11 die offizielle Story von Washington als kompletten Unsinn entlarvt. Eine Auffassung, der sich inzwischen tausende und aber tausende von Experten, Wissenschaftlern jeder Art bis hin zu den Spitzenkräften für Demolierung von Hochhäusern angeschlossen haben. Von wegen Konspiration!

Die einzigen, die ständig und immer Konspirationen gegen das Volk ausbrüten sind die Regierungen. Und die einfach in ihre Trickkiste greifen, um gegen jene, von denen die Wahrheit enthüllt wird, den Bann ‚Konspirationstheoretiker‘ schleudern.

In Venezuela fand sich Ruppert nicht zurecht, zumal er die Sprache nicht konnte, fiel in eine tiefe Depression und wurde krank. Zog dann nach Kanada, wo er nach Jahren endlich genas. Obwohl er 2006 gesagt hatte, er werde sich nie mehr mit Politik beschäftigen, konnte er es halt doch nicht lassen. Aber was er um sich herum sah und hörte, trug nicht gerade dazu bei, Lebensfreude zu wecken. Das wissen wir alle, die wir uns mit dem gegenwärtigen Zustand der Dinge beschäftigen.

Lest, was Michael Ruppert gesagt und geschrieben hat und urteilt selbst. Es hat sich doch alles als wahr herausgestellt.

Ruppert zog sich aus dem öffentlichen Leben und von den meisten Freunde zurück, zahlte seine offenen Rechnungen, gab weg was er hatte und verließ die „saubere Welt“ Kaliforniens vor er zwischenzeitlich wohnte. Er konnte und wollte nicht mehr länger „funktionieren“ und publizistisch auf die Probleme dieser Welt hinweisen. Ihm war kalt, er fühlte sich krank, resigniert, depressiv, „all messed up“ und „facing to death“. Seit August 2012 lebt Ruppert mit seinem Hund Rags in bescheidenen Verhältnissen in Moffat / CO, wird aber lt. einer Aussage vom 2.2.2014 in Kürze ein paar Meilen weiter nach Crestone im San Luis Valley, 4-5 Meilen vom „Great Sand Dunes National Park and Preserve“ im Süden Colorados, ziehen. Dort unterhält er einen innigen Kontakt zu einer Gruppe spiritueller Menschen namens „The Singing Stone„, die für ihn Freunde und Familie sind und Inspiration und Energie geben.

Mike macht als Singer/Songwriter mit der Band „New White Trash“ Musik, moderiert einmal die Woche eine 1-stündige Radioshow „Lifeboat Hour radio show“ und hat weiterhin den Blick auf die irrationalen, selbstzerstörerischen Verhaltensweisen der Spezies homo sapiens und die wirklichen Bedrohungen der Menschheit gerichtet, die er dank klaren Verstandes und fundiertem Wissen analysiert und erschreckend eindeutig benennt.

Ruppert beschäftigt sich in einem aufrüttelnden und nicht ganz emotionsfreien 80-minütigen Interview mit einer Vielzahl von Themen, die ich für Euch zunächst in Schlagworten mitgeschrieben habe. Diese sollen Euch aber nur als Einstieg dienen und auf das vorbereiten, was ihr in der großartigen Doku erwarten dürft.

Thomas Jefferson: „In jeder der Generation ist eine Revolution nötig“. Wir sind faul geworden. Eine Revolution ist unserem Denken ist längst überfällig. Sie muß in Geist und Seele stattfinden.

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Arktis und die Polarkappen, verschiedene Bilanzierungsbegriffe, Energie effizienter nutze, Wachstum, Konsum der 70er und 80er, Ethanol ist ein Witz, Nettoenergiekonzept, Strom ist keine Energiequelle, Strom entsteht durch Verbrennen oder nutzen anderer Energiequellen, Elektrizität, Windparkprobleme, lächerliche Werbespots

Nährstoffe im Boden, Fruchtwechsel, Gleichgewicht, Spezies Mensch hat sich von der Erde entfremdet, Kunstdünger, Bewässerungsanlagen, Pestizide, Nahrungsmittel sind sehr kohlenwasserstoffintensiv ..

über 109 mysteriöse Todesfälle oder Selbstmorde beim US-Militär, Enthüllungen der CIA-Verstrickungen und Drogenhandel, CNN hat gelogen, ..

Raus aus den Schulden, weg von Kreditkartenbelastungen, Derivate, Hokuspokus um das heilige Geld, Geldschöpfung, Zinseszins, Wachstumsparadigma, Schneeballsystem, Darwinismus ..

Volkswirtschaften brechen zusammen, Vorhang der Verzweiflung, ein Paradigma ist das was man von etwas denkt bevor man darüber nachdenkt, Weltbevölkerungswachstum, Insolvenz des Einlagensicherungsfonds, „bumpy plateau“, Paradigmenwechsel solange Infrastruktur noch besteht, Überleben in der Übergangsphase, Situationsanalyse vor Ort, neues Denkmuster, das größte Hindernis des kritischen Denkens ist das Ernstnehmen von Massenmedien ..

Elisabeth Kübler-Ross (schweizerisch-US-amerikanische Psychiaterin), 5 Trauerphasen nach einer überwältigenden lebensverändernden Situation: das Nichtwahrhabenwollen,  Zorn (Menschen haben die Schwelle zur Zornphase gerade erst überschritten, nur destruktiver Zorn möglich), Verhandeln, Depression (das Bewußtwerden) und die Akzeptanz ..

Alle Aspekte menschlicher Existenz liegen offen auf dem Tisch. Sämtliche Parteien sind nicht mehr zeitgemäß. Sie alle sind Produkte vergangener Jahrhunderte. Die Menschheit braucht sich nicht mehr um Ideologien zu sorgen, nur noch darum wie sie überlebt. Kapitalismus, Sozialismus und Kommunismus sind alles Begriffe die direkt in die Tonne getreten werden können, da sie alle basierend auf der Annahme unendlicher Ressourcen entstanden. Nicht eine einzige dieser Ideologien, die nichts als tote Dinosaurier, archaische Fossilien und deshalb irrelevant für unsere Lebensform sind, berücksichtigen, daß  Wachstum, Ressourcen und Planet im Gleichgewicht sein müssen.

Nichts wächst ewig. Unendliches Wachstum gibt es nicht, der Mensch muß sich weiterentwickeln. Die Liebe zum Geld ist die Wurzel allen Übels. Das ist die fundamentale Wahrheit.

Mike Ruppert erschoss sich Sonntag Nacht, 13. April 2014, nachdem er seine „Lifeboat Hour radio show“ aufgenommen hatte. Sein Tod wurde am Montag abend auf Facebook von seiner Mitarbeiterin und Autorin Carolyn Baker bekannt gegeben, die ihren Anhängern versicherte, dass Rupperts Tod kein „Schein-Selbstmord“ war.

„Er war sehr gut von Mike geplant, der uns nur wenige Hinweise gab, aber genaue Anweisungen, wie wir ohne ihn weitermachen sollten,“ sagte Baker, die beim letzten Programm zu Gast war und die Rupperts kommende Radio Show in Memoriam moderieren wird.


Link zur Doku mit deutscher Übersetzung – weiter

Link zur engl.-sprachigen Originalversion des Interviewsweiter

Elisabeth Kübler-Ross (schweizerisch-US-amerikanische Psychiaterin) bei Wikipedia – weiter

Beitragsbild: «Zusammenbruch» – www.pixabay.com

Dieser Beitrag wurde uns zur Verfügung gestellt von Kritisches Netzwerk

 

 

 

Digitalisierung Digital

Die Digitalisierung des Informationsflusses

von Guido Vobig

Die Überschrift taugt wahrscheinlich nicht als Aufmerksamkeitserhascher, sie umschreibt aber das nun Folgende in aller Kürze. Es geht mal wieder um Probleme und allen voran um ein PROBLEM.

Um ein Problem zu lösen bedarf es der Bewusstwerdung des Problems an sich, mitsamt der begleitenden Problematik, ausgehend vom Ursprung des Problems. Um aber das PROBLEM zu lösen, dessen Bewusstwerdung durch das bisherige Leben als Ganzes verkörpert wird, bedarf es für jene, die das PROBLEM nicht als solches wahrnehmen, einer Analogie aus ihrem alltäglichen Umfeld, um sich der realisierten Problematik auf anderem Wege bewusst(er) zu werden … was allerdings nicht von vornherein erfolgsversprechend ist, wie es alltäglich, zum Beispiel, am Beispiel der Kinderkrankheiten in den Massenmedien deutlich wird. Doch ist der realisierte Alltag nur die Karte des wirklichen Terrains und mit alltäglichen Werkzeugen wortgewandter Beschreibungen nicht direkt vermittelbar. Dass die Masse der modernen Menschen, Zivilisationen genannt, sich als sehr fortschrittlich ansieht, zeugt indes vom Trägheitswiderstand der Wirklichkeit, und damit der Wahrheit, unmittelbar ins Auge sehen zu wollen, zeigt sich dieser Widerstand doch zunehmend als jene Strukturen, welche der technologische Fortschritt, seit der Sesshaftigkeit der Menschheit, ermöglicht(e).

Doch kommen wir zu besagter Analogie, die (vielleicht) darzulegen vermag, warum die Masse der Menschen mehr und mehr der Digitalisierung des Lebens verfällt und statt all der Wegweiser, die den Lösungsweg des PROBLEMS, immer zahlreicher werdend, säumen, in der Digitalisierung selbst die Lösung unserer Probleme sieht, so als könnte man mit immer mehr Daten, die ein Symptom beschreiben, die eigentliche Krankheit heilen. Diese Analogie ist weitverbreitet und dem modernen Menschen sehr vertraut, zumal sie ihn inzwischen auf Schritt und Tritt begleiten kann. Gemeint ist die Musik.

Der Vergleich eines einmaligen Konzerterlebnisses mit einer Schallplattenaufnahme des Konzerts und einer mp3-Datei desselben Konzerts soll aufzeigen, was die Digitalisierung wirklich im Schilde führt und warum viele Menschen meinen, dass sich mit dieser Digitalisierung die Lösungen vieler aktueller Probleme realisieren lassen, wie es zum Beispiel im hier verlinkten Loblied auf das sogenannte Internet der Dinge vermittelt wird. Auch die erhoffte Vereinfachung unseres Alltags durch Smartphones oder Unternehmen wie Smart Things begeht selbigen (Irr)Weg, parallel zum Lösungsweg des PROBLEMS verlaufend, aber die Bewusstwerdung der eigentlichen Problematik eher durch weitere Realisierungen geistreicher Ideen ersetzend, vielmehr eigene Möglichkeiten in den Vordergrund stellend und das All-Gemeine vernachlässigend … was durchaus zu manch einem Horrortrip werden kann.

Konzert

  • das Konzert ist live und beinhaltet alle Schwingungen, die bewusst, wie unbewusst und unterbewusst wirken,
  • ein selbst erlebtes Konzert ist einmalig,
  • es hat einen eigenen Rahmen und erschafft somit einen eigenen Kontext,
  • dieser Rahmen bzw. Kontext beinhaltet alle Möglichkeiten der Augenblicke der Darbietung,
  • das Konzert ist die Quelle, in der sämtliche Erinnerungen an dieses Konzert wurzeln, wenn man denn vor Ort zugegen war.

Schallplatte

  • die Aufnahme ist analog und entspricht einer Reduzierung der Schwingungen des Konzerts selbst,
  • die Plattenaufnahme des Konzerts kann beliebig oft abgespielt werden,
  • die Musik kann kontextunabhängig in anderen Kontexten, sprich, häuslichen Umgebungen, abgerufen werden, zu beliebigen Zeiten,
  • die Platte beinhaltet alle Möglichkeiten des Aufnahmemediums und bedient das Erinnerungsvermögen bzw. Vorstellungsvermögen des jeweiligen Hörers der Platte,
  • die Platte vermittelt nur einen Bruchteil des Rahmens des Konzerts und stellt diese Bruchteile denen zur Verfügung, in deren Besitz sich eine derartige Platte befindet.

mp3-Datei

  • die Aufnahme ist digital und somit frei von Schwingungen
  • im Grunde gilt für eine mp3-Datei des gesamten Konzerts, was für die Schallplatte gilt, aber eine mp3-Datei, sprich, die Digitalisierung der analogen Plattenaufnahme, ermöglicht, was der Schallplatte, zum einen, nicht möglich und, zum anderen, nicht in einem solchen Ausmaß möglich ist, nämlich:
    • das beliebige Kopieren, Zerlegen und Verändern des Konzertmitschnitts (!),
    • die Schaffung völlig neuer Kontexte und die Manipulation des Originals dahingehend, dass die Atmosphäre verändert werden kann, um vorzugeben, was nicht direkt während des Konzerts geschehen ist,
    • woraus sich für Andere Möglichkeiten ergeben, die jene, die vor Ort waren und das Konzert direkt erlebt haben, so nicht erleben konnten.

Der Informationsfluss, der sich demjenigen, der vor Ort war, bot, und somit der Quelle der Exformation entspringt, in Form des gesamten Konzerts, inklusive, zum Beispiel, der Vorfreude auf und der Anreise zum Konzert, wird somit, über die Möglichkeiten der analogen Schallplatte, hin zu den Möglichkeiten der digitalen mp3-Datei, auf umso mehr voneinander unabhängige Kanäle gelenkt, je mehr Kopien des Originals einen Hörer erreichen. Je mehr Verbreitung die Kopien erfahren und je mehr einzelne Kopien von der Exformation des Originals abweichen, desto mehr geht die Bindung an das Original verloren, wobei die Beschleunigung dieser Entbindung, durch die Digitalisierung selbst, die Möglichkeiten der Entfremdung vom Ursprünglichen fördert, bedingt durch neue Kontexte, in denen die Kopie gehört werden kann, denn einen Plattenspieler führt(e) man in der Regel selten mit sich.

Sicherlich ist die Musik des Konzerts in allen drei Fällen gleich … und doch ist das, was sie jeweils zu vermitteln vermag, in allen drei Fällen ganz verschieden, denn je mehr Hörer nicht direkt vor Ort waren, desto mehr verschiedene Vorstellungen entstehen von diesem Konzert in der Summe aller Zuhörer, inklusive derer, die vor Ort waren. Oder ganz anders ausgedrückt: die Digitalisierung lässt aus dem wirklichen Ereignis bzw. Erlebnis vor Ort ein Mehrspaltexperiment hervorgehen, in Anlehnung an das berühmte Doppelspaltexperiment der Quantenmechanik.

Das wird umso deutlicher, wenn man sich mal bildhaft macht, was mit der Exformation des Konzerts geschieht, wenn sie vom Ursprung entfremdet und auf Schallplatte gepresst bzw. in eine mp3-Datei umgewandelt wird:

konzert

Schallplatte

mp3 Datei

Letzteres zeigt die sprichwörtliche Quadratur des Kreises, sprich, den Versuch, das gesamte Konzert, inklusive der Vorfreude, der Vorbereitungen, der Atmospäre, des Gemeinschaftsgefühls, der Emotionen, …, und damit die Exformation zu digitalisieren. Digitalisierung ist stets der Versuch einer Annäherung an das Original mit den jeweils aktuellen Möglichkeiten des technologischen Fortschritts, was sich in diesem Fall als Auflösungsvermögen zeigt, worin sich aber auch das Maß der Entfremdung aller Hörer vom Original widerspiegelt, denn die Erhöhung des Auflösungsvermögens der digitalen Technik und ihres Mediums (z. B. mp3-Datei) hat nichts mit dem Vermögen gemein das eingangs erwähnte PROBLEM auflösen zu können. Ganz im Gegenteil.

Das Zerhacken des Informationsflusses durch uns Menschen in eine Aneinanderreihung von Spalten ist typisch für die Gestaltung unserer Welt, weil das Fließende (Wellen) durch immer mehr Spalten (zunehmendes Auflösungsvermögen) in immer mehr verschiedene Einzelbilder (Teilchen) verdichtet wird, schließlich verinnerlichen wir die Digitalisierung inzwischen derart, dass immer mehr Bereiche des alltäglichen Lebens durch die Mehrspaltigkeit unserer Wahrnehmung geschickt werden.

