Professor Stark: Finanz- und Geldsystem im Blindflug!

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11. Mai 2014 Am gestrigen Samstag fand im München, im Bayerischen Hof, im Königssaal eine Konferenz unter dem Namen “Ist das Papiergeld noch zu retten?” statt. Einer der hochkarätigsten Redner dort war Professor Dr. Jürgen Stark, ehemaliger Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank und ehemaliger Vizepräsident der Deutschen Bundesbank. Ein Besucher dieser Konferenz berichtet, daß Professor Stark ganz klare, erschütternde Aussagen dort gemacht hat.

Das Ludwig von Mises Institut Deutschland ist ein sehr anerkanntes und seriöses Institut und wurde im Oktober 2012 gegründet. Es ist benannt nach Ludwig von Mises (1881 – 1973), dem wohl bedeutendsten Ökonomen und Sozialphilosophen des 20. Jahrhunderts. Hier werden immer wieder bedeutende und hochqualifizierte Köpfe der Wirtschafts- und Finanzwelt eingeladen, die Vorträge und Seminare haben höchstes Niveau und  zeichnen sich durch Insiderwissen aus.

Professor Dr. Jürgen Stark ist ein solcher. Als ehemaliger Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank und ehemliger Vizepräsident der Deutschen Bundesbank hat er beste Kontakte und profunde Fachkenntnis.

Bei seinem gestrigen Vortrag gab Professor Stark unumwunden zu, daß die Zentralbanken weltweit – einschließlich der höchsten Chargen und fachkundigsten Experten – komplett jede Kontrolle und jeden Überblick über die Lage verloren haben. Niemand weiß, wie lange das noch gutgeht und wohin es führt. Seit 2008 ist man nur noch im Notbetriebmodus. Das Einzige, was den ganzen Laden noch irgendwie am Laufen hält, ist das produzieren von Geld.

So, wie Ende November 2011 der globale Crash des Weltfinanzsystems nur noch Stunden entfernt war, und alle großen Zentralbanken in einer konzertierten und gleichzeiten Aktion schlagartig unlimitierte Geldmengen ins System pumpten, geht es bis heute weiter.

Wörtlich sagte Professor Stark: ” Das ganze System beruht auf reiner Fiktion und fliegt seit 2008 im Blindflug! Einen Zweiten Lehman-Vorfall wird es nicht überleben!”

Dabei meint Stark nicht nur das ungedeckte Papiergeld, was ohne irgendeinen realen Gegenwert (Gold, Wirtschaftsleistung, Waren und Dienstleistungen) nach Belieben “gedruckt” wird. Nein, er redet von der nächsten Stufe: Die Steuerung der gesamten Geldmenge ist völlig außer Kontrolle geraten. Es wird nicht nur einfach gedruckt, sondern es weiß auch niemand mehr, wer wo wann wieviel Geld virtuell erzeugt und wo es eigentlich hingeht. Auch, wieviel Kreditgeld die Banken aus dem schon in absurden Massen erzeugten Zentralbankgeld nun ihrerseits wieder erzeugen, entzieht sich jeder Kontrolle.

Das Ganze funktioniert anscheinend so, als sei man in schwindelnder Höhe mit einem Heißluftballon unterwegs. Der Ballon ist kaputt und hat Löcher, aus denen die heiße Luft (das Geld) rausströmt (Zahlungsausfälle, Überschuldung, Zinsdienst, Bankenpleiten, Firmenpleiten etc), und der Ballon droht mit allen in der Gondel abzustürzen. Man kann ihn nur am Fliegen halten, indem man wie verrückt heiße Luft nachheizt (Geldschöpfung). Nur: Die Löcher werden immer größer, immer mehr Luft entweicht und man stellt den Heizer immer höher, bis es dann irgendwann zuerst den Ballon zerfetzt oder der Ofen auf einmal ausfällt. Man kann das nicht beliebig lange machen. Der Absturz kommt.

