inkwell

Warum Demokratie in diesem System nur eine Worthülse ist…

image_pdfimage_print

von Alexander Berg

Nicht selten wird man irgendwann mit den verschiedenen Ideologien konfrontiert und man beginnt sich mit ihnen zu beschäftigen. Dabei fällt dann auf, dass sie sich nur scheinbar voneinander unterscheiden. Denn es sind nur unterschiedliche Etiketten ein und desselben Weines. Und dieser Wein heißt Hierarchie, deren Ursache in der Verschiebung der Verantwortung, als wesentlicher Impuls liegt. Aus diesem (konditionierten) Verhalten, heraus erkiert, akzeptiert der Mensch andere, die die wahrgenommenen Probleme lösen sollen: “An der Wahlurne! gibt der Mensch die Stimme ab und hat fortan nichts mehr zu sagen.”

SONY DSCAn dieser Stelle erkennen wir das “System”. Wo Menschen ihre Verantwortung abgeben und in jene Hände legen, die sich hinter den dargebotenen Schaustellern bewegen – letztlich den Kaufleuten.

“Der Mensch macht sich durch Verschiebung der Verantwortung selbst zum Sklaven und schafft sich so seine Herren, die ihm sagen, was er zu tun hat.”

Das ist der ungeschriebene Gesellschaftsvertrag.

Und was wir “Staat” nennen, ist lediglich die Art und Weise, wie sich Menschen zueinander organisieren. Und bei Verschiebung der Verantwortung, ist es die Hierarchie (Anmerkung: und damit auch der Prozess der eigenen Abschaffung, Selbstausbeutung, Selbstentmachtung und Selbsttäuschung).

Das liegt unter anderem da dran, weil die Mehrheit in der Kindheit mit einem Elternteil einen bedingten Vertrag eingegangen ist, nach dem Prinzip: „Solange Du Deine Füße unter meinen Tisch stellst…“ oder auf eine andere subtile Art und Weise.

Fortan wird der junge Mensch alle Verhaltensmuster selbst entwickeln, um bedingte Anerkennung, Liebe, Aufmerksamkeit und Zugehörigkeit er erlangen. Dabei überlässt er dem Elternteil zum Teil die Entscheidung, was für ihn fortan an „gut“ sein soll. Das geht im Extremfall, wenn man immer Belohnung erhält und brav ist soweit, dass man alle Informationen, die das System verändern könnten kategorisch ablehnt wie auch ihre „Überbringer“, die dann stigmatisiert und verfolgt werden (Erinnere mich an das Zitat von Napoleon über die Deutschen.).

Die abgegebene Verantwortung enthält zwei wesentliche Bestandteile zur Entwickelung des Menschen: der Lernprozess im Umgang mit der Vernunft sowie die Bewusstwerdung. Denn diese ist das einzig unbegrenzte Wachstum.

All dies abgegeben zugunsten eines Geschäftsmodells, wo Belohnung und Bestrafung fortan die Methode ist, um „Gefügige“ im Griff halten zu wollen. Dies wird im Kindergarten, in der Schule durch „gute Noten“ und im Beruf durch „Lohn“ von Belohnung weitergeführt. Auf dem Bankkonto nennt man dies „Soll und Haben“. Selten, dass der Mensch das nahezu perfekt ausgeklügelte System hinterfragt, in dem er aufwächst, wo Wachstum, Zinseszins und Schulden sich hierbei ein Stelldichein geben und letztlich nur ein gesamtgesellschaftlicher Ausdruck gelebter Gier(Unvernunft) darstellt.

Deshalb benötigen “Gierige” auch eine “Re-Gierung”. Denn Unvernunft braucht Kontrolle. Und wenn man den Menschen einfach nur davon abhält, dass er diesen Prozess entwickelt, macht man ihn sich gefügig. Dies durch die Belohnung für “gutes Verhalten”. Und man erzählt ihm einfach nicht, dass er sich die ganze Zeit bereits wie ein Sklave verhält.

Und mit diesen Gedanken steht der Mensch am Scheideweg zwischen dem System, was er kennt, mit all seinen Unzulänglichkeiten, die wir tagtäglich als Symptome präsentiert bekommen oder er sich selbst zur Verantwortung entscheidet, und begibt sich auf einen neuen Kurs. Denn andere gibt es nicht, die es erst tun müssen. Auch dies ist ein falsch gelerntes Verhalten.

Dies ist nun der Punkt, zu dem er sich selbst entscheiden mag – oder im Alten bleibt, was gerade „untergeht“ – beginnend in den Köpfen Das Alte wird auch nicht verschwinden, sondern lediglich eine neue Bedeutung bekommen.

Wer sich zur Verantwortung entschließt wird erkennen, dass die bestehenden Regeln – in Form künstlich geschaffener Gesetzen – nur ein Mittel waren, um Macht- und Gewohnheitsstrukturen aufrechterhalten und die Symptome der Systemauswirkungen regeln zu wollen und wenn man sich mit ihnen beschäftigt, sind sie nur Gebilde auf denen sich Schein und Trug ihr geschäftliches Stelldichein geben (Wer darin eine Lösung finden mag, beschäftigt sich sehr lange, denn es ergibt sich am Ende nur eine Erkenntnis: Die Täuschung ist der beste Lehrer.).