Was geschieht aber, wenn Konzerte durch Kriegsschauplätze ersetzt werden, oder durch andere weitreichende Ereignisse, die von manchen direkt am eigenen Leib erlebt und von vielen anderen durch verschiedene Medien später nachgelebt werden, ohne die Exformation aller Augenblicke, die das Ereignis im Original letztendlich in seiner gesamten Tiefe ausmachen? Wie kann man vom Digitalisieren Lösungen für Probleme erwarten, wenn der Digitalisierung gar keine Informationen darüber zur Verfügung stehen, was der Ursprung des Problems ist, weil die Wurzeln zum Ursprung zwischen den Spalten verschwunden sind und sich zunehmend Oberflächligkeit breit macht?

In der Natur dagegen (oh Wunder, Cradle-to-Cradle genannt) gibt es keine derartigen Spalten und erst recht keine Spalter. Schickt man einen Informationsfluss durch die Wildnis, dann kommt dabei etwas ganz ANDERES heraus, als wie wenn man einen Informationsfluss durch die zahlreichen Realisierungen menschlicher Mehrspaltexperimente schickt. Anbei ein paar Beispiele:

StonehengeStonehenge

MonokulturApps für Tablets und Smartphones

StatistikStatistiken jeglicher Art

MessenMessergebnisse von Messgeräten

SchrankSchränke voller Schubladen in den Köpfen vieler Menschen

MonokulturMonokulturen in der Landwirtschaft

MetropoleMetropolen der Welt

Alle Beispiele sind nicht in der natürlichen Ordnung zugegen und nicht Teil aller ANDEREN Lebewesen und deren Lebensgemeinschaften. Somit kann in der Anwendung derartiger Herangehensweisen kein Problem gelöst werden, welches das Verhältnis von uns EINEN, uns Menschen, zu den ANDEREN, der Natur, betrifft und damit auch nicht das PROBLEM an sich. Deshalb können wir Menschen auch keine Probleme untereinander lösen, solange kein Bewusstsein für dieses eine PROBLEM besteht. Wir, mal ganz allgemein gesprochen, modernen Spalter spalten das Fließende in verschiedene Kanäle … und sei es nur der linke und der rechte Kanal einer Stereoaufnahme … oder in fünf, wenn nicht gar in sieben, Kanäle einer modernen, digitalen Surroundanlage, um den realistischen (!) Eindruck zu gewinnen, man säße irgendwo mitten in einem Konzert, welches man selbst jedoch nicht selbst direkt vor Ort besucht hat …

Smartphones, in deren Entwicklung sich das Auflösungsvermögen des Fortschritts in der Bandbreite der Übertragung äußert, werden somit auch kein Bewusstsein für das PROBLEM und auch nicht für den Ursprung vieler anderer Probleme hervorbringen können. Genauso wenig, wie das Internet der Dinge und die eingangs erwähnte Unternehmung Smart Things. Für den Lösungsweg all dieser Probleme wird etwas anderes notwendig werden, um, in der Tat, nicht als Horrortrip zu enden … Needful Things lassen grüßen … damit nicht anderswo entstehen kann, was sich nirgendwo so zugetragen hat, wie es die Digitalisierung für möglich hält. Daher entspricht die Realität auch immer weniger der Wirklichkeit und manifestiert sich, mehrkanälig und aufgespalten aus dem wellenreichen Meer der Möglichkeiten, in alltäglichen Formen.

Wozu nun all die Digitalisierung gut sein soll, wenn schon keine Probleme damit an der Wurzel gepackt werden können ? Das liegt doch im Grunde auf der Hand, wenn sie nicht gerade ein Smartphone hält. Um den Sinn für Kohärenz, das Gemeinschaftgefühl, welches das Leben als Ganzes stets als Chor verkörpert und unmittelbar zum Besten gibt, tief verwurzelt in der HARMONIE, mit all jenen Wassern zu waschen, die nicht natürlichen Ursprungs sind …

Guido Vobig


Autor Guido Vobig ist Initiator der Projekte:

GOLD-DNA
GOLDENE PHI(L)HARMONIE
Gemeinsam ins Tal

Textquelle: FaszinationMensch

Bild- und Grafikquellen:

  1. Alle im Text verwendeten Bilder wurden uns von Guido Vobig zur Verfügung gestellt.
  2. Beitragsbild: Gerald – pixabay.com
Dr. phil. Daniele Ganser

Die Geschichte wird von den Siegern geschrieben

von KenFM

Während diese Erkenntnis sich bei einem immer größeren Teil der Bevölkerung zumindest oberflächlich durchgesetzt hat, wartet vor allem der Historiker auf das, was man die Konsequenzen dieser Erkenntnis nennen könnte. Die Bereitschaft hierzu ist aber nur sehr bedingt zu erkennen, und dafür gibt es einen Grund.

Dass, was man in der Gegenwart von der Politik als „Die Wahrheit“ verkauft bekommt und das, was später in den Geschichtsbüchern als tatsächlicher Ablauf der Geschichte landet, trennt ein enormes Delay von mehreren Jahrzehnten.

In dieser Zeit schlummern all jene Aufzeichnungen mit dem Stempel „Streng vertraulich“ oder „Top secret“ in den Panzerschränken, die die Geschichte zurechtrücken können und genau das nach ihrer Freigabe auch bewirken.

Auch der Historiker muss, damit seine Arbeit nicht als reine Spekulation abgetan wird, warten. Warten, bis ihm eine Regierung irgendwann einmal den Zugang zu den entscheidenden, oft die „nationale Sicherheit“ betreffenden Papieren gewährt. Meist tritt dann schwarz auf weiß zu Tage, was bis dato nur sogenannte Verschwörungstheoretiker, mit zahlreichen Beweisen und schlüssigen Theorien gedeckt, schon lange behauptet hatten. Die Regierung damals hatte gelogen, was beispielsweise den Kriegsgrund gegen ein anderes Land anging, der damals aufgrund der „Faktenlage“ in den Massenmedien jedoch als alternativlos dargestellt wurde.

Kommt die Lüge Jahrzehnte später ans Tageslicht, gilt sie schnell als historische Sensation. Sogar in dem Land, das durch die Arbeit des Historikers der Lüge überführt wurde.

Nur hat das bereits angesprochene Delay von der geschichtlichen Aufklärung den Effekt, dass die Bevölkerung der Gegenwart sich mit den Verbrechen der Vergangenheit nicht mehr identifizieren kann. Entscheidend aber ist, dass Tatsachen, die damals aufgrund der dieser geschichtlichen Lüge geschaffen wurden, nicht mehr rückgängig zu machen sind. Der Irak beispielsweise wurde von den USA wegen erfundenen und gefälschten Beweisen in die Steinzeit zurückgebombt. Seine gesamte Infrastruktur wurde zerstört, die gebildete Mittelschicht vertrieben oder getötet, und die Ölreserven okkupiert.

Geschichte lässt sich nicht rückgängig machen, aber die Geschichtsschreibung lässt sich massiv manipulieren, wenn es den Regierungen in der Gegenwart gelingt, über das Delay der Aufklärung hinweg den Völkern weltweit etwas nicht zu ermöglichen. Nämlich zu erkennen, dass, während sich der Historiker mit den Lügen der Vergangenheit beschäftigt, die Regierenden der Gegenwart permanent neuen Lügenstoff für immer neue Generationen von Historikern liefern.

Aktuelle Geschichte, umgesetzt von aktueller Politik, ist im großen und ganzen Intrige und wird über unterwanderte Massenmedien der Bevölkerung global als „Die Wahrheit“ verkauft.
Politiker sind im weitesten Sinne Pressesprecher der Industrie, die die Interessen von Privatpersonen oder deren Konzerninteressen der Bevölkerung als einen mehr oder weniger sauren Apfel verkaufen, in den das Volk dann wohl oder übel zu beissen habe.

Oft wird diese Forderung mit geheuchelten humanistischen Interessen unterfüttert. Im weitesten Sinne geht es denen, die vorgeben, Krieg aus humanistischen Gründen führen zu müssen, weniger um die “Werte der Demokratie“, denn eher um die „Werte des Kapitalismus“: Aktienwerte. Frank Zappa brachte es in einem vor Zynismus triefenden Satz auf den Punkt: „Politik ist die Unterhaltungsabteilung der Rüstungsindustrie.“

Wer als Historiker über das Freilegen der tatsächlichen Vergangenheit einen tatsächlichen Einfluss auf die Zukunft haben möchte, muss in der Gegenwart erreichen, dass die Menschen die sich ständig wiederholende Mechanik der Lügen verstehen, erkennen und sich ihr tatsächlich entgegenstellen. Dies kann gelingen, wenn Menschen lernen, dass die von der Politik „inszenierte“ Gegenwart immer ein Konstrukt ist, dass dazu dient, SIE, die Massen, zu lenken. Ohne Komplizen – embeddete Massenmedien – wäre dieses immer mit tödlichen Folgen behaftete Vorhaben nicht auszuführen.

Auch die Wahrheit von heute, sprich, was uns in großen Zeitungen und Nachrichtenshows zur Primetime als Status Quo erklärt wird, beispielsweise die Krim-Krise, wird sich aufgrund der Mechanik des Historischen Delays erst in Jahrzehnten als DIE Lüge herausstellen, die zu Verbrechen in der Gegenwart genutzt wurden, um unser aller Zukunft zu manipulieren. In simplen Worten: Jede Regierung lügt mehr oder noch mehr für die privaten Interessen derer, die die Regierung in dieser Konstellation überhaupt „vorgecastet“ haben. Personen, die sich konsequent im Hintergrund halten und von dort die Strippen ziehen, um die Polit-Puppen tanzen zu lassen.

Der Schweizer Historiker Dr. Daniele Ganser beschäftigt sich auch mit unserer jüngeren Geschichte. Konkret: Er versucht nicht nur, Ereignisse aufzuarbeiten, die Jahrzehnte zurückliegen, wie etwa die Kuba-Krise, die bei den meinte Menschen heute nur noch ein Achselzucken hervorrufen wird. Ganser forscht auch zu Themen wie inszeniertem Terror in der Gegenwart, ausgeführt zum Beispiel durch die NATO, oder auch DER Zäsur in der jüngsten Geschichte, den Ereignissen des 11. September 2001.

Wer sich als Historiker mit seinen Arbeiten derart dicht an die Geschehnisse der Gegenwart heranarbeitet, wirft damit etwas Wesentliches über Bord, was Historiker vor Feinden aus der Politik schützt, da die an der Geschichte beteiligten Politiker längst im Ruhestand oder tot sind, wenn die Wahrheit durch den Historiker ans Licht kommt. Es ist wieder das Delay der Aufarbeitung. Wenn dieses Delay auf ein paar Jährchen zusammenschrumpft, die Verantwortlichen noch juristisch haftbar zu machen sind, arbeitet der klassische Historiker parallel als eine Art Ermittler, der den Strafverfolgungsbehörden wasserdichte Fakten liefert, die die entsprechenden Personen massiv belasten und ganze Regierungen in Misskredit bringen können.

KenFM traf zum wiederholten Male den Schweizer Historiker und Friedensforscher Dr. Daniele Ganser in Basel, um mit ihm nicht nur über die Mechanik der klassischen Aufarbeitung zu sprechen, sondern auch, wie man diese Mechanik durchbrechen kann. Zudem kommt in dem 100-minütigen Gespräch das wesentliche Motiv der meisten historischen Lügen zur Sprache: Macht. Macht, die sich vor allem auf den Zugriff von endlichen Ressourcen konzentriert. Ressourcen sind das A und O, um die Kriege der letzten Jahrzehnte zu verstehen.


 

Dieses Video wurde uns zur Verfügung gestellt von KenFM kenfm scrabble kang

Interview-Partner: Dr. phil. Daniele Ganser – (*1972), geboren in Lugano in der Schweiz, ist Historiker und Friedensforscher spezialisiert auf Energiefragen, Wirtschaftsgeschichte, Geostrategie und internationale Zeitgeschichte seit 1945. Er ist Gründer und Inhaber des Swiss Institute for Peace and Energy Research (SIPER). Er studierte ab 1992 Geschichte und Internationale Beziehungen an der Universität Basel, an der Amsterdam University (UVA) und an der London School of Economics and Political Science (LSE). Er erwarb sein Lizentiat im Jahre 1998 summa cum laude und seine Promotion im Jahre 2001 insigni cum laude. Von 2001 bis 2003 forschte er beim Think Tank Avenir Suisse in Zürich, von 2004 bis 2006 am Center for Security Studies (CSS) der ETH Zürich. Er war Dozent für Zeitgeschichte an der Universität Zürich und der Universität Luzern. Derzeit ist er Dozent für die Geschichte und Zukunft von Energiesystemen an der Universität St. Gallen (HSG) und für Konfliktforschung am Institut für Soziologie der Universität Basel sowie wissenschaftlicher Beirat des Wirtschaftsverbandes Swisscleantech. Sein Buch „NATO-Geheimarmeen in Europa“ wurde in 10 Sprachen übersetzt. Sein neues Buch „Europa im Erdölrausch“ erschien im September 2012 und schildert den globalen Kampf ums Erdöl. Daniele Ganser hat eine Tochter und einen Sohn und lebt mit seiner Familie in der Nähe von Basel.

Alfredo Jalife-Rahme

Schiefergas: Spekulationsblase oder Wunder?

von Alfredo Jalife-Rahme

Auf der ganzen Welt verurteilen Stimmen den Mythos von Schiefergas. Neben der Spekulationsblase die er hervorruft, wird dieser Betrug nicht ohne schwere Folgen für die Vereinigten Staaten bleiben. Tatsächlich hat sich die Obama-Administration selbst überzeugt, dass das Land eine nachhaltige Energie-Unabhängigkeit erleben wird.

Mit einer schönen Grafik ist es sehr überzeugend.

Mit einer schönen Grafik ist es sehr überzeugend.

Es gibt keine Diskussion über Schiefergas; ist es ein Wunder der US-Technik, wie es über alle Dächer der angelsächsischen Medien ausposaunt wird, ein Prometheus-Kunststück, oder eine vulgäre, von den Befürwortern der Finanzleitung aufgebauschte Spekulationsblase, wie es die These vom Zentrum der geostrategischen Reflexion DeDefensa.org ist, mit Sitz in Brüssel?  [1].

Diese Debatte sollte es jedoch wirklich geben, da die neue atemberaubende Position, die die USA anstreben, von ihrer Schlussfolgerung abhängen wird: eine globale Energiemacht, fähig mit Russland und der OPEC zu konkurrieren, wenn die Gas-Manna sich bestätigt, oder nur ein erbärmlicher Versuch von Agitprop für die Verzögerung des Verfalls der einstigen unipolaren Supermacht?

Ein hoch platzierter Banker-Freund der anonym bleiben will meint, dass das Fracking (die Spaltung des unterirdischen Gesteins in 4.000 m Tiefe, mit einer enormen Menge von Wasser) ist eine neue Desinformation-Operation, weil es absolut nicht machbar ist. Er fügt hinzu, dass Fracking-Investitionen ein Fass ohne Boden sind, und das durch den Verkauf von Öl generierte Geld nicht ausreichen wird, um dieses neue Industriewachstum zu finanzieren, weil die durch Fracking erstellten Bohrlöcher sehr schnell versiegen. Um eine Produktion auf gutem Niveau zu halten, müssen ständig neue Bohrungen gemacht werden. Das ist unvermeidbar und wird kaum für mehr als eine bestimmte Produktion ausreichen.

« Dieses Verfahren bietet nicht die Vorteile der traditionellen Ölproduktion, die Quelle von ungeheurem Reichtum war, den Ausbau der Produktion sicherte oder Investitionen in anderen Bereichen ermöglichte. Nein, das Fracking verschlingt alle Ressourcen; Es erfordert enorme Kreditaufnahmen, und eines Tages wird dann daraus eine Krise. Am Ende wird es sich kaum mehr als ein neues Manöver der Wall Street erweisen, um Kleinanleger in die Falle zu locken, die verzweifelt profitable Investitionen suchen.“

Die Argumentation ist sehr überzeugend, da Aubrey McClendon, Gründer von Chesapeake Energy, der größte Produzent von Erdgas in den USA, von seinen Investoren wegen mangelndem Profit zum Rücktritt gezwungen wurde, während dessen das Unternehmen sich ernsthaft verschuldet hatte; es ist ein finanzieller Kollaps infolge des Preisabsturzes von Erdgas und der Mangel an Liquidität  [2].