Wer Vermögen hat, der sollte sich fragen, was eigentlich aus seinem schwer erarbeiteten Geld wird, wenn diese ganze Wahnsinnsblase platzt. Zur Zeit ist ja sogar ein deflationärer Crash noch denkbar, weil soviele Zahlungausfälle, unbedienbare Schulden von Staaten, Firmen und Bürgern ständig wieder Unmassen an Geld vernichten. Sonst würde ja nicht panisch durch Geld-Erschaffung dagegen angekämpft. Doch irgendwann kippt das um, und niemand hat noch Vertrauen in das Geldsystem, das Stark als “reine Fiktion” bezeichnet. Und dann ist das ganze Geldsystem schlichtweg geplatzt, wie eine überdehnte Seifenblase.

Es wird dann auch kein Arbeitslosengeld, keine Rente oder ähnliches mehr geben. Wer glaubt, der Staat werde schon für ihn sorgen, der irrt.

Man kann sein Geld nur in dauerhafte Sachwerte investieren, in Edelmetalle wie Gold und Silber, Grund und Boden, ein Haus, vielleicht auch Kupfer (Industriemetall), Wertgegenstände … Und natürlich in sich selbst. Was kann ich tun, wenn der Welthandel und das Geldsystem ausfällt? Kann ich Kleidung nähen? Autos reparieren? Gemüse und Obst ziehen und verkaufen? Nützliche Gegenstände herstellen?

Das wird die Stunde der regionalen Kleinunternehmer und des Neuanfangs werden – nicht das Ende der Welt!°

Wir müssen uns nur intelligent darauf vorbereiten, dann werden wir das gemeinsam schaffen.


Das folgende Buch kann ich nur empfehlen! – “Warum andere auf ihre Kosten immer reicher werden”

978-3-89879-857-0_jpg_210x328_q85Das Geld kommt vom Staat! Das stellt eigentlich niemand in Frage. Sollte man aber. Denn das staatliche Geldmonopol ist für eine Volkswirtschaft mitunter genauso schädlich wie Monopole in der Wirtschaft. Und hier würde niemand auf die Idee kommen, diese zu verteidigen. Warum sollte es also beim Geld anders sein?

Deutschland hat wie alle Länder der Welt ein reines Papiergeldsystem, in dem neues Geld quasi aus dem Nichts entsteht. Andreas Marquart und Philipp Bagus zeigen spannend und für jeden verständlich, wie Geld entsteht und warum unser jetziges Geld schlechtes Geld ist. Der Leser erfährt, wie wichtig gutes Geld für eine Volkswirtschaft ist und welchen Einfluss schlechtes Geld auf jeden Einzelnen in der Gesellschaft hat.

Welche Rolle zudem Staat, Regierung und Politik bei der Umverteilung zugunsten Superreicher spielen und warum die naive Staatsgläubigkeit keine Zukunftsstrategie für den einzelnen Bürger ist, zeigen Marquart und Bagus anhand vieler Beispiele. Wer hingegen Politikern – und sei es nur aus einem Bauchgefühl heraus – noch nie vertraut hat, wird den Beleg dafür erhalten, dass er mit diesem Gefühl richtig liegt. Ein leicht verständlicher Einstieg in die Frage, warum Geld für viele Missstände in unserer Gesellschaft verantwortlich ist.

Hierzu empfehle ich noch den Artikel “Die wahre Armutsfalle” von Christoph Braunschweig mit folgender Endung:

Die Lektüre dieses ebenso unterhaltsamen wie provokant-tiefsinnigen Buches kann nur wärmstens empfohlen werden – vor allem dem wissensmanipulierten Normalbürger, aber auch allen jungen Studenten der Wirtschaftswissenschaften, die heute an den staatlichen Hochschulen von diesen grundlegenden Zusammenhängen nichts erfahren und deshalb die wirtschaftliche Wirklichkeit (trotz aller hochgestochenen mathematischen Modelle) letztlich nicht verstehen.

Die modernen „Mainstream-Ökonomen“, deren keynesianische und neo-klassische Gleichgewichtsmodelle längst an den Klippen der wirtschaftlichen Realität zerschellt sind, mögen sich bei der Lektüre äußerst unwohl fühlen – wie auf einem heißen Grill festgebunden. Aber nach dieser Lektüre werden sie wohl vieles mit anderen Augen sehen.


Quelle “Finanz- und Geldsystem im Blindflug”: http://quer-denken.tv

Beitragsbild: Professor Dr. Jürgen Stark bei der Stresemann-Gesellschaft, Bild: Wikipedia Commons/Kandschwar

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