Die Fukushima-Lüge

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von Caillea

Als die japanische Regierung am 11. März 2011 um 19.06 Uhr den atomaren Notstand ausrief, hielt die Welt den Atem an. Das große Erdbeben Stärke 9.0 und der darauf folgende Tsunami hatten in Japans Norden am Nachmittag ganze Städte ausgelöscht. Japan war am Boden und man fürchtete auch noch den Supergau, der drohte, eine der bevölkerungsreichsten Regionen der Erde in eine atomare Wüste zu verwandeln. Der Weltwirtschaft und Japan drohten unabsehbare Folgen. In den Tagen nach dem Beben zerstörten Explosionen vier Reaktorgebäude des Atomkraftwerks Fukushima Daichi. Fassungslos blickte die Welt auf Japan, die nicht in der Lage waren, das Fiasko in den Griff zu bekommen.

Johannes Hano, ZDF,  geht der Frage nach, wie es zu dieser Katastrophe kommen konnte und wie Japans Atombosse und die Regierung damit umgingen. Die Recherchen zeigen: Es gab schon vor der Katastrophe ein Netz aus krimineller Energie, Ignoranz und Vorteilsnahme, das die japanische Gesellschaft seit Jahrzehnten immer mehr durchdrungen hat. Kei Sugaoka, ein ehemaliger Wartungsingenieur, spricht über die kriminellen Praktiken des Betreiberkonzerns TEPCO. Über Jahre habe dieser immer wieder in Kauf genommen, dass Millionen Menschen radioaktiv verseucht werden.

Politiker, ehemalige Behördenmitarbeiter und Medienleute erklären das korrupte Netzwerk aus Atomindustrie, Politik, Aufsichtsbehörden, Wissenschaft und Medien. Es gibt dafür in Japan sogar einen eigenen Namen: “Atomdorf”. Und das scheint bis heute intakt.

Die Recherchen von Johannes Hano und seinem Team zeigen, wie TEPCO und die Behörden seit Ausbruch der Katastrophe deren wahres Ausmaß verschweigen, die Öffentlichkeit täuschen und auf Kosten der Bevölkerung versuchen, den Schaden für die gesamte Atomindustrie möglichst gering zu halten. 

Der nachfolgende Film von Johannes Hano zeigt in aller Deutlichkeit, wie Konzerninteressen über das Leben von Menschen gestellt werden. Aus Gründes des Copyrights lässt sich der Film nicht einbetten, daher ist hier nur der Link von YouTube eingeblendet:

Die Fokushima Lüge von Johannes Nano

Reaktor 4

Laut Aussagen von TEPCO sind die Brennstäbe im Abklingbecken nicht mehr gefährlich und “wahrscheinlich” kommt es nicht zu einer Kettenreaktion. Über den Abklingbecken lagern aber noch unabgebrannte Brennstäbe, die sich im Falle eines Einsturzes als sehr problematisch erweisen könnten. TEPCO hat Reaktor 4 zwar mittlerweile überbaut, interessanterweise nachdem der Film von Herrn Hano veröffentlicht wurde, aber niemand kann sagen, wie stabil dieser Umbau bei einer weiteren Explosion ist, zumal alle geologische Untersuchungen von japanischen Erdbebenexperten davon ausgehen, dass sich in den nächsten Jahren die Erdbebenraten durch die massiven Verschiebungen der Kontinentalplatten erhöhen werden.

Japan ruft um Hilfe

Internationale Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler (Schwerpunktmäßig Frankreich, Deutschland, USA) sind in der letzten Woche zu den Bergungs-/Rettungsmissionen dazugestoßen. Damit besteht zumindest die Hoffnung, dass die Situation zusehends unter Kontrolle gerät – soweit das bei mindestens 3 geschmolzenen Atomkernen, für deren Kontrolle Technik überhaupt erst noch erfunden werden muss, möglich ist.

Die japanische Regierung hat jetzt ca. 100.000.000 € zur Verfügung gestellt, um die Grundwasserthematik und damit auch indirekt die Gebäudestabilität von Reaktor 4 in den Griff zu bekommen. Die Technik wurde von deutschen Ingenieuren ins Spiel gebracht. Selbst bei wohlwollender Betrachtung ist es keinesfalls realistisch, die nächsten zigtausend Jahre den verseuchten Boden zu vereisen. Es wird sich nicht vermeiden lassen, dass bald ein global geschädigtes und vor sich hin mutierendes, ergo degenerierendes Ökosystem entsteht.

Erst am 19.09.2013 hat wieder ein Beben in der Stärke von 5,4 die Region erschüttert. Ein riesiges Katastrophenszenario ist also nicht gerade unwahrscheinlich und es würde mindestens Japan den Todesstoß versetzen.

Die nachfolgende Karte versucht den Ausbreitungsgrad der radioaktiven Verseuchung in so einem Fall darzustellen:

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Der weiße Kreis um Fukushima (A) zeigt die bisherige Sperrzone, der grüne Kreis ist der Bannkreis, den selbst eine verhältnisweise milde neuerliche Explosion nach sich zöge – das beträfe dann auch Tokio. Der gelbe Bannkreis zeigt das möglicherweise sofort unbewohnbare Gebiet (500 Meilen) im Falle eines unschöneren Ausgangs einer solchen Katastrophe, mit anderen Worten, Japan müsste fast komplett aufgegeben werden.

Der Rote Kreis zeigt ca. 3.000-3.500 km Umfeld. Dies wäre das Gebiet, welches nur mit sehr viel Aufwand zu erhalten wäre, auch wenn die allerschlimmsten Annahmen (bereits gekühlte Brennstäbe brennen doch noch einmal) nicht zutreffen würden. Folgende Länder wären dann betroffen: ganz Japan, die Ostküste Russlands, die halbe Mongolei, Taiwan, fast die kompletten Philippinen, Nord- und Südkorea und fast den kompletten Osten Chinas.

Die Auswirkungen wären unvorstellbar, alleine wenn Japan mit 127,6 Millionen Einwohnern bedroht ist und es ist zu hoffen, dass solch ein Fall niemals eintritt und es gelingt, das Desaster in Fukushima einzudämmen.

FORTSETZUNG FOLGT!

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