Unterdessen kündigt die DeDefensa.org-Website das Ende des Mythos der Revolution von Schiefergas für die kommenden maximal 18 oder 24 Monate an. Es wurde bereits von ihr ein Thema ’Shalegas-Gate’ erstellt und sie hält diese Produktionsart für eine „Massenvernichtungswaffe“ [die die USA umbringen wird], verweisend auf den durchschlagenden Versager der Cheesapeak Energy. Kurz gesagt, die EUR, (estimated ultimate recovery), die endgültig erwarteten Dividenden, seien sehr übertrieben gewesen   [3].

Die Öl-geologen und die unabhängigen Geophysiker, die die Fata Morgana der EUR denunziert haben, wurden natürlich von den großen internationalen Konferenzen zum Thema Öl und Gas evakuiert. Aber die Hexenjagd genügte nicht, um die Zweifler zum Schweigen zu bringen und die New York Times war gezwungen, den Gedanken zu formulieren, dass vielleicht die Gas-Industrie-Zahlen manipuliert worden wären  [4].

Man hatte eine sehr große Produktion von Erdgas in den USA in den letzten Jahren, die eine verfeinerte Analyse der Produktion von perforierten-Bohrungen zuließ, und man entdeckt, dass die Produktion deutlich unter den Prognosen war.

Der Geologe Arthur Berman, der seit 25 Jahren in der Amoco (Oil Company Chicago, Ex-Standard-Oil) gearbeitet hat, analysierte drei historische Bereiche: Barnett, Fayetteville und Haynesville; er zeigt die Hyperinflation der EUR, die man den von den Bankiers verblendeten Investoren, die nichts über die Feinheiten des Schiefergas wissen, verbirgt.

Auf den Antipoden hat man einen Bericht von der Internationalen Agentur für Energie – die immer wieder bei Desinformations-Operationen ertappt wurde – der ganz locker sagt, dass alle großen Gas- und Öl-Firmen in Eagle Ford, Utica, Marcellous und Bakken, den USA ermöglichen werden, der erste Öl-Produzent im Jahr 2017, vor Saudi-Arabien, zu werden   [5].

Aber DeDefensa zitiert dagegen den Texas-Geologen, Ingenieur Gary Swindell, der die fabelhafte Eagle Ford-Brunnen-Produktion halbiert  [6].

Und die britische Agentur Reuters bezweifelt das fabelhafte Geheimnis in Utah, die wunderbaren Felder von Utica  [7].

Und die britische Agentur Reuters bezweifelt das fabelhafte Geheimnis in Utah, die wunderbaren Felder von Utica  [8]. In der Tat, DeDefensa, sehr pessimistisch, bezweifelt die technischen Fähigkeiten, und nicht nur die Zahlen, die munter vom Leiter der IEA, Fath Birol, dem fraglichen Ökonomen am 12. November 2012 angekündigt wurden, nämlich dass 2017 die USA die weltweit führenden Ölproduzenten würden.

Das Schiefergas wird daher zweifellos Bestandteil des US-Energiekorbs, aber wird das geopolitische Spiel nicht stören, weil die USA kein LNG (Liquefied Natural Gas) exportieren werden. Russland wird auf dem europäischen Markt nicht bedroht werden und die australischen Flüssig-Erdgas-Projekte werden weitergeführt werden können.

Schiefergas wird darüber hinaus nicht billig sein, sodass seine Ansprüche, die strategische Lage zu revolutionieren, aus dem neoliberalen Mexiko (durch eine Regierung vertreten, die nicht fähig ist, zurückzuschalten) vielleicht den großen Verlierer machen werden.

Alfredo Jalife-Rahme

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Autor: Professor für politische und soziale Wissenschaften an der nationalen autonomen Universität von Mexico (UNAM). Er veröffentlicht Berichte der internationalen Politik im Tageblatt La Jornada und in der Wochenzeitung Contralínea.

Text- und Grafikquellen:

„Schiefergas: Spekulationsblase oder Wunder?“, von Alfredo Jalife-Rahme, Traduction Horst FrohlichLa Jornada , Voltaire Netzwerk, www.voltairenet.org

Fußnoten:

  1. DeDefensa.org ist die Internet-site der Revue DDE Crisis, über Abonnement erhaltbar, 22, rue du Centenaire, B-4624 Fléron, Belgique. Tél. : + 32 4 355 05 50, Fax : + 32 4 355 08 35
  2. « Breakingviews : SEC goes where Chesapeake board feared to tread », von Christopher Swann, Reuters, 1. März 2013. « La SEC a assigné à comparaître l’ex-patron de Chesapeake», AFP, 1. März 2013
  3. «Gaz de schiste : à la “bulle” nul n’échappera…», I, II, III, DeDefensa.org, 16 novembre 2012, 11 et 16 janvier 2013.
  4. Am 26.Juni 2011, gab die New York Times eine grosse Menge von Dokumenten online, die die Hoffnung auf Schiefergas in Frage stellen documents officiels posant de sérieux doutes sur les espoirs mis dans le gaz de schiste
  5. World Energy Outlook 2012, Agence Internationale pour l’Énergie, 12 novembre 2012.
  6. Cité in «$8 Natural Gas: We’re Right On Schedule», par Richard Finger, Forbes, 14 octobre 2012)
  7. «Insight: Is Ohio’s „secret“ energy boom going bust?», par Edward McAllister et Selam Gebrekidan, Reuters, 22 octobre 2012.
  8. Variability of Distributions of Well Scale Estimated Ultimate Recovery for Continuous (Unconventional) Oil and Gas Resources in the United States, U.S. Geological Survey Oil and Gas Assessment Team. Document téléchargeable.
The Ghost in the Escalator

Schwarzmalerei, denn Geist ist böse und Energie hat Schuld daran – Teil 4

von Guido Vobig

Mit diesem vierten und letzten Teil meiner Schwarzmalerei komme ich auch zum letzten Artikel, den ich aller Voraussicht nach für den Blog schreiben werde, denn alle weiteren Artikel wären im Kern nur anders umschriebene Wiederholungen. Weiter vermag ich die Problematisierung des PROBLEMS, aus dem alle Probleme, vergangen wie aktuell, hervorgehen, nicht zu thematisieren, wohlwissend, oder besser gesagt, wohlfühlend, dass etliche Informationen zwischen den Zeilen meiner mehr als 60 Artikel weitergereicht und weitergedacht werden, so wie ich es meinerseits mit all den Informationen aus unzähligen Werken anderer Autoren und Kommentatoren vollzogen habe. Dem technologischen Fortschritt sei Dank, denn technologischer Fortschritt zeugt nicht nur von geistreicher Umtriebenheit, er vermag sogar wahren Fortschritt hervorzubringen, indem der technologische Fortschritt seiner wahren Rolle gerecht wird, die allerdings nichts damit zu tun hat, das Leben von uns EINEN, uns Menschen, möglichst angenehm für uns zu gestalten, auf Kosten Anderer und all der ANDEREN Lebewesen.

Im Grunde brachte die Entwicklung des technologischen Fortschritts, ausgehend vom Holz, über die Kohle, bis hin zum Erdöl, und der Nutzung der Kernkraft, erst jenes formlose Gebilde hervor, welches das, als sesshaft gewordene Menschheit verkörperte Bewusstsein benötigt, um sich des Lösungsweges des eigentlichen PROBLEMS bewusst zu werden. Gemeint sind Daten, jene sich mehr und mehr ausbreitenden und ansammelnden uni(n)formierten Informationen, die ohne direkten Bezug zur Exformation zunehmend ihr Unwesen in der Realisierung des Universums treiben.

Exformation ? Ja, eine Vokabel, deren Bildhaftigkeit einer vertrauten Umarmung gleicht, die man aus unerklärlichen Gründen lange nicht mehr zu würdigen wusste. Ein Wort wie Antifragilität … oder wie HARMONIE … wohlgemerkt in Großbuchstaben und daher nicht mit der Harmonie zu verwechseln. Exformation. Allgegenwärtig. Offensichtlich. Doch stets verborgen zwischen all den Zeilen sich auftürmender Datensätze:

  • Vereinfacht gesagt: je mehr Bilder und Assoziationen beim Zuhören entstehen, desto mehr Exformation hat die Aussage. Anders vereinfacht gesagt: Information ist Breite, Exformation ist Tiefe eines Textes oder einer Aussage.” Quelle
  • ”Exformation ist die Menge an Informationen, die wir unausgesprochen mit dem uns umgebenden Umfeld teilen.” Quelle
  • ”Mit der Menge neu zur Verfügung stehender Informationsquellen, wächst der Bedarf an Exformation, d. h. nach Aussonderung der überflüssigen Informationen:” Quelle
  • Konsens-WIKIPEDIA schreibt dazu Folgendes: ”Die Aussage des Begriffs ist „absichtlich ausgelassene Information”.” Quelle

Wohlgemerkt, so wie Gefühle und Emotionen nicht ein und dasselbe sind, und auch Robustheit nicht mit Antifragilität gleichzusetzen ist, sind auch Informationen und Daten nicht ein und dasselbe. Informationen behalten ihre Wertigkeit, ihren Wahrheitsgehalt, weil ihr Inhalt die direkte Verbindung zwischen dem Ursprung der Information und dem Informierten beibehält. Es ist diese Wahrung der Beziehung, räumlich, wie zeitlich, die eine Lüge unmöglich macht. Information ist ein praktisches Geschenk. Daten dagegen weisen diese direkte Verbindung nicht auf, sie sind somit beziehungslos und können daher beliebig kopiert und anderswo integriert werden. Zudem können sie allerhand Geschichten erzählen, die ohne Wahrheitsgehalt, ohne Wurzeln in der Exformation, sind. Daten sind eine ”Erfindung” der Menschen. Sie entstammen nicht der goldenen Mitte der Gemeinschaft des Lebens. Sie stehen daher jenem Bewusstsein, welches nicht menschlich ist, nicht zur Verfügung, denn die ANDEREN sind stets im wahren Informationsfluss, der sich bewährt hat, ohne etwas beweisen zu müssen, selbst dort, wo es für uns den Anschein hat, dass Daten ausgetauscht werden, z. B. mittels Transposonen oder Viren in den Genomen von Lebensformen. Dieses geschieht nämlich mit ganz ANDERER Intention, stets im Sinne des Lebens als Ganzes, also anders, als es bei den Datenmengen von uns EINEN der Fall ist.

  • Exformation ist der Rahmen aus dem Informationen geschöpft werden. Geschöpft wird durch Bewusstsein, wofür Energie benötigt und Dekohärenz geschaffen wird, weil kein Einzelbewusstsein auf die Exformation als Ganzes zurückgreifen kann. Nur für das Leben als Ganzes bedeuten Exformation und Information ein und dasselbe. Entsteht Kohärenz, indem durch Wesentliches Energie freigesetzt und zum Wohle des Lebens als Ganzes eingesetzt wird, dann entstehen neue Rahmenbedingungen.
  • Durch Dekohärenz kommt Geist in die Welt, durch Kohärenz wird er unnötig.
  • Daten sind vereinfachte und verallgemeinerte Ex-Exformationen zwecks Eigennutz und geistigem Eigentum … Egomationen, den Emoticons nicht unähnlich.
  • Daten haben einzig die Ausbildung von Durchschnitt zur Folge. Sie wollen auf den ersten Blick erfasst werden, woraus unser Bestreben hervorgeht mittels Algorithmen und Computersystemen systematisch immer mehr Daten in immer einfachere und schneller verwertbare Nutzformen umzuwandeln, auf Kosten all der Wurzeln, mit denen die Daten einst in der Exformation verankert waren … also Informationen waren.
  • Daten unterwandern die Wertigkeit von Informationen und schaffen stattdessen Geschäftsmodelle.
  • Je mehr sich Informationen der Exformation annähern, desto weniger Energie geht ”verloren”, desto weniger Entropie ist möglich, desto unbedeutender wird Zeit, desto weniger Spielraum und Raumzeit benötigt das Leben zur Bewahrung der HARMONIE.
  • James Clerk Maxwell, zitiert in Tor Nörretranders’ Buch Spüre die Welt – Die Wissenschaft des Bewusstseins, drückt es folgendermaßen aus: ”Zugängliche Energie ist Energie, die wir in eine bestimmte Richtung lenken können. Dissipierte Energie ist Energie, die wir nicht fassen und nach Wunsch dirigieren können, zum Beispiel die Energie der wirren Bewegung von Molekülen, die wir Wärme nennen. Nun ist aber Wirrheit, ebenso wie der verwandte Ausdruck Ordnung, nicht eine Eigenschaft der Dinge selbst, sondern existiert nur im Verhältnis zu dem Geist, der sie begreift.” Quelle
  • Je bequemer, sprich, geistreicher der Kommunikationsweg, desto weniger Informationen werden vermittelt, desto austauschbarer, wiederholbarer und anderswo einsetzbarer in verschiedenen Kontexten ist die uni(n)formierte Information, desto mehr wird sie zum Datensatz und zum Spielball von copy&paste in allen Spielarten von Schnelligkeit … und Vergänglichkeit.
  • Wo Exformation und Information auseinandergehen, bleiben Vertrauen und wesentliche Gefühle aus.
  • Energie ist notwendig, um die Bewusstwerdung des PROBLEMS zu ermöglichen, woraus Expansion hervorgeht und Energie ”verbraucht”, sprich, umgewandelt wird, so dass weitere Probleme entstehen können. Die Folge ist Dekohärenz. Cradle-to-Grave. Fragmentierung. Burning the midnight oil. VERY BIG DATA.
  • Energie ist das Ermöglichen der beabsichtigten, aber ungeplanten LÖSUNG des PROBLEMS, Bewusstsein schaffend, indem Energie freigesetzt wird, welche Kohärenz hervorbringt, da keine energetischen ”Verluste” entstehen. Cradle-to-Cradle. Vereinigung. Reinventing the Sacred. BYE-BYE BIG DATA.
  • Je mehr Exformation in Daten zerlegt wird, über den Weg der Informationen, deren Beziehungen zum Ursprung dabei entwurzelt werden, desto mehr nimmt die Entropie zu, und damit die Expansion des Universums, welches der Rahmen ist, in dem sich ALLES abspielt, desto mehr Probleme treten zudem hervor, desto mehr reaktive Unordnung sammelt sich an, desto mehr neue Probleme entstehen, in deren Rahmen der technologische Fortschritt als geistige Errungenschaft seinen Siegeszug antreten bzw. festigen kann.
  • Je verwurzelter Informationen im Rahmen der Exformation sind, desto mehr Energie muss genutzt werden, um daraus entwurzelte Daten werden zu lassen. Komplexität ist Ausdruck von Entwurzelung und beschreibt eine Geschichte, die nicht vom Leben als Ganzes geteilt wird. Komplexität ist die Geschichte der Menschheit. Interessanterweise beschreibt Komplexität die Bedeutungstiefe dessen, was sie nicht vermitteln kann … und das ist all jene Exformation, die den Rahmen der Geschichte des Lebens als Ganzes bildet.
  • Je komplexer uns EINEN etwas erscheint, desto mehr tappen wir dahingehend im Dunkeln, das vermeintlich Komplexe in den Rahmen, der ALLES umfasst, sprich, ermöglicht, was notwendig ist, einordnen zu können. Daher gestaltet sich der Kosmos für die ANDEREN auch anders und liefert so die natürliche Ordnung, die wir, für uns, bildhaft realisieren.
  • Die Geschichte der ANDEREN, die mehr und mehr von der Geschichte der Menschen beeinflusst wird, und die natürliche Ordnung, weisen dagegen keinerlei Komplexität auf. Ihre Geschichte bringt Lebewesen hervor, die mit einem Minimum an Vertretern einer Art ein Maximum an Verschiedenheiten verkörpern. Immer wenn die Population einer Art sich vergrößert und/oder sich ihre Merkmale verändern, geschieht dieses einzig der HARMONIE wegen … und vermehrt uns Menschen wegen. Allein wie wir Menschen die Geschichte der Viren und Bakterien interpretieren, spricht Bände dahingehend, wie sich unsere Geschichte entwickelt hat und entwickeln wird … ganz zu schweigen davon, dass unsere Vermehrung mehr und mehr auf das Konto unseres Fortschritts geht und somit eher eine Frage der zur Verfügung stehenden Daten ist, nicht aber vorhandenen Exformationen entspringt und so zur Herausforderung für die Bewahrung der HARMONIE durch die ANDEREN wird.
  • Diese Zusammenhänge sind übertragbar auf jeden Maßstab der Betrachtung bzw. Beobachtung. Was für das PROBLEM gilt, und damit für den Kosmos, als Exformation des GANZEN, gilt auch für jedes einzelne Problem, welches sich in einem eigenen Rahmen entfaltet und seinen Ursprung im PROBLEM hat … also ALLE Probleme.
  • ”Die Quelle von Schönheit, Wahrheit und Weisheit ist die Information, die man losgeworden ist: Die Exformation. Sie hat Wert, da für ihre Schaffung Entropie in der Umgebung erzeugt werden mußte.” Quelle
  • Exformation ist somit der Schlüssel zur Wahrung der HARMONIE, was wiederum die Absicht der interpretierten Evolution ist, wie es Steve McIntosh in Evolution’s purpose beschreibt. Näheres dazu kann hier nachgelesen werden.
  • Der Kosmos, das GANZE, ist die Bildwerdung des morphogenetischen Feldes und stellt somit das ganze Ausmaß an vorhandenen Exformationen dar … sozusagen die Mutter aller Information(smöglichkeit)en … Wakhan, der dunkle, weibliche Urraum, der Kreis, der Yin und Yang umfängt.
  • Technologischer Fortschritt ”verbraucht” immer mehr Energie, um immer wertlosere, dafür aber gesellschaftstaugliche Daten für die Geschichte des Lebens zu schaffen, die jedoch immer bedeutender und somit ”wertvoller” für all die (Alltags-)Geschichten der Menschen werden … und somit in Geld gewandelt werden (können) und gewandelt werden müssen, damit die Problematisierung in ihrer ganzen Tragweite von uns EINEN immer persönlicher erlebt werden kann … wem gehört die Welt und was kostet sie !?
  • Das Problem von Gesellschaften ist, dass es immer mehr verschiedene Geschichten gibt, welche die Geschichte der Menschheit prägen, und die sich mehr und mehr von der Geschichte der ANDEREN entfremden. Die Geschichte der ANDEREN dagegen bleibt stets im Fluss, weil das Leben zur Wahrung der HARMONIE als dynamische Gemeinschaft verkörpert wird, mit der Ausnahme von Sprüngen, nämlich dort, wo Stase droht und somit die Notwendigkeit für ein ”Umdenken”, für neue Merkmale von Arten und Anpassungen von Populationen, stattfindet, wobei der Sprung vielmehr die unmittelbare Auswirkung des Neuen auf das Umfeld ist und dahingehend ein neuer Rahmen geschaffen wird. ”Umdenken” bedeutet einen anderen Pfad als bisher auf dem Weg zum Ziel zu gehen, so wie Wasser, welches von seiner Quelle auf dem Berg nie geradeaus ins Tal fließt.
  • Diese eine Geschichte beinhaltet all unsere Geschichten, während unsere Geschichten immer weniger Platz für diese eine Geschichte lassen.
  • Der Verlauf unserer Geschichte wird aus der jeweiligen Gegenwart heraus mit immer mehr Daten angefüllt, was zu immer mehr Lügengeschichten führt, während die ANDEREN immerzu einzig im Hier und Jetzt leben, da die Gemeinschaft des Lebens Exformationen mit Informationen gleichsetzt und keiner Daten bedarf, weshalb es obendrein keines Bewusstseins von Vergangenheit bedarf, da keinerlei Gräber verbleiben, an die erinnert werden muss … daher Cradle-to-Cradle statt Cradle-to-Grave.