Blaise Pascal schrieb um 1640 dazu:

“Das Rechts ist fragwürdig, die Macht ist unverkennbar und fraglos. So konnte man die Macht nicht mit dem Recht verleihen, weil die Macht dem Recht widersprach und behauptete, es sei ungerecht und sie wäre es, die das Recht sei. Und da man nicht machen konnte, daß das, was recht ist, mächtig sei, macht man das, was mächtig ist, zum Recht.”

(Blaise Pascal, 1623-1662, Fragment Nr.298) Zitat aus “Der verborgene Pascal” von Theophil Spoerri, Seite 132)

“Es ist gefährlich dem Volke zu sagen, daß die Gesetze nicht gerecht sind, denn es gehorcht ihnen nur, weil es glaubt, daß sie gerecht sind. Deshalb muß man ihm gleichzeitig sagen, daß man ihm gehorchen muß, weil sie Gesetze sind, wie man den Vorgesetzten gehorchen muß, nicht weil sie gerechte Leute, sondern weil sie Vorgesetzte sind. Wenn es gelingt, dies verständlich zu machen und daß hierin die eigentliche Definition der Gerechtigkeit besteht, dann ist man jeder Auflehnung zuvorgekommen.”

(Blaise Pascal, 1623-1662, Fragment Nr.326) Zitat aus “Der verborgene Pascal” von Theophil Spoerri, Seite 133)

Welche Prinzipien sind dann gültig, wenn künstliche ihre Dienst versagen und nur mit Macht, Gewalt und Willkür „durchgesetzt“ werden können?

Was passiert gerade?

Ein Paradigmenwechsel findet statt, der Bestehendes in Frage stellt, sich aus dem Verhaltensmuster verschobener Verantwortung geschaffene hierarchische Strukturen befinden sich in Auflösung und die Masse in ihrer konditionierten Gewohnheit gegen ihrer Erkorenen durch Demonstrationen vorzugehen mag. Auch ein Verhaltensmuster des alten Systems – gewollt, das gegen etwas sein.

Denn mit der Abgabe der Verantwortung, gab man einst ja seinen Bewusstwerdungsprozess nahezu ab, um sich fortan ausschließlich noch im Haben und Besitzstand zu bewegen und in konventionell-traditioneller Polarisierung. Die auf der „falsch“ gelehrten und gelernten Vorstellung von „Gut und Böse“ basiert – die beiden Seiten der Medaille der „Bewusstwerdung“, wenn man dies erkannt hat.

Was mag sich ändern?

214614_web_R_K_B_by_L. Hofschlaeger_pixelio.deNun, mit der Entscheidung zur Verantwortung bewegt sich der Mensch alsdann auf einem neuen Terrain, bei dem ihm andere Regelprinzipien im Umgang mit seiner Welt sich ihm langsam offenbaren – die natürlichen Regelprinzipien, die es ihm erlauben, mit ganz anderem Sachverstand an die Dinge (Gesellschaft, Ökonomie, Ökologie und Natur) heranzugehen.

Denn das alte System lehrte uns eine Welt der Dinge und Teile, Schuld und der Vorstellung von Objektivität zu seinem Umfeld – ein Irrglauben.

Jedoch haben wir es mit einer Welt der Zusammenhänge und Wechselwirkungen zu tun – offene, dynamische System, vernetzte Beziehungsmuster, kybernetische, symbiotische, synergetische, energetische und kausale Wirkmechanismen und wir stehen mit ihnen in Verbindung.

Dies zu erkennen, ist jedermanns eigener Lernprozess. Und die Neue Zeit fragt nur zwei Fragen: Kennst Du das Wesen des alten Systems (polarisationsfrei, also der Sinn) und welche wahre Bedeutung hat die Verantwortung für die Neue Zeit?

Und Demokratie? Sie bekommt so eine Neue Bedeutung. – Auf geht’s. Hinüber in die Neue Zeit.


Autor: Alexander Berg – http://blog.berg-kommunikation.de/

Seit 1989 ist Alexander Berg in der (Unternehmens-)Kommunikation und Medienentwicklung tätig und wirkt seit 2005 an dem Modell zur ganzheitlichen Neuorientierung ökonomischer Systeme mit. Es heißt Schubäus Modell. Die vorliegenden Erkenntnisse basieren auf 40 Jahren Praxis und über 20 Jahren wissenschaftlich-bestätigender Recherchen des Namensgebers dieses Modell, K. H. Schubäus.

Vortrag von Alexander Berg: Hinüber in die Neue Zeit – Verantwortung als Schlüssel zur neuen Gesellschaft

Bild 1: „Die Zukunft“ – Bernd Kasper  / pixelio.de

Bild 2: „Netzwerk“ – L. Hofschlaeger / pixelio.de

Beitragsbild: http://blog.berg-kommunikation.de/

0 Antworten

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Wollen Sie an der Diskussion teilnehmen?
Feel free to contribute!

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

neunzehn + 18 =