Bevor wir beginnen im ”Dreck” der Vergangenheit zu wühlen, um die Spur eines finsteren Geistes zum Kern der Erde zu verfolgen, anbei noch ein paar weitere wesentliche Unterschiede zwischen uns EINEN und all den ANDEREN, aus Sicht von Exformation:

  • Je komplexer eine Spezies erscheint, desto fragiler ist die Spezies als Ganzes, Stichwort LEGOLUTION.
  • Besteht, so mag man einwerfen, diesbezüglich ein Widerspruch zum Begriff der ”thermodynamischen Tiefe”, der in einer Zusammenfassung des bereits erwähnten Buches von Tor Nörretranders wie folgt beschrieben wird: Seth Lloyd und Heinz Pagels führten 1988 den Begriff der “thermodynamischen Tiefe” ein. Auch dieses Maß versucht sich daran zu orientieren, wieviel Information während der Entstehungs- und Entwicklungsgeschichte eines Objektes aussortiert wurde. Sie versuchen über die “wahrscheinlichste Entstehungsgeschichte” des Objektes auf dessen Komplexität zu schließen. Im Gegensatz zu Bennet´s Algorithmische Tiefe messen Sie nicht die Rechenzeit einer Computersimulation, sondern die Menge der energetischen Ressourcen die bei zielgerichteter Anstrebung der betrachteten Information verwendet wurden.” ? Quelle
  • Keineswegs, denn, wie bereits angemerkt, Komplexität erscheint nur jenen Betrachtern als solche, denen das Gefühl für die eine Geschichte verloren gegangen ist und die sich stattdessen zunehmend auf unsere eigenen Geschichten konzentrieren, in denen sich das Muster der Vereinfachung und der anschließenden Verallgemeinerung ausbreitet wie ein absichtlich gelegter Waldbrand.
  • Die Diversität des Lebens zeigt sich als Summe minimal möglicher Mitglieder aller Spezies, um die Notwendigkeit der Problematisierung des PROBLEMS und der LÖSUNG dieses PROBLEMS, zudem möglichst verschieden, zum Ausdruck zu bringen, genannt HARMONIE.
  • Einzig wir Menschen weichen davon mehr und mehr ab, indem wir, unter anderem, die Lebenserwartung Einzelner zwar erhöhen können, nicht aber die Wertigkeit des einzelnen Lebens für die Gemeinschaft des Lebens als Ganzes, denn diese Wertigkeit liegt nicht im Ermessen von uns EINEN, sondern im gemeinsamen Erleben des Lebens als Ganzes im Sinne der HARMONIE und in der Verantwortung diese zu bewahren. Zudem werden wir Menschen im Laufe unserer Entfremdung, im Zuge unseres technologischen Fortschritts, immer durchschnittlicher, weil Daten Informationen ersetzen und immer weniger Exformation ermöglicht wird. Die Folge sind immer mehr ähnliche bzw. gleiche Erwartungen hinsichtlich der Realität, jedoch eingefasst in immer mehr verschiedene Rahmen, woraus zunehmend Spannungsbögen und entsprechende Entladungspotenziale entstehen.
  • Um den Rahmen des eigenen Weltbildes der Öffentlichkeit, jenseits der eigenen Gedankenwelt, vermitteln zu können, nutzen wir daten- und energielastige PR, die umso daten- und energielastiger ausfällt, je weniger Exformation zur Verfügung steht und je mehr versucht wird sich ”Gehör” zu verschaffen, sich in den Mittelpunkt drängend, als Medium für die Massen.
  • Diese prägnante Permanenz erreichen die ANDEREN auf ganz anderem Wege, mit ganz anderen Folgen für das GANZE, nämlich durch (P)ermanente (R)edundanz, sprich, Offensichtlichkeitsarbeit, anstelle unserer Form der Öffentlichkeitsarbeit.
  • So werden wir EINEN unentwegt durch die ANDEREN an das Wesentliche der einen Geschichte allen Lebens erinnert, in vielerlei Gestalt und vielerlei Wiederholungen dieser Gestalten, nicht nur im, für uns Menschen, hörbaren Frequenzspektrum, wie ich es bereits hier beschrieben habe, sondern auch in der regelmäßigen, jedoch nie gleichmäßigen, Wiederkehr verschiedenster Symptome, die wir als Krankheiten bezeichnen, insbesondere die sogenannten Infektionen, was insbesondere durch die Kinderkrankheiten verdeutlicht wird … sofern sie denn noch in der Kindheit Gelegenheit dazu bekommen und bewusst, in ihrer wurzeltreibenden Bedeutung für den Körper, wahrgenommen werden, Exformationen inklusive, wie es z. B. in der homöopathischen Praxis geschieht.
  • Was wir in diesem Rahmen unserer Betrachtung als Übermaß oder als üppige Wiederholungen, mitunter gar als Verschwendung oder auch als Wucherungen ansehen, entspricht unserem entfremdeten Blick für das Wesentliche. So sehen wir zwar Buchstaben, die zu Worten werden und so einen Sinn auf den ersten Blick ergeben, verborgen bleibt aber, was zwischen den Zeilen in einer lebendigen Sprache ”geschrieben” steht, die der Exformation entspringt. Eingeweiht in diese Sprache sind alle Lebewesen, denn das Bewusstsein, welches diese Exformation ermöglicht hat, ist die Verkörperung allen Lebens … und besagte Exformation ist der Kosmos im Ganzen … und damit das GANZE, jenseits des Messbaren und Beweisbaren.
  • Die Exformation des von Natur aus gemeinsamen Lebensraumes wird im Laufe unseres technologischen Fortschritts zunehmend dorthin verlagert, wohin die ANDEREN keinen Zutritt haben. Unsere Datenwelt lässt die ANDEREN außen vor und entzieht sich so der natürlichen Ordnung.
  • Exformation weiß umso tiefgründiger im Sinne des GANZEN zu bereichern und Energie freizusetzen, je mehr Zeit man ihr widmet und je langsamer sie sich entfalten kann, im Gegensatz zu unseren modernen Zeiten, wo die Zeit selbst als immer kostbarer angesehen wird und nicht intensiv zwischen den Zeilen gelesen wird, sondern auf die Schnelle Zeilen überflogen werden. Da mag man sich fragen, warum Zeit, anstelle von Geld, nicht als allgemeingültige Währung genutzt wird … andererseits liegt die Antwort ja offensichtlich und allgegenwärtig vor.

Die moderne Handhabung von Exformation im Allgemeinen wird anhand meiner eigenen Texte, sei es hier im Blog, oder in Form meiner beiden Projekte GOLD-DNA und DIE GOLDENE PHI(L)HARMONIE, sehr deutlich, muss ich doch selbst darauf vertrauen, dass die Rahmen der Leser mit meinem Rahmen obertonreichen Einklang finden, damit der Leser seinerseits ein Gefühl für jenes Kohärenzgefühl bekommen kann, welches ich bemüht bin zu vermitteln. Dass reichlich Zeit in das Lesen und das Einbeziehen der Links investiert werden muss, um seitens des Lesers Exformationen hervorzubringen, ist dabei nicht von der Hand zu weisen … und der wesentliche Ausgleich für die vereinfachenden und bequemen Möglichkeiten des technologischen Fortschritts … und damit komme ich endlich wieder zum eigentlichen Thema zurück … obwohl ich es, auch in diesem Fall, gar nicht verlassen habe.

„Frühere Generationen waren absolut überzeugt, daß ihre wissenschaftlichen Theorien so gut wie perfekt seien, nur damit sich herausstellte, dass sie den Kern der Sache völlig verfehlt hatten.“ Terry Pratchett – ”Die Gelehrten der Scheibenwelt“

Das Buddeln und Bohren in den Tiefen der Erde lässt einen Prozess deutlich werden, der uns Menschen sehr vertraut ist und uns von den ANDEREN unterscheidet: das Denken, einhergehend mit Sinnfindung und zunehmender Tiefe von Gedankengängen, in der Hoffnung zu finden, was immer mehr verloren geht:

”The digging or ungrounding of the earth is often tied to thought, as the work of depth is a digging that occurs, to borrow Deleuze’s phrase, in the image of thought. For Deleuze, thought does all the digging: dynamism is contained within the idea.” Ben Woodward – On an ungrounded earth – S. 8

Je mehr und je tiefer wir graben, sei es in der Erde oder in der Sinnfindung unserer Gedankenwelt, desto mehr Raum und Zeit gewähren wir der Entfaltung des Universums, desto mehr geistige Errungenschaften werden realisiert, desto näher kommen wir dem Kern der Erde, jener Altlast, die unseren Fortschritt nährt, desto mehr entfernen wir uns jedoch vom Kern des Wesentlichen und nähern uns zugleich jener Grenze des Möglichen … dem Zenit der Unordnung.

Es macht durchaus Sinn anzunehmen, dass Öl abiotisch entsteht, jedoch biozentrischen Ursprungs ist, und aus der Tiefe nach oben drängt, damit, im Rahmen der Problematisierung des PROBLEMS, und der damit einhergehenden Bewusstwerdung, diese Altlast ihrer energetischen Last, soweit möglich, entledigt werden kann. Traum(a)arbeit im Kollektiv der Menschheit

Sich Gedanken machen, um ein Problem zu lösen, ist nichts anderes, gelingt dieses doch nur nachhaltig, wenn der Kern des Problems angegangen wird. Daher mag es naheliegen, dass das PROBLEM nicht von Einzelnen, sondern nur in der Gemeinschaft des Lebens gelöst werden kann … und nur indem der Kern des PROBLEMS erkannt wird, wozu es die Problematisierung durch technologischen Fortschritt bedarf. Ebenso die Nutzung des Erdöls für unsere Zwecke, entspricht das Bohren nach und das Fördern von Öl doch der Blutentnahme aus einer Verkörperung. Was wir aus Öl herzustellen vermögen, entspräche demnach der Blutuntersuchung. Und so wie wir in der Vielfalt der Produktpalette, die wir konsumieren, nicht zwischen den Produkten ”lesen”, kein Gefühl für das Graben von Massengräbern erlangend, so betrachten wir in der Regel einzig die einzelnen Blutwerte und deren Abweichungen von einer festgelegten Norm, nicht aber was der Körper, dem das Blut entnommen wurde, als Ganzes mitzuteilen hat.

Etwas anschaulicher, wie kurz zuvor bereits angedeutet, mag sich mit der Entwicklung von Kindern darlegen lassen, was es bedeutet zwischen den Zeilen zu lesen, auch wenn der Umstand von Massenimpfungen reichlich Exformation in Richtung Big Data verschoben hat und das Offensichtliche mehr und mehr ins Verborgene abgerutscht ist … aus den Augen, aus dem Sinn, radioaktiven Abfällen ähnlich, die tief in der Erde verscharrt werden, anstatt als offensichtliche Altlast stets im Bewusstsein der Öffentlichkeit verankert zu sein.

Krankheiten heilen von innen nach außen,
von oben nach unten und in der umgekehrten Reihenfolge des Auftretens der Symptome.
Hering’sche Regel

So schreibt Manfred von Ungern-Sternberg, Homöopath mit Jahrzente währender direkter Erfahrung, in seinem Buch ”Vom Sinn der Kinderkrankheiten”:

”Nun gibt es zwei Weisen, Wissen zu erwerben, einmal über das Begreifen, zum anderen über das Verstehen. Das Kriterium des Begreifens ist das Erfassen mit vorgegebenen Begriffsmitteln, wie z. B. mathematischen Kategorien, Zahl und Maß und eine Anzahl von Unterbegriffen. Durch klare Definition entsteht ein Katalog oder ein Lexikon von Einzelheiten, die sich von bestimmten Voraussetzungen ableiten lassen. Das verstandene Wissen hingegen gründet auf dem systemischen Zusammenhang der Voraussetzungen selbst. Erst durch das Verstehen des Sinnes und der Möglichkeit ist quasi grammatikalisch eine Urteilsfähigkeit gegeben. Schließlich müssen wir uns an die Tatsachen halten. Davon ist heute kaum die Rede.” Manfred von Ungern-Sternberg – Vom Sinn der Kinderkrankheiten – S.23

Aus diesen Zeilen geht hervor, ohne zwischen ihnen lesen zu müssen, welche Möglichkeiten dem Geist in die Wiege gelegt werden und warum immer mehr Datengräber entstehen, während Datengräberstimmung dort herrscht, wo die wahre Geschichte des Lebens in bare Münze umgewandelt und vermeintliche Komplexität mit Vereinfachungen in geordnete Bahnen gelenkt wird. Immer mehr Möglichkeiten der Systematisierung, auf Kosten von systemischen Tatsächlichkeiten.

Verstehen setzt Exformation voraus, zudem aber setzt Verstehen Erfahrungen voraus … und damit den direkten Austausch von Informationen, denn Leben ist tatsächliche Begegnung.

Bezogen auf die Geschichte des Lebens verstehen wir Menschen als Spezies immer weniger von dem, was diese eine Geschichte uns zwischen den Zeilen mitzuteilen hat, schließlich misslingt es uns zunehmend, unsere eigenen Kinder zu verstehen … doch wofür haben wir immer mehr Experten, die uns anhand neuester Datenerhebungen sagen können, was unsere Kinder brauchen und was mit ihnen nicht stimmt. Der Fluch einer flüchtigen Zeit, von Kindesbeinen an.

Die klassischen Krankheiten während des Wachstums von Kindern, einhergehend mit Fieber und Hauterscheinungen, lassen sich sehr bildhaft auf die Entwicklung der Erde übertragen. Den Kinderkrankheiten liegen ebenfalls Altlasten zugrunde, angesammelt durch das genetische und energetische Erbe der Eltern und durch den Verlauf von Schwangerschaft und Geburt. Die Auslöser der Erkrankungen liegen im unmittelbaren Umfeld des heranwachsenden Kindes, systemisch beschrieben im Buch ”Vom Sinn der Kinderkrankheiten”.

Wie man vergleichenderweise hier nachlesen kann, durchläuft auch unsere Erde einen derartigen Wachstumsprozess, Kinderkrankheiten inklusive, während etwas aus der Tiefe nach oben drängt und sich als ausgeprägte Symptome auf der Oberfläche zeigt. Wir nennen es flächenbedeckende Zivilisationen, zum Ausdruck gebracht durch den Abbau von Altlasten, während durch uns EINEN zeitgleich bereits zukünftige Neulasten geschaffen werden. Dabei ist dieser ausdrucksstarke Prozess eine Notwendigkeit, eben um die Befreiung von dieser Altlast zu ermöglichen … und nichts anderes machen Kinderkrankheiten, die umso mehr Angst und Schrecken verbreiten, je mehr man sich auf Daten verlässt, anstatt langjähriger direkter Erfahrungen zu vertrauen. Was Manfred von Ungern-Sternberg bezüglich der Entwicklung von Kindern beschreibt, die ihre Kinderkrankheiten im Laufe der Kindheit durchgemacht haben, lässt sich komplett auf die Entwicklung der Erde, und damit auch auf das Leben als Ganzes, übertragen, denn die Impfungen, die wir Kindern zukommen lassen, sind nichts anderes als die Datensätze, die immer mehr Informationen aus dem Kontext von Exformationen herausbefördern.

So betrachtet ergeht es der Menschheit im Ganzen wie einem einzelnen Kind. Beide durchleb(t)en ein Trauma und sind dem Schatten, welcher von Generation zu Generation weitervererbt wird, ausgesetzt. Was die Menschheit bis zum Höhepunkt ihrer Pubertät, dem Zenit, erlebt und durchmacht, gleicht der Kindheit der Kinder. In beiden Fällen spielt der technologische Fortschritt eine entscheidende Rolle, um sich der Schatten nicht stellen zu müssen, um sie zu leugnen, damit erst jenseits der Pubertät die Bewusstwerdung der wahren Hintergründe einsetzen kann. Daher auch die zunehmende Entfremdung von Exformation und Information, ist der Schatten doch das Kernproblem und das Trauma der Beginn des Lösungsweges, eingeleitet durch die Abnabelung von der Mutter bzw. von den ANDEREN, mit neuen Möglichkeiten, die den Eltern nicht zur Verfügung standen.

Unser Fortschritt dient der Vergangenheitsbewältigung der Menschheit. Es ist das Ausdrucksmittel des Prozesses, welcher durchlaufen werden muss, bevor Heilung letztendlich einsetzen kann. Daher auch die Kinderkrankheiten.

Typisch für die Pubertät ist, dass verwurzelte Erfahrungen, zuvor erwähntes verstandenes Wissen, in den Wind geschlagen werden. Nichts anderes widerfährt der Menschheit, unter anderem an der gesellschaftlichen Bedeutung der Impfungen oder der Kaiserschnitte zu erkennen … oder an den transhumanistischen Ideen, die in der Notwendigkeit des Natürlichen, des HARMONISIERENDEN, eine Bedrohung für uns Menschen sehen, so auch in den Kinderkrankheiten, oder in der von uns angenommenen Fehlerhaftigkeit unseres Genoms und unserer biologischen Beschränktheit:

”Every one of us was born into a fixed genetic endowment that is not of our choosing, not even of our parents’ choosing. In addition, we are each born unequal, with different (and often profoundly limited) physical, intellectual, and moral capabilities. And we are all subject to the limits of the ”human condition” in general, including the inevitability of death. Freedom from a fixed human nature that is conditioned by a particular historical path and is far from perfect will be the greatest and final freedom for humanity.[ … ]The freedom from human genetic bondage is in our hands. This is our frontier. Let us step forward with joy, courage, and responsibility.” Ted Chu – Human purpose and transhuman potential – S. 24-25

Doch der Mensch kann gar nicht ohne die ANDEREN sein, ist er selbst doch viralen und bakteriellen Ursprungs bzw. Ursprung des als Viren und Bakterien verkörperten ”Teils” des Gesamtbewusstseins. Geist entfaltet seine Möglichkeiten der Maximierung der Abgrenzung vom Leben als Ganzes und belügt sich somit selbst, wie es folgende Verhältnisse von Exformation und Information verdeutlichen:



  • Exformation verhält sich zur Information wie das Universum zur Erde, wie die Erde zum Erdkern, wie ein Körper zu seinen Organen, wie Organe zu ihren Zellen, wie Zellen zu ihren Zellkernen … wie das Gesamtbewusstsein zur Menschheit, wie das Terrain zur Karte, wie die Wirklichkeit zur Realität, wie Emotionen zu Gefühlen.
  • Solange Informationen im Rahmen der Exformation bleiben, liegt Kontext vor und Kohärenz ist möglich.
  • Komplexität ist besagtes Maß für gesprengte Rahmen und daraus folgender Entfremdung. Je ausgeprägter die Komplexität, desto mehr Daten können erhoben werden, um die entwurzelte Beziehung von Exformation und Information künstlich am Leben zu halten, wofür jedoch mehr und mehr Energie benötigt wird.

Zeigt sich in all diesen Dynamiken zwischen Exformation und Information nicht der scheinbare Fluch jenes Geschenks, von dem in den vorherigen drei Teilen der Schwarzmalerei die Rede war ? Zeigt sich die Bösartigkeit des Geistes nicht in der Systematisierung des Systemischen und damit in der Problematisierung des PROBLEMS ?

Was wäre unser Fortschritt, wenn es dieses energiereiche Geschenk, allen voran das Öl, nicht gäbe ? Wie stünde es dann um die Bewusstwerdung des Lösungsweges bezüglich des PROBLEMS ? Wie sähe es mit Big Data aus, wenn weder Holz, noch Kohle, noch Öl, oder aber Uran, verfügbar wären, um unseren Fortschritt anzufeuern ?

”Google’s tech is about commodifying the planet through unequal exchange of data, but it may have other affordances. Whereas all you can say about a business built on coal-fired power plants is that it has no future at all.”McKenzie Wark – Quelle

Bewusstsein ist der verantwortungsvolle Auftrag den Lösungsweg, über die Problematisierung des PROBLEMS, fortzuführen. Im Grunde aber ist Bewusstsein an sich nicht das Herausragende am Leben, sondern vielmehr die Bewusstwerdung im Streben allen Seins, in der Realisation aller bewussten Verkörperungen. Im aktuellen Universum ist die Menschheit das ”Mittel” zur Bewusstwerdung. Den ANDEREN wird dabei bewusst, was alles möglich ist, uns EINEN aber wird bewusst werden, was alles notwendig ist, damit die gemeinsame Bewusstwerdung allen verkörperten Lebens vollwertiger, intensiver, vollzogen werden kann, als jene, die zu jenem Bewusstsein geführt hat, von dem wir ALLE gemeinsam ”gestartet” sind. Dazu braucht(e) es den technologischen Fortschritt, dazu braucht(e) es das ”verfluchte” Geschenk, denn unser Fortschritt lässt wahren Fortschritt dort offensichtlich werden, wo unser Fortschritt nicht seinen eigentlichen, seinen von uns geplanten, Zweck erfüllt:

”Nuclear weapons are an example of the way science and technology can transcend their own horizon of origin and lead to precisely the opposite of what they were intended for when they were created.Other technologies, too, are transcended their horizon of origin – for example, the technology for conquering space led to the understanding of the life on our planet, and the technology for carrying out computations led to the knowledge that we cannot compute everything.” Tor Nörretranders – The user illusion – S. 404-405

Bewusstwerdung bedeutet zwischen den Zeilen zu lesen und ein Gefühl für das GANZE zu erspüren. Somit dient der technologische Fortschritt dem Offenbaren der Schatten, durch den Verlust verwurzelter Beziehungen. Menschliches Bewusstsein, wie jegliches Bewusstsein, benötigt Informationen, lässt sich aber mehr und mehr von den Möglichkeiten der Daten zu geistreichen Ideen verführen. So existiert die systematische Problematisierung des PROBLEMS als Verkettung von Trennungsängsten und Erwartungen, woraus sich zwangsläufig im Laufe der Zeit zu erwartende Trennungsängste und angstvolle Erwartungen ergeben und sich folgenschwer aneinanderketten. Der realisierte Weg ”zurück” zum eigentlichen Kern des Lebens, dorthin, wo Exformation und Information Eins sind, ist jedoch mitunter äußerst schmerzhaft und erfordert Vertrauen und Mut, sich in Wirklichkeit als die Bewusstwerdung wahren Fortschritts offenbarend. Diesbezüglich noch einmal, nein, dreimal, Tor Nörretranders:

”It is an acceptance, too, of the fact that because people know far more about each other than their consciousness knows, and because people do far more to each other than their consciousness knows about, it is not enough to decide on the right point of view and then convey it via the low bandwidth of language: One must simply do something that one believes is right to the depths of one’s organism. Because the effects are greater than we are conscious of.”Tor Nörretranders – The user illusion – S. 407”The religious philosopher Martin Buber belongs to the Hasidic movement that arose among Polish Jews in the 1700s. Its point is that union with the divinity is attained not by turning one’s back on the world but by going out into the world with one’s whole being, right in the middle of things. What is sacred is the enjoyment of life here and now. In his famous book Ich und Du (”I and Thou”), from 1923, Buber writes of God as ”the wholly Other” but also as ”the wholly Same, the wholly Present.” God changes and transforms, but is also ”the mystery of the self-evident, nearer to me than my I.””Tor Nörretranders – The user illusion – S. 411”The culture and civilization of consciousness has celebrated huge triumphs, but it also creates huge problems. The more power consciousness has over existence, the greater the problem of its paucity of information becomes. Civilization fills people with a lack of otherness and contradiction, which leads to the same kind of insanity we find in dictators surrounded by yes-men.[ … ]Consciousness does not contain much information, for information is otherness and unpredictability. Consciousness will find composure by acknowledging that people need more information than consciousness can supply. Man also needs the information contained in consciousness, just as we need a map to find our way around the terrain. But what really counts is not knowing the map – it is knowing the terrain.The world is far richer than we know from looking at a map of it. We ourselves are far richer than we know from looking at the map of ourselves.” Tor Nörretranders – The user illusion – S. 416-417

Für all diejenigen, die meinen Rahmen an Exformation nicht teilen bzw. auf die Schnelle informiert werden wollen, lasse ich James Clerk Maxwell meinen schwarzmalerischen Vierteiler folgendermaßen zusammenfassen:

”What is done by what is called myself is, I feel, done by something greater than myself in me.”

Entwurzelnder Geist ist böse und Energie hat Schuld daran … aber beide können nichts dafür, denn es kann nur realisiert werden was notwendig ist und was ermöglicht wird.

Dem wahren Fortschritt geht es dabei nicht darum, dass ein Lebewesen als Erster, als Bester, in die Geschichte eingeht, vielmehr geht es dem wahren Fortschritt um das Subtile in der Gemeinschaft. So kann weder Neid entstehen noch all die anderen Folgen geistiger Intervention, die reaktive Unordnung sich auftürmen lassen. Wahrer Fortschritt ist nur möglich, wenn sich Lebewesen eines gemeinsamen Raumes bewusst werden, in dem sie gemeinsame Zeit verbringen, von Angesicht zu Angesicht, so einen Rahmen schaffend, der Exformation hervorbringt. Technologischer Fortschritt kann das nicht leisten … aber dafür ist er ja auch weder gedacht, noch erdacht worden.

So nutze auch ich meine Texte um Exformation zu erschaffen, unter Einsatz von Energie, so verwurzelt wie mir möglich ist, im Rahmen des mir notwendig Erscheinenden. Dabei geht es nicht um Anerkennung, darum, besagter Erster zu sein, der vielleicht eine Theorie aufgestellt hat, die in unsere Geschichte eingehen wird. Nein, da ich mir des fehlenden Einklangs meines Rahmens mit den Rahmen der Leserschaft bewusst bin, sehe ich meine Arbeit, die ich jedoch nicht als solche empfinde, als Wegbereitung an, damit Andere aufgreifen können, was von mir bereits exformiert wurde. Reichlich Informationen habe ich so in den letzten fünf Jahren mittels des technologischen Fortschritts zusammengetragen, unzähligen Pfaden gleich, und als Datensätze in das Internet übertragen, tausende von DIN A4-Seiten breit. Doch wie steht es um die Tiefe ? Nun, ich vertraue ebenfalls auf das Subtile, welches die ANDEREN fortwährend vorleben. Denn, wie die Geschichte des Lebens es zeigt, kommt irgendwann immer ein Punkt, wo das Subtile ein weiteres Etappenziel auf dem gemeinsamen Lösungsweg des Lebens erreicht, jener zuvor erwähnte Evolutionssprung. In Wirklichkeit jedoch handelt es sich um das Interpretieren neuer Möglichkeiten innerhalb einer bestehenden Notwendigkeit, ist Bewusstwerdung doch nichts anderes als HARMONISIERUNG … es ist, als ginge einem der EINEN ein wesentliches Licht auf … so, wie es zu Beginn eines jeden neuen Tages den ANDEREN aufgeht, in der Chorgemeinschaft des Lebens.

”The world is deep: and deeper than day has ever comprehended.”
Nietzsche – Thus Spoke Zarathustra

”Great star! What would your happiness be, if you had not those for whom you shine! . . .
I must descend into the depths: as you do at evening, when you go behind the sea and bring light to the underworld too, superabundant star !”
Nietzsche – Thus Spoke Zarathustra

Die Sonne ist die Verbindung zwischen Exformation und Information. Sie ist der Informant des Lebens des aktuellen Universums und das Schlüsselloch im Tor zu den Sternen, dem morphogenetischen Feld. Jeder Stern eine Nervenzelle.

Im Kern der Erde jedoch steckt jenes Erbe der kosmischen Vorgenerationen, welches im aktuellen Kosmos ein Schattendasein fristet und böses Blut geistreich in Szene zu setzen vermag … der Stoff aus dem Familientragödien hervorgehen.

Besagtes Erbe bringt all die Möglichkeiten hervor, mit denen der pubertäre Expansionsdrang des technologischen Fortschritts realisiert werden kann. Dieses Erbe ist die dunkle Sonne, ein noch bestehendes Kernproblem, welches sich zum Trauma der Menschheit, der Abnabelung vom Gesamtbewusstsein, gesellt. Egal, welche Theorie was über den Kern der Erde besagt, ob flüssiges Eisen-Nickelgemisch, ob Plasma, oder Kernfusion, jede Vorstellung vom Kern erscheint immerzu im Licht der Exformation des zugehörigen Rahmens der gewohnten, gesellschaftstauglichen Betrachtungsweise.

”The sensations we drink from the black sun afflict us as ruinous passion, skewering our senses upon the drive to waste ourselves.” Nick Land – The Thirst for Annihilation: Georges Bataille and Virulent Nihilism. – S. 29

Ja, was wäre der Fortschritt ohne Öl wirklich wert ?

Was wäre der Mensch ohne Viren und Bakterien bzw. ohne das Bewusstsein, welches sie verkörpern ?

Was wäre das Leben ohne jene Biosphäre, die, tief im Innern der Erde, sich dem Sonnenlicht entzieht und sich stattdessen vom Öl ernährt, wie es Thomas Gold in seinem Buch ”The deep hot biosphere” beschreibt und auch anderswo für Erstaunen sorgt ?

Wo das Leben als Ganzes seine Wurzeln hat, dürfte immer deutlicher werden. Noch deutlicher aber wird, was das für die Biozentrik des Universums bedeutet … und für die ”Anfänge” des Gesamtbewusstseins, als dieses Universum noch in den Kinderschuhen steckte … und zwar in den Kinderschuhen der Menschheit !

Kein Wunder also, dass wir immer tiefer graben und bohren müssen, um jenes Trauma tatsächlich zu verstehen, welches uns seit unserer gemeinsamen Kindheit in Form geistiger Errungenschaften verfolgt, uns so immer gesellschaftsfähiger werden lassend, jedoch immer unfähiger der Gemeinschaft des Lebens als Ganzes verantwortungsvoll zur Seite zu stehen … denn woher sonst kommen so obskure Ideen wie f***ing fracking !?

Peter Gabriel – Digging in the dirt

Something in me, dark and sticky
All the time it’s getting strong
No way of dealing with this feeling
Can’t go on like this too long

Teil 1, 2 und 3:

Teil 1 … Schwarze Pflanzen als Zeichen des Fortschritts

Teil 2 … Schwarzes Gold als Zeichen der Verbundenheit

Teil 3 … Finstere Gedanken aus Mittelerde


Quelle: faszinationmensch.com

Autor: Guido Vobig

Beitragsbild: The Ghost in the Escalator – www.piqs.de

TTIP_Transatlantisches_Freihandelsabkommen_Umweltinstitut_Muenchen_e.V._Aktionslogo_Trade_in_Services_Agreement_Freihandelszone_Deregulierung_ISDS_Investor_State_Dispute_Settlement_CETA

TTIP – ein Skandal – Aushebelung von Demokratie und Rechtsstaat

Immer wieder stelle ich in meinem Umfeld fest, dass die Öffentlichkeit sich weiterhin erfolgreich irreführen lässt. An Stammtischen, ja selbst in Parlamenten, wird nur über Chlorhühnchen, gentechnisch veränderten Mais und andere Laxheiten des amerikanischen Verbraucherrechts gesprochen. Die fast diktatorische Beschränkung demokratischer Selbstbestimmung der Transatlantic Trade and Investment Partnership (TTIP) wird kaum erwähnt. Sicherlich gibt es in vielen investigativen Medien Aufrufe, Petitionen und Demontrationen, welche sich gegen TTIP aussprechen, doch dem Großteil der Bevölkerungen aller Länder ist kaum klar, was wirklich auf sie zukommen kann und warum es so wichtig ist, TTIP zu stoppen. Um möglichst vielen Menschen die Problematik näher zu bringen, mag zum Beispiel das Thema Bildung und Kultur dienen, damit das Thema fassbarer wird.

Hierzu schreibt Autor Jens Jessen in einem Artikel in der ZEIT-Online:

„Es geht nämlich im Kern nicht um die Aufhebung von Zöllen oder Importverboten wie in klassischen Freihandelsabkommen. Es geht nicht um den äußeren Zaun, den Staaten zum Schutz ihrer Wirtschaft oder von Verbraucherinteressen errichten. Es geht um die innerstaatlichen Gesetze, um Regulierungen und Subventionen, die einst mühsam errungen wurden, nun aber mit dem Makel behaftet werden, einem auswärtigen Investor das Geschäft zu erschweren. Nehmen wir ein Beispiel aus dem Bereich der Kulturpolitik, die immerhin vergleichsweise früh protestiert hat, und stellen uns einen amerikanischen Filmproduzenten vor, der auf dem europäischen Markt dem subventionierten deutschen oder französischen Kino begegnet. Nach dem Willen der TTIP könnte er verlangen, dass ihm die gleichen Subventionen gezahlt werden – oder ersatzweise sämtliche Subventionen gestrichen werden. Damit wäre die Idee der Filmförderung, die ja gerade das europäische Kino neben der Hollywoodkonkurrenz am Leben erhalten will, konterkariert. Das deutsche Kino, auch wenn es den amerikanischen Blockbustern noch nie einen Zuschauer weggenommen hat, wäre tot.

Nun könnte man sagen (und hat es schon gesagt), ein dermaßen fragiles und unpopuläres Pflänzchen wie der europäische Autorenfilm müsse nicht künstlich am Leben erhalten werden. Das mag sogar sein, ist aber nicht der Punkt. Der Punkt besteht darin, dass demokratische Parlamente in Europa beschlossen haben, ihre Filmindustrie zu fördern – und nun erleben müssten, dass dieser oder andere Beschlüsse durch das Abkommen kassiert würden, automatisch sozusagen und ohne jede ausdrückliche demokratische Entscheidung.“

Es geht also unter anderem um subventionierte Bereiche, welche dann zukünftig nur noch unter dem „Vermarktungsgesichspunkt“ gesehen würden. „Subventionierte Wirtschaftsbereiche“ würden im Zuge von TTIP völlig abgeschafft.

Im kulturellen Bereich wäre keine große oder kleine Bühne, schon gar kein Opernhaus, ohne Subventionen bzw. Zuschüsse lebensfähig. Von einer Stadt oder einem Land geförderte Projekte, aus Gründen der Tradition oder Bildungspflege, wären gemäß TTIP nicht mehr machbar. Ähnliches würde für Symphonieorchester oder im Prinip auch für öffentlich-rechtliche Rundfunksender gelten. Es gäbe überhaupt keine Kultur-, Medien- oder auch Bildungspolitik im europäischen Sinne mehr. Ebenso wären öffentliche Hochschulen tendenziell bedroht, denn sie müssten genauso teuer werden wie private Akademien und könnten ansonsten schließen. „Das Schicksal von Kultur und Bildung ist also ungewiss. Das kann es auch bleiben; denn was der Vertrag darüber hinaus an Anschlägen auf die nationale Gesetzgebung vorsieht, übertrifft seine Kulturfeindlichkeit bei Weitem.“ (Jens Jessen)

TTIP hebelt die meisten Regulierungen aus, die zum Schutz des Bürgers und der Volkswirtschaft erlassen wurden, wenn sie dazu geeignet sind, ausländische Investitionen zu behindern. Manche meinen, dass TTIP ausschließlich zum Vorteil der USA konstruiert wurde. Dies ist eine Fehlmeinung und fördert höchstens den Antiamerikanismus. Es handelt sich um keinen Vertrag, den die USA zulasten Europas durchdrücken wollen, sondern um einen Vertrag den das internationale Kapital zulasten der nationalen Demokratien abschließen will. Die USA ist also nur Mittel zum Zweck. „Die strengeren amerikanischen Regeln zur Bankenaufsicht und Börsenkontrolle müssten auf Verlangen europäischer Finanzdienstleister ebenso weichen wie die deutschen Nahrungsmittelgesetze auf Wunsch amerikanischer Landwirte. Der Kongress in Washington, der gerade erst die Banken an die kurze Leine genommen hat, würde durch den Vertrag ebenso düpiert wie jedes europäische Parlament.“ (Jens Jessen)

Im Besonderen ist eine Bestimmung dazu geeignet, die „Teufelei“ aufzuzeigen, welche das internationale Kapital durchdrücken möchte. Es geht um den Schutz einer schon getätigten Investition vor kommenden Regulierungen. „Sollte ein nationales Parlament Gesetze beschließen, einen Mindestlohn beispielsweise oder eine Umweltauflage, die geeignet wären, die Gewinnerwartung des Investors zu schmälern, müsste der betreffende Staat dem Investor den entgangenen Profit ersetzen. Nehmen wir einmal an, ein Bergbauunternehmen würde bei seiner Tätigkeit das Grundwasser gefährden und das Parlament daraufhin die Art der Bohrarbeiten verbieten oder einschränken – das würden teure Gesetze werden. Der Staat müsste über den Schutz von Bürgern und Umwelt nach Kassenlage entscheiden.“

Der Vertrag sieht jedoch nicht nur Schadensersatz vor, wenn z. B. die Regierungen nationaler Staaten „renditeschmälernd“ tätig würden. Eine Lohnerhöhung durch Tarifverhandlungen von Gewerkschaften wären beispielsweise ebenfalls dazu geeignet die Rendite von Investoren zu verringern und diese müssten dann entschädigt werden. Die Steuerzahler müssten also für alles aufkommen, was den Gewinnbestrebungen von ausländischen Unternehmen entgegen steht. TTIP ist rechtlich gesehen ein klassisch sittenwidriger Vertrag, der einen Vertragspartner einseitig benachteiligen und Risiken auf Staaten abwälzen würde, die nicht in ihrer Verantwortung liegen.

Ein weiterer schwerwiegender Einschnitt beträfe die gemäß Vertrag einzuführenden Schiedsgerichte, welche für den Streitfall eingeführt würden. Der Vertrag sieht vor, dass diese geheim tagen, mit privaten Anwälten besetzt und ihre Urteile von nationalen Gerichten nicht anfechtbar wären.

Wenn man die Dinge weiterspinnt, dann wären Parlamente nur noch Marionetten, welche ausschließlich Gesetze im Sinne der Vertrags beschließen würden. Somit wäre die Demokratie und der Rechtsstaat endgültig vom Tisch und wir würden in allen Lebensbelangen nur noch vom internationalen Kapital abhängen. Eine grausige Vorstellung!

Es ist wichtig, sich mit dem Thema zu beschäftigen und sich an entsprechenden Aktionen zu beteiligen! Daher möchte ich hier noch einmal ausdrücklich darauf aufmerksam machen. Wenn TTIP durchkommt, dann brauchen wir uns um sonstige Belange keine Sorgen mehr zu machen und rücken in den Status einer manipulierten Herde, welche nur noch dem Kapital dient. Freiheit, Verantwortung und Menschenrechte wären somit endgültig vom Tisch. „Tatsächlich muss ein Argument gegen die Verfechter der TTIP gefunden werden, die massenhaft neue Arbeitsplätze und Wohlstand versprechen (Interview „DIE ZEIT“ mit US-Chefunterhändler Michael Froman) und darum, wie das Beispiel Sigmar Gabriels zeigt, keineswegs nur auf der rituell verdächtigten Arbeitgeberseite zu finden sind. Vielleicht kann dieses Argument nur lauten: dass Freiheit nun einmal ihren Preis hat. Vielleicht haben wir zu lange Freiheit und Wohlstand zusammengedacht, als dass wir noch wüssten, dass sie auch auseinandertreten können. Aber wenn uns die Demokratie etwas wert ist, müssten wir auch bereit sein, uns von einem Freihandel, der sie bedroht, abzuwenden und eine Freiheit in Armut zu wählen.“

Eure Caillea


Onlineaktion: Deine Antwort auf TTIP

um Dampf aus der Debatte um das transatlantische Freihandels- und Investitionsabkommen TTIP zu nehmen, kündigte EU-Handelskommissar Karel de Gucht eine Öffentlichkeitsbeteiligung an. Noch bis 07.07.2014 werden die Bürger und Bürgerinnen zum Investitionsschutz im TTIP befragt. Allerdings werden die entscheidenden Fragen nicht gestellt und das Verfahren ist so kompliziert, dass es kaum jemand nutzt. Durch unsere neue Onlineaktion haben wir für Sie eine Möglichkeit geschaffen, sich einfach daran zu beteiligen und das Konsultationsverfahren zum Protest zu nutzen.

Das Umweltinstitut München hat deshalb für Sie Antwortvorlagen erstellt, mit der Sie einfach am Konsultationsverfahren mitmachen können. Wir machen es zu einem Protestinstrument gegen Sonderrechte für Konzerne und die Abkommen TTIP und CETA.

Funktionieren Sie hier den Fragebogen der EU-Kommission zu einem Protestinstrument gegen Sonderrechte für Konzerne und die Abkommen TTIP und CETA um.

Bitte beteiligt Euch unbedingt an der Aktion! Der nachfolgende Link führt direkt zum Umweltinstitut München, ebenso zu weiteren Informationen!

Umweltinstitut_München


Weiterführende Informationen:

Wie sieht der Vertrag TTIP aus? – Das erste Leak des deutschsprachigen TTIP Mandats für die Geheimverhandlungen zwischen EU und USA.

WICHTIG: EU_US Leitlinien Verhandlungen Freihandel Abkommen_2013 juni 17Leitlinien für die Verhandlungen über die transatlantische Handels- und Inves- titionspartnerschaft zwischen der Europäischen Union und den Vereinigten Staaten von Amerika

Mehrere Beiträge zu TTIP in  Kritisches Netzwerk

Mein eigener Beitrag zu TiSA – Das Abkommen zum Handel mit Dienstleistungen und die Agenda der Konzerne

Beitragsbild: Stoppt TTIP – Umweltinstitut München e.V.

Paul_Krugman_Professor_Neue_Oekonomische_Geographie_Wirtschaftsnobelpreis_2008_Klimawandel_The_Intergovernmental_Panel_on_Climate_Change_Saral_Sarkar_IPCC_Erderwaermung_New_York_Times

Krugmans Illusion: Wir werden immer reicher, schädigen aber die Umwelt nicht

von Saral Sarkar

Vor etwa zwei Wochen las/hörte ich in deutschen Medien Berichte über den fünften IPCC-Report (⇒ zur engl.-sprachigen Webseite: The Intergovernmental Panel on Climate Change) zum Klimawandel, vor allem über den dritten und letzten Teil davon. Inzwischen haben wir uns an die regelmäßigen Hiobsbotschaften vom IPCC gewöhnt; wir sind gegen dieses Thema fast unempfindlich geworden. Aber eine Aussage von Prof. Dr. Ottmar Edenhofer, einer der drei Ko-Vorsitzenden der dritten Arbeitsgruppe, hat mich aufhorchen lassen. Er sagte: „Es würde nicht die Welt kosten, den Planeten zu retten“; die Kosten für die Begrenzung der Erderwärmung auf 2 Grad Celsius würden nur 0,06 Prozent weniger jährliches Wachstum sein, als das, was sonst möglich wäre.

Dann, ein paar Tage später, las ich in der New York Times in der Ausgabe vom 17.04.2014 einen Artikel von Prof. Dr. Paul Krugman (siehe Foto, Nobelpreisträger 2008 in Wirtschaftswissenschaften) mit dem Titel „Climate Change: Salvation Gets Cheap“ (Klimawandel: Rettung wird billig). Bezugnehmend auf die frohe Botschaft über die Kosten für die Rettung des Planeten, die von der IPCC, schrieb Krugman, er denke, dass das drohende Problem Klimawandel gelöst sei. Er ging sogar noch weiter. Er schrieb: “ … es gibt keinen Grund, warum wir nicht reicher werden und dabei unsere negative Auswirkung auf die Umwelt reduzieren können.“

Man darf vielleicht noch die Hoffnung hegen, dass die Menschheit irgendwie, im letzten Augenblick, die Bedrohung des Klimawandels würde abwenden können. Aber ich denke, es ist unmöglich, dass wir alle reicher werden können, ohne dabei die Umwelt zu ruinieren. Das sind zwei verschiedene, wenn auch verwandte, Sachen.

Sind die erneuerbaren Energien Emissionsfrei?

Krugman bezieht sich auf eine Studie des Energieministeriums der USA – eine mit dem Titel Revolution Now – und kommentiert: „Das klingt nach Übertreibung. Aber Sie begreifen, dass das keine ist, wenn Sie erfahren, dass der Preis von Solarmodulen allein seit 2008 um mehr als 75 Prozent gefallen ist.“ Nehmen wir an, dass diese bestimmte Information zuverlässig ist. Aber was hat das mit der Abwendung der Gefahr des Klimawandels zu tun? In allen Fällen industrieller Produktion, gibt es Kosten, die so genannten Externalitäten (externalisierte Kosten), die nicht oder nicht ganz von den Unternehmen getragen werden, die die betreffenden Waren produzieren. Solche Kosten werden deshalb auch nicht in der Form von höheren Preisen an die Käufer weitergereicht. Atmosphärische und Meeresverschmutzung durch Schadstoffemissionen sind die besten Beispiele dafür. Solche Kosten werden entweder gar nicht, von niemandem, getragen, oder sie werden sozialisiert, d.h. von allen Mitgliedern einer Gemeinschaft getragen – eines Dorfes, eines Landes, einer Region, der Nachbargemeinschaften oder der gesamten Weltgemeinschaft. Wie es deutsche Ökologen ausdrücken, Preise sagen nicht die ganze Wahrheit über die Kosten. Sozialisierte Kosten können für die betroffenen Gemeinschaften einige unmittelbare Geldkosten zur Folge haben. Es kann aber auch sein, dass die zukünftigen Generationen eines Tages diese Kosten in irgendeiner Form würden tragen müssen – entweder als Geldkosten (z.B. für die Reparatur der Schäden) oder als Verschlechterung der Gesundheit und/oder als Umweltzerstörung verschiedener Arten.

Wir wissen, dass wir, im Falle des Klimawandels, heute unter den negativen Auswirkungen von in der Vergangenheit in großem Ausmaß externalisierten Kosten leiden. Gemeint ist hier die Emission von Treibhausgasen in die Atmosphäre, die auch in der Gegenwart tagtäglich geschieht. Darum ist es besonders wichtig, Folgendes zu fragen: Werden nicht Treibhausgase auch von solchen Industrien emittiert, die an der Produktion oder Extraktion der Rohstoffe und Ausrüstungen beteiligt sind (Silizium, Solarmodule, Windturbine, Rotoren, Palmöl etc. etc.), die bei der Erzeugung von erneuerbaren Energien verwendet werden? Es besteht kein Zweifel, die Antwort ist: doch. Solche Industrien werden zumeist mit konventioneller Energie betrieben, die zum größten Teil durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe erzeugt werden.

Smog_in_Tokyo_Luftverschmutzung_Emissionen_Treibhausgase_Treibhauseffekt_Atmosphaere_fossile_Brennstoffe_peak_oil_climate_change_IPCC_report_by_Wilhelm_Joys_Andersen_from_Oslo_Norway

Wir wissen, dass im Stadium der direkten Umwandlung vom Sonnenschein und Wind in Strom keine Treibhausgase emittiert werden. Aber die Lieferung des so erzeugten Stroms an die Verbraucher benötigt auch Rohstoffe und Ausrüstungen, so werden wieder Treibhausgase emittiert. Denn Kupferkabel, Strommaste, Transformatoren, Speicher wie Batterien etc. werden von Industrien hergestellt, die zumeist konventionelle Energie verbrauchen, die größtenteils durch Verbrennung von fossilen Brennstoffen erzeugt wird. Das heißt: auch die Lieferung von erneuerbaren Energien verursacht Emission von Treibhausgasen.

Man könnte meinen, dass alles in allem, d.h. bei der Produktion und Lieferung einer gewissen Menge Strom, Solar- und Windkraftwerke weniger Treibhausgase emittieren als Kohle- oder Ölkraftwerke vergleichbarer Größe, weil sie ja im Stadium der Umwandlung vom Sonnenschein und Wind in Strom keine fossilen Brennstoffe verbrennen. Das mag stimmen oder nicht. Ich kenne keine Vergleichszahlen zu dieser Frage. Es muss sehr schwierig sein, einigermaßen richtige Zahlen zu dieser Frage auszurechnen. Aber wir können eine Ahnung davon haben, wenn wir das Thema Energiekosten der Produktion von erneuerbaren Energien behandelt haben.

Preis versus Energiekosten von Energie, oder der EROEI

Jeder Ökonom weiß, dass der Preis einer Ware von vielen Faktoren abhängt: Angebot und Nachfrage, Produktionskosten, Steuern, Wettbewerbslage auf den verschiedenen relevanten Märkten, Gewinnerwartung der Unternehmer, ob die Branche Subventionen und andere Begünstigungen (z.B. durch Schutzzoll) von ihrem Staat erhält etc. Produktionskosten hängen vom Stand der Technik, Löhnen und Gehältern, Größenordnung der Produktion und den Preisen der benötigten Rohstoffe und Zwischenerzeugnisse (z.B. Energie), die wiederum von allen diesen Faktoren abhängen.

sparlampe-3Aber wenn wir über die Produktion von Energie sprechen, dann müssen wir noch eine andere Sache in Betracht ziehen. Abends wollen wir Licht, für das wir Energie in Form von Strom oder einer Flamme auf einer Öllampe verbrauchen. Licht und Energie sind zwei verschiedene Dinge. Wir mögen bereit sein, jede Menge Energie zu verbrauchen, um Licht in gewünschter Menge und Intensität zu bekommen. Aber wenn wir Energie mit Energieverbrauch produzieren wollen, dann wäre es nicht sinnvoll, wenn wir, sagen wir, 9 Einheiten Energie mit Verbrauch von 10 Einheiten Energie produzieren.

Wir müssen auch zwischen verschiedenen Energieformen unterscheiden. In Wärme- und Kernkraftwerken wird elektrische Energie durch Umwandlung von Wärmeenergie produziert, die wir durch Verbrennung von Kohle, Öl oder Gas, oder durch Spaltung von Atomkernen produzieren. (Wir produzieren elektrische Energie auch durch die Nutzung der Energie des fallenden Wassers.) Da wir unbedingt elektrische Energie brauchen – für Hunderte Arten von Arbeit, z. B. für Arbeit mit einem Computer –, mögen wir bereit sein, jede Menge an Wärmeenergie (oder Energie des fallenden Wassers) zu verbrauchen, um die gewünschte Menge an elektrischer Energie zu bekommen. Nachdem elektrische Energie erzeugt ist, wird sie an Millionen von Betrieben, Haushalten usw. geliefert, wo sie für verschiedene Arten von Arbeit verwendet wird.

Jetzt kommt der für unser heutiges Thema sehr relevante Punkt. Fabriken, die Photovoltaik-Module, Windturbine, Rotoren usw. herstellen, verbrauchen Strom. Selbst wenn sie für bestimmte Schritte im Produktionsprozess etwas Wärmeenergie brauchen, benutzen sie in der Regel Strom, um die Wärme zu erzeugen. Da Photovoltaik-Anlagen, Windkraftanlagen usw. elektrische Energie erzeugen, also die gleiche Form von Energie, die die Fabriken verbrauchen, um diese Anlagen herzustellen, machen solche Anlagen nur Sinn, wenn sie in ihrer gesamten Lebensdauer von ca. 15 bis 20 Jahren mehr Energie erzeugen als die Menge, die verbraucht wird, um sie herzustellen – mit anderen Worten, wenn ihre Energiebilanz positiv ist. Heutzutage gebraucht man auch den Kürzel-Begriff EROEI (energy return on energy invested), um das Verhältnis der erzeugten Energie zu der investierten Energie anzugeben.

Es gibt viel Ungewissheit über die Energiebilanz (Energy Returned on Energy Invested = ERoEI) sowohl von Photovoltaik- als auch von Windturbinentechnologie zur Erzeugung von Strom. Es gibt Leute (mich eingeschlossen), die bezweifeln, dass die Energiebilanz von Photovoltaik-Technologie überhaupt positiv ist. Was die Windenergietechnologie betrifft, denken diese Leute, dass ihre Energiebilanz zwar positiv ist (2 – ?/1), dass sie aber nicht positiv genug ist, um erfolgreich mit Wärmekrafttechnologie konkurrieren zu können. http://de.wikipedia.org/wiki/ERoEI

Solartechnik Solaranlage Solarfeld erneuerbare Energie 484253_by_Andreas Hermsdorf_pixelio.de_Diese Ungewissheiten und Zweifel halten an, weil es sehr schwierig, vielleicht sogar unmöglich, ist, den genauen EROEI dieser Technologien auszurechnen. Zu viele Aspekte der Studien, die bisher gemacht worden sind, um zu den derzeit bekannten unterschiedlichen Ergebnissen zu kommen, beruhten (beruhen mussten) auf Annahmen und Mutmaßungen. Ich lese Berichte über solche Studien seit etwa Anfang der 1990er Jahre. Ich fand, dass im Jahre 1991 einige Forscher behaupteten, dass in europäischen Klimas die Energierücklaufzeit (energy pay-back time = EPBT) der Photovoltaik-Technologie – die Zeit, die ein Photovoltaik-Modul braucht, die Menge Energie zu ernten, die in seine Herstellung investiert wurde, – 1,2 bis 2,1 Jahren war. Diese Zahlen waren im Großen und Ganzen vergleichbar mit denen der großen Wärme- und Kernkraftwerke; d.h. die Photovoltaik-Technologie war angeblich schon 1991 wettbewerbsfähig. Aber im Jahre 1995 – nach vier Jahren weiterer Forschung und Entwicklung – rechnete ein anderer Forscher aus, dass diese Zahl (d.h. die EPBT der Photovoltaik-Technologie in europäischen Klimas) 9 Jahre war. Ähnlich, während eine Studie 1984 feststellte, dass der EROEI der Photovoltaik-Technologie 1,7/1 bis 10/1 betrug (offensichtlich in verschiedenen Klimazonen), rechnete 1996 eine andere Studie aus, dass er 0,41/1 (d.h. negativ) betrug.

Die jüngsten Zahlen, die ich habe, sind aus einem Artikel von Ted Trainer (April 2014), der auch seit langem diese Frage studiert. Er schreibt vorsichtig: „… mehrere neuerliche Studien haben herausgefunden, dass, wenn alle relevanten Faktoren berücksichtigt werden, das Verhältnis von mit einem Photovoltaik-Modul in seiner gesamten Lebensdauer erzeugter Energiemenge zu der Energiemenge, die nötig ist, es herzustellen, ist nicht 10/1, wie allgemein angenommen wird, oder 60/1, wie einige Verfechter dieser Technologie behauptet haben, sondern wahrscheinlich zwischen 4/1 und 2,4/1“ (die EROEI- und EPBT-Zahlen sind von Sarkar 1999: Kapitel 4; Heinberg 2003: 152f; Trainer 2014).

Diese Ergebnisse sind nicht nur deswegen ungenau, weil sie zu großem Teil auf Vermutungen und vielen Annahmen beruhen mussten, sondern wohl auch deswegen, weil die Forscher nicht die gleiche Methodologie verwendeten. Auch die Zeit und der Ort der Studien unterschieden sich (die Zeit ist relevant für die technologische Entwicklung und der Ort für die Menge und Intensität des Sonnenscheins). In einer solchen Situation, denke ich, ist es zulässig, Logik und gesunden Menschenverstand zurate zu ziehen, um ein annähernd richtiges Bild von den Aussichten und Versprechungen der erneuerbaren Energien zu erhalten. Dann kann man nicht umhin, ein paar Fragen zu stellen:

Grevenbroich, Kraftwerk Frimmersdorf, StrommastenWenn Solarstromanlagen seit 2008 so billig geworden sind, warum bestehen Energieunternehmen in aller Welt immer noch darauf, neue auf Kohle- und Ölverfeuerung basierende Wärmekraftwerke zu bauen? Und warum suchen Ölgesellschaften immer noch nach Öl, zu enormen Kosten, tief unter dem Meeresboden im Atlantik oder dem Nordpolarmeer? Warum will die japanische Regierung die Atomkraftwerke, die im Gefolge der Fukushima-Katastrophe abgeschaltet worden waren, wieder in Betrieb nehmen? Warum hat Indien, das sehr reich an Sonnenschein und Wind ist und das eine lange Küste besitzt, noch nicht entschieden, Abschied von konventionellen Strom-Technologien zu nehmen, die auf Kohle und Uran basieren? Warum zahlt es immer noch jedes Jahr eine enorme Summe für Ölimporte? Die Entscheidungsträger all dieser Unternehmen und Regierungen können doch gut rechnen!

Und warum müssen Erzeuger von Ökostrom in Deutschland immer noch die Garantie fordern und gewährt bekommen, dass ihnen jede produzierte Menge Strom abgekauft wird, und das zu garantierten Preisen, die sehr viel höher liegen als die Preise für konventionell erzeugten Strom? Das ist eindeutig Subventionierung. Offenbar können sich erneuerbare Energietechnologien im Wettbewerb mit den konventionellen nicht durchsetzen.

Hier sind ein paar Worte über Subventionen notwendig. Auch andere Industrien erhalten Subvention dieser oder jener Art. In Deutschland z.B. erhält der Steinkohlebergbau den so genannten „Kohlepfennig“. Aber es gibt einen wesentlichen Unterschied zwischen der Preissubvention, die die erneuerbaren Energietechnologien erhalten, und den Kohlepfennig. Wenn die letztere Subvention nicht mehr bezahlt wird, wird der Steinkohlebergbau in Deutschland nicht mehr existieren, weil die deutsche Steinkohle aus Kostengründen nicht mehr wettbewerbsfähig ist. Aber der Steinkohlebergbau an sich wird weiterleben – in anderen Ländern. Aber die erneuerbaren Energietechnologien würden vielleicht gar nicht existieren können, nirgendwo, wenn die Preissubvention ausfällt, weil eben ihr EROEI negativ oder zu wenig positiv ist. Es gibt auch andere Arten von Subventionen, deren Zweck es ist, den Preis einer Ware aus politischen Gründen niedrig zu halten. In Indien wird z.B. Benzin subventioniert. Wenn die Subvention entfällt, wird der Benzinpreis steigen, und es wird politische Unruhen geben, aber die Benzinindustrie wird nicht aufhören zu existieren. Denn sowohl Erdölförderung als auch Benzinproduktion sehr hohe EROEI-zahlen aufweisen.

Die Aussichten für erneuerbare Energien

Aber werden sie in Zukunft in der Lage sein, die konventionellen Energietechnologien auszustechen? Oder können sie in nächster Zukunft diese überflüssig machen und den gesamten Energiebedarf der Industriegesellschaften decken, wie manche Optimisten hoffen? Ich denke, die Aussichten für erneuerbare Energien sind negativ. Wir wissen, dass leicht zugängliche und leicht ausbeutbare Rohstoffquellen, insbesondere solche von konventionellen fossilen Brennstoffen, allmählich erschöpft werden und dass neue Funde die verbrauchten Mengen nicht kompensieren können (wir hören ja von peak oil). Die geographischen und geologischen Bedingungen, unter denen die neuen Quellen erschlossen und ausgebeutet werden, verschlechtern sich zunehmend. Wir können solche Bedingungen nicht ändern. Denken wir an Erdölförderung aus dem Boden unter dem Arktischen Ozean! Folglich muss mehr und mehr Energie investiert werden, um Rohstoffe zu extrahieren: Kohle, Öl, Gas, Uran, Metallerze, Sand und Steine, seltene Erden etc. Das heißt, ihre energetischen Produktionskosten (die teilweise auch in ihren finanziellen Produktionskosten reflektiert werden) steigen stetig an.

Solaranlagen Solarfeld Solarenergie 604800_by_Rainer Sturm_pixelio.de_Nun werden alle Ausrüstungsgegenstände aller erneuerbaren Energietechnologien – Solar- und Windkraftanlagen, Biokraftstofffabriken usw. – genau mit solchen Rohstoffen gebaut. Das heißt, die Energie-Investition (EI) in den Bau solcher Kraftwerke steigt kontinuierlich an. Aber der durchschnittliche Energiegehalt vom Sonnenschein und die Tatsache, dass die Sonne nicht in der Nacht scheint, sind kosmologische Konstanten. Klimaforscher sagen voraus (und wir merken es schon), dass mit dem Klimawandel die Windgeschwindigkeit bei Stürmen stark zunehmen wird. Aber das wird Windkraftanlagen wenig nützen. Denn bei starkem Wind müssen deren Generatoren ausgeschaltet werden. Bei solchem Stand der Dinge kann künftig der EROEI der erneuerbaren Energietechnologien nicht steigen. Er wird eher zurückgehen, trotz kleineren technologischen Verbesserungen, die schon möglich sind. Wunder geschehen nicht.

Aber eine Frage bleibt noch: Wie kommt es, dass Preise von Solarmodulen stark gefallen sind? Wie oben gesagt, Preise von Waren hängen von mehreren Faktoren ab. Im Falle von Solarmodulen ist es bekannt, dass die Hauptursache für deren Preisverfall ist, dass die chinesischen Hersteller in großem Stil auf den Weltmarkt getreten sind. Sie haben keinen technologischen Durchbruch geschafft. Aber ihre Löhne sind sehr viel niedriger als die in Europa und Amerika; sie haben weniger Umwelt- und andere Auflagen; und ihr Staat gewährt ihnen Subventionen und andere kommerzielle Begünstigungen. Und obendrein bieten sie ihre Produkte zu Dumping-Preisen an. Die fünf oder sechs deutschen Hersteller, die vor kurzem in Konkurs gegangen sind, und die, die vom Konkurs bedroht sind, geben diese Gründe für ihre Misere an. Sie beschwerten sich bei der EU-Kommission und forderten sie auf, Beschränkungen über chinesische Ausfuhren der Ware nach Europa zu verhängen. Der Fall endete mit einem Kompromiss. Aber das half den deutschen Herstellern nicht, die bereits bankrott waren. Eine weitere Erklärung für den Preisrückgang ist die Vergrößerung des Produktionsumfangs, die durch die Fördermaßnahmen des Staates in den reichen Ländern ermöglicht wurde.

Ich denke, der Disput wird in den nächsten zehn Jahren entschieden sein – durch konkrete Fakten vor Ort. „Inzwischen räumen auch EE [erneuerbare Energie]-Befürworter ein“, stellt ein grüner Wissenschaftler fest, „dass mit einer dauerhaft rentablen Solarstromerzeugung nördlich des Mittelmeers nicht zu rechnen ist“ (Wiesenthal 2013:29).

Der Unterschied zwischen „machbar “ und „lebensfähig“

„Aber“, Enthusiasten von erneuerbaren Energien fragen mich, „warum schließen Sie ganz aus, dass es Industriegesellschaften eines Tages gelingen wird, nicht-erneuerbare Energien hundertprozentig durch erneuerbare zu ersetzen?“ Im Prinzip könnte das natürlich auch irgendwann möglich werden. Die Zukunft ist im Prinzip immer ungewiss. Aber wir müssen schon heute beginnen zu handeln, um vorhersehbare Katastrophen in nicht allzu ferner Zukunft zu verhindern. Das bedeutet, wir müssen auf der Grundlage von weniger als 100prozentig sicherem Wissen handeln. Um effektiv handeln zu können, müssen wir dann zumindest wissen, oder versuchen, aus bekannten Tatsachen zu schließen, was wahrscheinlich ist und was nicht. Ich halte es nicht für wahrscheinlich, dass selbst die besten Erneuerbare-Energie-Technologien der Zukunft es schaffen werden, eines Tages den gesamten Energiebedarf der Industriegesellschaften zu decken.

Wenn wir mit Licht von Öllampen zufrieden sein könnten und alle Arbeiten mit manueller und tierischer Arbeitskraft plus Wärmeenergie von Holzfeuer verrichten könnten, dann bräuchten wir keine fossilen oder nuklearen Energiequellen. Aber das wäre keine industrielle Wirtschaft, die ohne Strom und ohne flüssige oder gasförmige Energie nicht funktionieren kann. Alle diese letzteren Formen von Energie von Sonnenschein oder Wind zu bekommen, ist zwar machbar, aber die betreffenden Energietechnologien sind nicht lebensfähig. Ein Naturgesetz, nämlich das Entropiegesetz, steht dem Vorhaben im Wege, eine nachhaltige industrielle Wirtschaft zu schaffen. Ich erkläre.

Windpark_Offshore_Windstrom_Windkraftanlagen_wind_turbines_Energiewende_Netzbetreiber_Energiekonzerne_Energiegewinnung_Energieversorgung_Solarthermie_Photovoltaik_StrompreiseDie Energie der Sonne erreicht uns in einem Hochentropie-Zustand, d.h. in hoch zerstreuter Form. Das ist ausreichend für die Landwirtschaft und Pflanzenwachstum, von dem wir Holz für Feuer bekommen. Aber für Stromerzeugung müssen wir eine große Menge an hoch zerstreutem Sonnenschein konzentrieren – mit Hilfe von Photovoltaik-Modulen oder Aluminium-Spiegeln. Die Produktion dieser Geräte, der so genannten Kollektoren, erfordert aber den Verbrauch einer großen Menge an konzentrierter, d.h. niedrig-entropischer Energie, die wir vor allem von in der Natur zu findenden fossilen Brennstoffen erhalten. Das heißt, zur Stromerzeugung können wir diese Technologien nur solange anwenden, wie ausreichende Mengen an leicht extrahierbaren fossilen Brennstoffen (oder Uran) verfügbar sind. Darum nannte Nicholas Georgescu-Roegen (1978) Solarstromtechnologien Parasiten.

Mehr oder weniger ähnlich verhält es sich auch mit der Windenergie. Ohne den Wirt (fossile und nukleare Energien) sind Parasiten (Solar- und Windenergien) nicht lebensfähig. Die letzteren wären nur lebensfähig, wenn die zweite Generation der Kraftwerke, d.h. alle benötigten Ausrüstungen von A bis Z – Sonnenkollektoren, Aluminiumspiegel, Windturbinen, Fabriken, Straßen, Fahrzeuge, etc. etc. etc. – ohne den Verbrauch von konventionellen Energien, d.h. nur mit Solar-oder Windenergie gebaut/hergestellt werden könnten. Das wäre nicht möglich, wenn der EROEI (erzeugte netto Energie) von Solar- und Windenergietechnologien so niedrig bliebe, wie er heute ist. Wenn wir davon ausgehen, dass, wie Ted Trainer schreibt, der EROEI von Sonnenkollektoren 2/1 ist, dann würde, nachdem wir diese Energie für unser tägliches Leben und die anderen üblichen Aktivitäten verbraucht haben, kein Überschuss bleiben für die nötige Investition in die Produktion der zweiten Generation von Solar- und Windkraftwerken. Trainer schreibt: „In der Literatur findet man Schätzungen, die besagen, dass für eine Energietechnologie das Verhältnis [der EROEI] mindestens 7/1 sein muss, wenn sie lebensfähig sein soll.“ Es ist sehr unwahrscheinlich, dass das in Zukunft der Fall sein wird, weil, wie ich oben schon ausgeführt habe, der Trend in die entgegengesetzte Richtung zeigt.

Dieses Problem kann auch dann nicht gelöst werden, wenn wir versuchen, die enormen Mengen an hoch intensivem Sonnenschein in den Wüsten der Erde zu nutzen. Ein solches Projekt, das Desertec-Projekt von einigen der größten europäischen Konzernen, liegt heute auf seinem Sterbebett.

Schluss

Betrachten wir das Ergebnis von Jahren der Förderung erneuerbarer Energietechnologien in Deutschland durch hohe Preissubventionen, die von allen Privatverbrauchern, arm und reich, und Unternehmen (außer einigen) finanziert werden. Heute ist der Strompreis so hoch, dass Zehntausende von armen Deutschen ihre Stromrechnung nicht regelmäßig bezahlen können. Ihre Stromversorgung vom Netz wird oft abgestellt. Obwohl auch andere Faktoren – z.B. hohe Kohlepreise auf dem Weltmarkt – zu dieser Misere beitragen, gibt es einen Konsens darüber, dass die hohen Preissubventionen für die erneuerbaren Energien die Hauptschuld daran tragen. Die gegenwärtige Bundesregierung will also die Förderung dieser Branche beschneiden, was die letztere in Panik versetzt hat. Wir sehen also, dass auch die berühmte Energiewende des reichen Deutschlands ins Stocken gerät. Und die Regierung wird von Pseudo-Grünen und Pseudo-Umweltschützern dafür kritisiert, dass sie diese bremst.

Meeresverschmutzung_Wasserverschmutzung_Treibgut_Seetrift_Kunststoffabfaelle_Schwemmgut_Marine_debris_litter_Hawaiian_coast_plastic_bags_Plastikmuell_Meeresstroemung_Verschmutzung_OzeaneKrugman meint, wir können alle reicher werden, während wir die negativen Auswirkungen unseres Wirtschaftens auf die Umwelt reduzieren. Dies ist auch das Mantra vieler Pseudo- Grünen und Pseudo- Umweltschützer in der ganzen Welt, die Illusionen von grünem Wachstum, nachhaltigem Wachstum, grünem New Deal etc. propagieren. Edenhofer, der IPCC-Mann, geht in der Mitte einer Stagnationskrise naiv davon aus, dass die Weltwirtschaft regelmäßig in einer jährlichen Rate von zwei Prozent wachsen wird (⇒ Quelle: Süddeutsche vom 13.04.2014). Aber Krugman, der Starökonom, der seit Jahren beharrlich für eine wachstumsfördernde Wirtschaftspolitik eintritt, hätte es eigentlich besser wissen müssen. Er argumentiert: „Wenn andere Sachen gleich bleiben, bedeutet mehr Wachstum tendenziell mehr Umweltverschmutzung. Was verwandelte China zum größten Verursacher von Treibhausgasemission? Explosives Wirtschaftswachstum. Aber andere Sachen müssen nicht gleich bleiben. Es gibt kein unabänderliches Eins-zu-eins-Verhältnis zwischen Wirtschaftswachstum und Umweltverschmutzung.“ Das ist richtig. Aber andere Sachen können auch schlimmer werden als zuvor, sodass die Umwelt auch zerstört werden kann, ohne dass die Wirtschaft wächst. Selbst bei null Prozent Wachstum setzt eine industrielle Wirtschaft ihr umweltzerstörerisches Werk fort.

Die Umwelt ist viel mehr als das Klima, das nach Krugman einfach dadurch gerettet werden kann, dass wir konventionelle Energien durch erneuerbare ersetzen. Und die Umweltkrise ist eine viel größere Angelegenheit als die Klimakrise. Sie umfasst neben der Erderwärmung Luft- und Wasserverschmutzung, Verschmutzung der Ozeane, Flüsse und Seen; sie umfasst die Abholzung der Wälder und den Rückgang der Artenvielfalt; sie umfasst auch den schlechten Zustand des Agrarbodens, der Quelle unserer Nahrungsmittel. Krugman scheint nicht zu wissen, dass es, wenn wir alle reicher werden sollten, nicht genügen würde, mehr Solar- und Windkraftanlagen aufzustellen. Das würde erfordern, dass wir mehr und mehr Güter produzieren, mehr und mehr fossile Brennstoffe und Erze extrahieren, dass wir mehr und mehr bauen: Fabriken, Straßen, Häuser, Stadien, Autos, Flugzeuge, Staudämme und so weiter. Das wird der Umwelt den Todesstoß versetzen. Vierzig Jahre lang haben die Chinesen wie verrückt produziert und gebaut. Jetzt können sie ihre Luft nicht atmen; jetzt haben sie Angst vor ihren Lebensmitteln.

Meeresverschmutzung_Wasserverschmutzung_Treibgut_Seetrift_Kunststoffabfaelle_Schwemmgut_Marine_debris_litter_Oceanic_gyres_plastic_bags_Plastikmuell_Meeresstroemung_Verschmutzung_OzeaneMeine einzige Hoffnung ist, dass das Projekt – nämlich wir werden alle reicher – gar nicht mehr möglich ist. Denn nicht nur hat die Ölförderung ihren Höchstpunkt erreicht, sondern auch die anderen Ressourcen werden rapide erschöpft. Vor kurzem sah ich einen Dokumentarfilm, der zeigt, dass die banalste aller Ressourcen, Sand, inzwischen so knapp geworden ist, dass es gestohlen wird. Für große Bauprojekte wird sogar das auf Meeresboden liegende Sand ausgebaggert, was dazu führt, dass die nahe gelegenen Strände absacken und unter der Wasseroberfläche verschwinden. Eigentlich sollten wir jetzt weltweit darüber diskutieren, wie wir uns auf einen sparsamen Lebensstil vorbereiten können. Ich bin der festen Überzeugung, dass das nur in einer Weltgesellschaft möglich ist, in der die immer knapper werdenden Ressourcen egalitär verteilt werden.

Vielleicht müssten wir uns auf viel schlimmere Dinge vorbereiten. In letzter Zeit führte eine Gruppe von amerikanischen Wissenschaftlern ein Forschungsprojekt durch, dessen Ziel es war, die Bedingungen zu ermitteln, unter denen vergangene Zivilisationen kollabierten. Das Projekt wurde zum großen Teil von der NASA finanziert, der Organisation, deren Zweck es war, Menschen auf den Mond zu setzen. Die Wissenschaftler kamen zu dem Schluss, dass es starke Hinweise darauf gibt, dass sich unsere gegenwärtige Zivilisation auf dem Weg zum Kollaps befindet (Ahmed 2014).

Saral Sarkar, Köln


Literatur:

Ahmed, Nafeez (Dr.) (2014): „Nasa-Funded Study: Industrial Civilisation Headed For ‚Irreversible Collapse‘?“.  > Artikel (14.03.2014).

Georgescu-Roegen, Nicholas (1978): „Technology Assessment: The Case of the Direct Use of Solar Energy“, in Atlantic Economic Journal. Dezember.

Heinberg, Richard ( 2003): The Party Is Over. Forest Row: Clairview.

Sarkar, Saral (1999): Eco-Socialism or Eco-Capitalism? – A Critical Analysis of Humanity’s Fundamental Choices. London: Zed Books.

Trainer, Ted (2014): Relax! Solar Energy Can Save Us, Krugman Says So. > Artikel

Wiesenthal, Helmut (2013): “Der Solarstrom – Lackmustest grüner Energiepolitik“, in Böll Thema – Es grünt, Berlin, Nr. 1.


Bild- und Grafikquellen:

1. Paul Robin Krugman (Beitragsbild) (* 28. Februar 1953 in Albany, New York) ist ein US-amerikanischer Professor für Volkswirtschaftslehre an der Princeton University, Centenary Professor an der London School of Economics, Sachbuchautor und Träger des Wirtschaftsnobelpreises 2008. Krugman ist Begründer der Neuen Ökonomischen Geographie. In den Vereinigten Staaten ist er besonders durch seine wöchentlichen Kolumnen in der New York Times über Fachkreise hinaus bekannt geworden. Foto: Prolineserver. Quelle: Wikimedia Commons. Es ist erlaubt, die Datei unter den Bedingungen der GNU-Lizenz für freie Dokumentation, Version 1.2, veröffentlicht von der Free Software Foundation, zu kopieren, zu verbreiten und/oder zu modifizieren.

2. Smog in Tokio. Die Stadt hat derzeit knapp über neun Millionen Einwohner. Das Stadtzentrum Tokios kann man im Hintergrund gerade noch erkennen, der Tokyo Dome befindet sich links, die Rainbow Bridge und der Tokyo Tower sind rechts erkennbar. Foto: Wilhelm Joys Andersen aus Oslo, NOR. Quelle: Wikimedia Commons. Diese Datei ist unter der Creative-Commons-Lizenz „Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 2.0 generisch“ (US-amerikanisch) lizenziert.

3. Glühbirnen im Weinglas – Foto: Viktor Mildenberger. Quelle: www.pixelio.de

4. SolarstromerzeugungFoto: Andreas Hermsdorf. Quelle: pixelio.de

5. Grevenbroich: Braunkohlekraftwerke Frimmersdorf. Freileitungsmasten mit Überlandleitungen. Foto: Bundesarchiv, B 145 Bild-F041795-0009 / Engelbert Reineke / CC-BY-SA Quelle: Wikimedia Commons. Diese Datei ist unter der Creative Commons-Lizenz Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Deutschland lizenziert.

6. SolaranlageFoto: Rainer Sturm. Quelle: pixelio.de

7. Lillgrund Wind Farm’s Windturbinen in der Umgebung von Kopenhagen und Malmö. Foto: Mariusz Paździora Quelle: Wikimedia Commons . Diese Datei ist unter der Creative Commons-Lizenz Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported lizenziert.

8. Treibgut infolge stark zunehmender Meeresverschmutzung, hier an der Küste von Hawaii. Foto: NOAA. Quelle: Wikimedia Commons. This image is in the public domain because it contains materials that originally came from the U.S. National Oceanic and Atmospheric Administration, taken or made as part of an employee’s official duties.

9. Meeresströmungen (Ocean Qyres) Foto: NOAA. Quelle: Wikimedia Commons. This image is in the public domain because it contains materials that originally came from the U.S. National Oceanic and Atmospheric Administration, taken or made as part of an employee’s official duties.

Mit freundlicher Genehmigung von  Kritisches Netzwerk